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„Krawattenzwang“

Die Mediendiskussion weiterführen

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Die Mediendiskussion weiterführen.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Wir haben dem Sonntag entgegengefiebert. Wir haben gebangt – zuletzt etwas weniger als noch im Dezember. Das klare Votum gegen die No-Billag-Initiative ist ein deutliches Statement. In erster Linie ein Statement für die Subventionen der elektronischen Medien, in zweiter Linie aber auch für unabhängigen Journalismus. Da schliesst sich für uns in der Groupe Gassmann der Kreis. Allen, die auch uns unterstützt haben, ein grosses Merci.

An sich sind wir mit der Vielfältigkeit unseres Angebot scheinbar „gestraft“: Print, Radio, TV und Online – und das alles in zwei Sprachen. Falsch. Diese Herausforderung ist vor allem eine Riesenchance. Wir sind die einzigen in der ganzen Schweiz, die sich in dieser Komplexität den täglichen Kämpfen zur Produktion der diversen Medien stellen. Und wir tun dies, unserer Ansicht nach, gar nicht so schlecht. Natürlich kann man täglich kritisieren, das tun wir auch. Aber auch Lob ist angebracht.

Was hat dies alles mit der genannten Initiative zu tun, bei der es doch „nur“ um die Gebühren für TV und Radio ging? Sehr viel. Zum einen sind unsere Kanäle Canal 3 und TeleBielingue gerettet und haben dank des bereits feststehenden einen Prozents mehr aus dem Gebührensplitting schon ab 2019 etwas mehr Luft. Die Politik hat zudem angekündigt, die Unterstützung für die privaten Sender zu überprüfen – gespart wird bei der SRG, wir haben Aussicht auf weitere dringend nötige Mittel.

Und für Print: Da haben die Diskussionen der letzten Wochen und Monate keinen direkten Einfluss. Und doch: Wer über Medien spricht, meint immer auch Zeitungen. Die Unverzichtbarkeit scheint deutlich. Die Finanzierung bleibt aber ein Problem. Konnte die Erkenntnis verstärkt werden, dass die Gratismentalität für unsere Branche vernichtend wird? Dass für Journalismus bezahlt werden muss? Wir arbeiten täglich daran. Merci, wenn Sie uns unterstützen. Wir begrüssen es, wenn die Mediendiskussion weitergeführt wird. Nicht Schwarz-Weiss über Leben oder Sterben – sondern über das Wie, das Wann und das Womit.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

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