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Alternatives Wohnen

Die Hausbesetzer von Biel

Das Kollektiv «La Katapult» besetzt das Haus an der Seevorstadt 75. Die autonome Kulturwerkstatt AKW hat sich seit letztem Herbst ein Gebäude an der Johann-Renfer-Strasse angeeignet. Und die Gruppierung «La Biu» okkupiert seit mehreren Jahren – mittlerweile legal – eine Liegenschaft am Wydenauweg.

Mit einem Umzug durch Biel macht das Kollektiv «La Katapult» auf sein Anliegen aufmerksam. copyright: matthias käser/bieler tagblatt

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In den letzten zehn Jahren machten zudem die Kollektive «Familie von Allmen», «Autonomer Widerstand gegen die Kapitalistische Stadtentwicklung», «Tripouze» und allen voran «Biotop» – in der ehemaligen Fachschule Technik an der Bözingenstrasse – mit ihren Hausbesetzungen zu reden. Auch mobile alternative Wohnformen gibt es in Biel, darunter etwa die Schrottbar oder «Escargot Noir», welche in Wagen leben.

Keine Problematik in Biel

Diese Wohnformen seien in allen Städten bekannt, sagt André Glauser, Leiter der städtischen Abteilung Öffentliche Sicherheit. «In Biel gibt es nicht überproportional viele besetzte Häuser», sagt Glauser. Er bestätigt, dass immer wieder neu formierte Gruppierungen auftauchen. Die Stadt stehe momentan jedoch nicht mit betroffenen Eigentümern in Kontakt.

«Mehrheitlich werden friedliche Lösungen gefunden», so Glauser weiter, nur an der Quellgasse habe es vor ein paar Jahren eine unschöne polizeiliche Räumung gegeben. Es gibt zwei Situationen, in denen die Stadt im Prozess um ein besetztes Haus involviert wird: Wenn sich der Eigentümer eines besetzten Hauses an die Stadt wendet und um Vermittlungshilfe bittet. Oder wenn das Gebäude der Stadt selbst gehört.

Eigentümer bestimmen

«Grundsätzlich entscheidet der Eigentümer über das weitere Vorgehen», sagt Glauser. Dieser kann entscheiden, ob er mit den Besetzern einen Nutzungsvertrag abschliessen oder das Gebäude durch die Kantonspolizei räumen lassen will.

Die Stadt Biel lässt also grundsätzlich die Eigentümer den Takt vorgeben. Laut Glauser schaltet sich die Stadt jedoch ein, wenn die Sicherheit der Bewohner beeinträchtigt wird oder es Beschwerden von Nachbarn gibt. «Die besten Lösungen», sagt Glauser, «sind eine Einigung per Vertrag oder ein friedliches Beenden des Besetzens.»  cst/flo

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Kommentare

heidy70

Wie alt sind sie? Versuchen sies mal mit arbeiten!


steph

Biennensis scheint mir in jeglichen Themen kompetent zu sein. Wie wäre es mit einer politischen Karriere, so zu sagen um alles besser zu machen?


Biennensis

Frage: „Welche Möglichkeiten bieten sich mir als Autonomer um meine Einnahmen (Sozialhilfe?) aufzubessern?“ Eine mögliche Antwort zur Frage könnte die unerlaubte Hausbesetzung an der Seevorstadt 75 durch die «La Katapultianer» sein.“ Daraus "lernen" wir: „Mit nur 10 «La Katapultianer» ist die städtische Abteilung für Öffentliche Sicherheit bereits ausgehebelt!“ Ähnliche Beispiele hierfür gibt es zur Genüge: Pianofabrik, Eisstadion, Swatch Group, Seevorstadt 75, das Thema Fahrende (etz. = usw.). Was sagt die Behörde dazu: „Die Wohnformen seien bekannt, friedliche Lösungen für „ihre“ Hausbesetzer werden gesucht.“ Auch Simonetta Sommaruga hat einen Glauben: „Der Glaube nach noch mehr Toleranz“… PS: Das Kollektiv «La Katapult» ist an sich schon ein Wiederspruch: „Mit der Hausbesetzung wollen sie ja ein Zeichen gegen eine Kapitalistische Stadtentwicklung setzen. Dabei werden sie ohne Miete zu zahlen gleich selbst zu Kapitalisten. Sowas nennt sich dann wohl Kapitaloptimierung. Aus «La Katapult» wird wohl bald «La Kapitalist»? Frage: „Wann geht’s an die Börse… (?)“


Gulliver

@Rowoltz: Ein Wunder hat das BT nicht noch eine Kontaktadresse für alle welche sich dem Haufen anschliesen wollen publiziert. Dieser Bericht veranschaulicht die einmal mehr die politische Gesinnung dieses Blattes.


rowoltz1955

Ja bravo BT - ein Haufen Gesetzesbrecher und genau diese erhalten wieder einmal die Frontseite !!!!


Gulliver

Gegen Kapitalismus sein und von der Sozialhilfe leben. Ich hoffe die sind wenigstens konsequent "alternativ".


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