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Biel

Die Priorität der Bieler Schulen: Zweisprachigkeit und pädagogische Innovation

Die Bildungsstrategie 2019–2022 verschafft der Zweisprachigkeit und der pädagogischen Innovation grössere Anerkennung. Daneben werden die Prioritäten bestätigt, die in den letzten Jahren gesetzt worden sind. Die neue, vom Gemeinderat genehmigte Strategie wird dem Stadtrat am 19. September vorgestellt. Sie umreisst die Entwicklung der Bieler Schulen für die nächsten vier Jahre.

Symbolbild: Keystone

Der Gemeinderat bekräftigt in der Bildungsstrategie 2019–2022 die Grundprinzipien seiner Schulpolitik: Chancengleichheit, Gleichberechtigung zwischen Quartieren, eine konstruktive Partnerschaft aller Bildungsakteure und ein aktives Vorgehen bei Investitionen in die Infrastruktur. Diese neue Ausgabe der Bildungsstrategie streicht insbesondere die Herausforderungen rund um die Zweisprachigkeit hervor und die Notwendigkeit pädagogische Innovationen zu fördern. Diese dritte Ausgabe ist das Ergebnis eines einjährigen Arbeitsprozesses, an der sich die Schuldirektionen, die Schulkommissionen und mehrere Dienststellen der Abteilung Schule & Sport beteiligt haben. Dieses Vorgehen wurde von der Direktion Bildung, Kultur und Sport koordiniert.

Schwerpunkte pädagogische Innovation und Zweisprachigkeit
Während die letzte Bildungsstrategie die schulische Zweisprachigkeit als eines von mehreren Zielen nannte, stellt sie die Bildungsstrategie 2019–2022 als wichtige Priorität heraus. Die Schule muss vom zweisprachigen Umfeld der Stadt Biel profitieren und den Kindern einen privilegierten Zugang zur Partnersprache ermöglichen. Für die Stärkung der Zweisprachigkeit ist die Entwicklung zweisprachiger Schulprojekte, die sich für alle Bieler Schulen eignen, sowie die Fortführung des Pilotprojekts Filière Bilingue auf der Primar- und Sekundarstufe geplant (Priorität 2).

Die andere grosse Neuerung betrifft die pädagogische Entwicklung. Die Bildungsstrategie 2019–2022 zielt darauf ab, sie an den Schulstandorten zu fördern. Dabei spielt die pädagogische Innovation eine entscheidende Rolle. Sie ermöglicht das Erkunden neuer Ansätze und die Anwendung kreativer, bedarfsgerechter Lösungen. Die Schulen haben ein grosses Potenzial, mit originellen Projekten pragmatische und zweckmässige Lösungen zu erproben. Die Innovation wird durch die Zusammenarbeit und den Austausch, insbesondere den Wissens- und Erfahrungsaustausch, gefördert. Hier will die Stadt konkrete Massnahmen umsetzen. Daneben besteht in der Zusammenarbeit mit schulexternen Partnern, wie etwa den Quartier Infos, Entwicklungspotenzial (Priorität 5).

Eine Strategie, drei Stossrichtungen
Die Bildungsstrategie definiert drei strategische Stossrichtungen: bezüglich Schülerinnen und Schüler, bezüglich Lehrerinnen und Lehrer sowie bezüglich Infrastrukturen. Dabei stützt sie sich auf die Strategie 2015–2018, deren Bilanz positiv ausgefallen ist. Die meisten ihrer Ziele behalten ihre Gültigkeit.

Im Zentrum der Bildungspolitik, die sich an der Chancengleichheit orientiert, stehen die Schülerinnen und Schüler. Bei Schuleintritt müssen die Kinder die Unterrichtssprache verstehen und sprechen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der Gemeinderat weiterhin auf eine aktive frühe Sprachförderung, die personelle Verstärkung in den Kindergärten und die Zusammenarbeit mit den Eltern. So sollen die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass die Schulbildung optimal verläuft und die Schülerinnen und Schüler für den Übertritt in eine Ausbildung nach der obligatorischen Schule vorbereitet werden. Auch für dieses Ziel sind konkrete Massnahmen geplant.

Die Bieler Lehrerinnen und Lehrer sollen unter attraktiven Bedingungen arbeiten können. Dies umfasst angemessene Klassengrössen und eine ausreichende Unterstützung, die entsprechende Stützmassnahmen sowie die Schulsozialarbeit umfasst. Die Arbeit und das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer erhalten die nötige Anerkennung. Ermutigung und Hilfe für pädagogische Innovationen tragen zu attraktiven Arbeitsbedingungen bei.

Infrastrukturseitig wurden bei der Informatikausrüstung in den Schulen und bei den Gebäuden grosse Fortschritte erzielt. Doch bleiben die Herausforderungen gross und erfordern fortgesetzte Bemühungen. Bei der Informatik stellt das Ja in der Volksabstimmung vom 19. Mai zum Kredit für die Schulinformatik einen wichtigen Meilenstein dar, der das Projekt DiAna, das zurzeit umgesetzt wird, ermöglicht hat. Studien, Projektierungen und Realisationen folgen sich Schlag auf Schlag. Dies wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern, wenn der Bedarf an geeignetem Schulraum gedeckt werden soll. Daneben müssen die Folgen der Stadtplanung auf die Schulbedürfnisse frühzeitig berücksichtigt werden.

Umsetzung
Der Gemeinderat hat die Bildungsstrategie an seiner Sitzung vom 26. Juni genehmigt. Dabei handelt es sich um einen eigentlichen Leitfaden. Jedem Bereich sind Ziele, Massnahmen und Kompetenzen zugewiesen. Die Umsetzung der einzelnen Massnahmen in den kommenden Jahren wird von der Zustimmung des Gemeinderats, des Stadtrats und der kantonalen Behörden abhängig sein. Dabei gilt es, sowohl die gesetzlichen Bestimmungen als auch die finanziellen Möglichkeiten zu berücksichtigen. Die Bildungsstrategie 2019–2022 konzentriert sich auf diejenigen Bereiche, die in der Kompetenz der Stadt Biel liegen. Was die Inhalte und Ziele der obligatorischen Schule angeht, so werden sie vom Kanton Bern vorgegeben. Der Bieler Stadtrat wird die Bildungsstrategie 2019–2022 an seiner Sitzung vom 19. September zur Kenntnis nehmen. mt

Stichwörter: Schule, Zweisprachigkeit, Biel

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