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Agglolac

Der Investor ist gefunden

Ein weiterer Meilenstein der Vision AGGLOlac ist erreicht: Die Gemeinderäte von Nidau und Biel haben die Immobiliengesellschaft Mobimo AG als privaten Partner bestimmt.

  • 1/9 Der künftige Partner von Agglolac soll auch Wohnraum kaufen – dies ist laut der Lex Koller nur einer Schweizer Firma
  • 2/9 Wird Agglolac einst gebaut, wird wohl im Vorfeld gegraben – doch Details sind keine bekannt. Bild: ky
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(mt) Die Gemeinderäte von Nidau und Biel haben an einer gemeinsamen Sitzung am 4. Mai 2012 den privaten Partner bestimmt, mit dem die beiden Städte das Projekt AGGLOlac planen und realisieren wollen. Die Wahl fiel auf die Immobiliengesellschaft Mobimo AG mit Sitz in Küsnacht. Diese verfüge über die geeigneten Strukturen, über die erforderlichen finanziellen Kapazitäten und über grosse Erfahrungen mit Projekten vergleichbarer Grösse und Komplexität. Mobimo bringe damit ideale Voraussetzungen mit, um AGGLOlac erfolgreich zu realisieren.

Auf die Ausschreibung zur Wahl eines Investors und Projektentwicklers hatten sich ursprünglich fünf Interessenten gemeldet. Nach einem Zwischenentscheid des Auswahlgremiums verblieben drei Bewerber, von denen sich einer im Verlauf der weiteren Verhandlungen zurückzog. Die Planungsvereinbarung unterzeichnet und die erforderliche Bankgarantie von CHF 4 Mio. vorgelegt haben schliesslich die Mobimo AG sowie die als Projektgesellschaft LakeCity auftretenden Firmen Steiner AG und Privera Invest AG. Mit den zwei sehr guten Offerten lag der Projektleitung AGGLOlac die Bestätigung vor, dass das anspruchsvolle Vorhaben von namhaften Firmen als machbar beurteilt wird.

Mehrere Gründe führten laut einer Medienmitteilung der Städte Biel und Nidau dazu, dass sich die Behörden von Nidau und Biel für eine Partnerschaft mit Mobimo entschieden haben.

Finanzielles
Mobimo präsentierte das attraktivere Kaufpreisangebot mit einem festen Preis von CHF 917 pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche (BGF), unabhängig von der letztlich realisierten BGF. Im Angebot von LakeCity variierte der Quadratmeterpreis je nach BGF (Stufenmodell). Bei angenommenen 120'000 m2 BGF waren die beiden Offerten zwar identisch (CHF 110 Mio.), mit anderen Annahmen bezüglich BGF wären den Grundeigentümern Nidau und Biel aber Mindereinnahmen von zum Teil mehreren Millionen Franken entstanden. Mobimo unterbreitete zudem ein transparenteres System zur Anpassung des Kaufpreises an die Teuerung und offerierte einen Bonus von CHF 2 Mio. bis CHF 6 Mio. für den Fall, dass der Landkaufvertrag innerhalb von drei bis fünf Jahren beurkundet wird.

Organisation und Zusammenarbeit
Mobimo tritt gleichzeitig als Projektentwickler und als Investor auf. Die internen Strukturen sind einfach und transparent, für Nidau und Biel ist ein einziger Ansprechpartner vorhanden, der sämtliche Leistungen «aus einer Hand» bieten kann. Für den Fall von Differenzen innerhalb des Lenkungsgremiums zeigte sich Mobimo zudem bereit, auch Mehrheitsbeschlüsse zu ermöglichen, während LakeCity in jedem Fall auf Einstimmigkeit pochte.

Langfristigkeit und Referenzen
Beide Bewerber konnten mehrere erfolgreich realisierte oder geplante Projekte von vergleichbarer Grösse und Komplexität wie AGGLOlac vorweisen. Letztlich mehr überzeugt hat aber auch in diesem Bereich die Mobimo AG.

Wie weiter?
Als nächster Schritt wird das Geschäft im November den Stadträten von Nidau und Biel unterbreitet. Diese müssen dabei die Planungsvereinbarung, den Vertrag über den Werte- und Risikoausgleich zwischen den beiden Gemeinden, die Gründung der Projektgesellschaft Agglolac sowie den Kreditantrag für den städtebaulichen Wettbewerb genehmigen. Gleichzeitig sollen sie über die Erkenntnisse der derzeit noch laufenden Phase Zusatzabklärungen (bezüglich Archäologie, Baugrund, ISOS etc.) informiert werden.

Die Vision Agglolac
Die Städte Nidau und Biel wollen auf dem Gelände des ehemaligen Expo-Parks in Nidau ein neues, attraktives Wohnquartier für verschiedene Anspruchsgruppen schaffen; dazu gehört auch die Möglichkeit für die Realisation von Genossenschaftswohnungen. Zu diesem Zweck wurde ein privater Partner gesucht, welcher in einem gemeinsam mit den beiden Städten, insbesondere mit der hoheitlich zuständigen Stadt Nidau, zu organisierenden städtebaulichen Wettbewerb die Grundlagen für die Überbauung des Geländes erarbeitet und anschliessend von den Grundeigentümern, hauptsächlich der Stadt Biel, das notwendige Land erwirbt. Mit dem Erlös aus dem Landverkauf soll die Infrastrukturbereitstellung finanziert werden.

Die Städte Nidau und Biel erhalten vom privaten Investor die notwendigen Sicherheiten, dass dieser seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann. Die entsprechenden Meilensteine sind so geplant, dass die Realisierung durch den privaten Investor als gesichert ist. Die öffentliche Hand ihrerseits behält alle planungsrechtlichen Kompetenzen in ihrer Hand.
Erst im Rahmen des nun folgenden städtebaulichen Wettbewerbs wird bestimmt werden, welche Flächen frei gehalten werden können und sollen. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, unter anderem die Anforderungen der Archäologie, die Verhältnisse des Baugrundes oder ISOS (Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz).

Die Realisierung der Vision Agglolac wird erst in einigen Jahren beginnen, da der als nächster Schritt, nach positiven Parlamentsentscheiden in beiden Städten, durchzuführende städtebauliche Wettbewerb sowie der nachfolgende Erlass der planungsrechtlichen Grundlagen einige Zeit in Anspruch nehmen werden.

Stichwörter: AGGLOlac, Mobimo

Kommentare

fastiknart

Ich finde eben, das Volk soll nicht zuerst abstimmen, bevor man überhaupt beginnt, Abklärungen zu treffen. Denn dann gibt es eine Pro-Contra-Polemik über etwas, von dem man noch gar nicht weiss, was es ist (oder sein könnte). Im Übrigen sind die Finanzkompetenzen in jeder Gemeinde geregelt. Auch wenn Agglolac zuletzt so nicht realisierbar sein sollte, haben die Abklärungen doch Erkenntnisse gebracht, die man auch für ein anderes, späteres Projekt nutzen könnte - also keineswegs verlochtes Geld, sondern - wie Sie richtig schreiben - Planungssicherheit für Investoren. Und schliesslich wehre ich mich gegen den Begriff der "kompletten Überbauung" der Region im Zusammenhang mit Agglolac. Komplett überbaut wird die Region allenfalls durch eine viel zu liberale (und beliebige) Bautätigkeit auf dem Land (immer weiter in die Landschaft ausufernde Einfamilienhaussiedlungen, wo wenige Menschen extrem viel Platz beanspruchen und erst noch als Pendler gewaltige Kosten verursachen). Da finde ich Agglolac die richtige Antwort auf eine Entwicklung, die unser Land zur Agglowüste macht. Die bisherigen Agglolac-Pläne (siehe Ausschreibungsdossier für die Investoren) zeigen zudem, dass zwar in einem zentralen Bereich sehr dicht und "urban" überbaut werden soll, dass aber gleichzeitig darum herum viel Grün- und Freiraum bleibt, der endlich so hergerichtet werden kann, dass er der Bevölkerung einen Nutzen bringt. Schauen wir uns doch mal Thun, Zürich, Genf und viele andere Städte mit Seeanschluss an. Dort leben die Städte an ihrem See. Hier nennen wir diese Zone Hundemätteli (nomen est omen...). Man verstehe mich nicht falsch: ich finde eine kritische Diskussion über Agglolac wichtig. Sie sollte sogar viel intensiver geführt werden. Ich habe nur immer wieder Mühe mit jenen, die aus dem Bauch heraus (oder aus welchem Grund auch immer) unbelegbare Behauptungen anstellen oder alles schlecht machen, was neu ist. Unsere Städte und Infrastrukturen entwickeln sich sich seit Anbeginn ständig, altes vergeht, neues entsteht. Wenn das nicht mehr möglich ist, dann gute Nacht... (und mit dieser Kritik meinte ich jetzt nicht Sie!)


Gaba

Ja, die Berichte zu den Testgrabungen wurden ja erst vor Kurzem veröffentlicht. Aus Sicht der Projektleitung waren diese Abklärungen sinnvoll und notwendig, keine Frage. Zudem: Man weiss nun exakt, wo welche Funde zu erwarten sind (und dabei gab es auch Überraschungen, denn man fand an Orten gewisse Gegensände, wo man keine vermutet hat und umgekehrt). Somit hat der Private Investor eine gewisse Plaungssicherheit - der Investor trägt auch, wie Sie richtig sagen, die Hauptverantwortung. Dies ist begrüssenswert und dies habe ich auch so geschrieben. Dass nun endlich ein Projekt eingeleitet wird, um die finanziellen Probleme von Nidau und Biel ein bisschen einzudämmen und vor allem, dass die brachliegende Fläche an bester Lage verwertet wird ist ebenfalls begrüssenswert. Doch meines Erachtens haben beide Regierungen den Ball aus den Augen verloren - eine komplette Überbauung der ganzen Region im Stil "Kleinvenedigs" ist schlicht und einfach nicht machbar und zu überdimensioniert. Gewisse Bauten sollte man dort lassen wo sie heute stehen. Sie sagen weiter richtig - darüber wird das Volk letztendlich habstimmen können und das ist auch gut so. Einzige Kritik meinerseits: Die Abstimmung über den Grundsatzentscheid hätte bereits vor den Abklärungen stattfinden sollen. Denn die "paar hunderttausend Franken" sind eben doch ein bisschen höher ausgefallen, als im Voraus angenommen. Und DARÜBER hat das Volk nicht befunden. Die Regierungen vorlochen wohl rund 1 Million CHF bis das Projekt überhaupt gestartet wird. Über solche Summen MUSS das Volk zuerst befinden. Nun, das liegt nun in der Vergangenheit und wir sollten nach vorne blicken - wie lässt sich das Projekt am sinnvollsten umsetzen - das ist nun die grosse Frage, welche sich der Investor und die Regierungen stellen muss.


fastiknart

@ MIS: Bis jetzt wurden ein paar Hunderttausend Franken in Abklärungen investiert. Diese Beträge wurden vom Souverän (den vom Volk gewählten Stadträten von Biel und Nidau) bewilligt. Was das Regiotram mit diesem Geschäft zu tun hat, ist mir schleierhaft. Und ob das Tram durchs «Grafenstädtchen» fahren wird, wage ich mal zu bezweifeln. Dass es fahren wird, hoffe ich doch sehr! @ TheDoc: Man wird nicht irgendwo eine Münze oder ein Stäckli finden, sondern ganz viele davon, und zwar an Orten, die man schon ziemlich genau bestimmen kann. Also bitte nicht einfach Behauptungen in die Welt setzen, sondern sich informieren, zB. hier: http://www.agglolac.ch/projektdokumentation/archaeologie/ (-> Download). Dort steht auch, warum und wie man trotz Münzen und Stäckli dort bauen kann. Und verlocht wurde bisher gar nichts. Ohne genaue Abklärungen (Archäologie, Altlasten, Baugrund, wirtschaftliches Potenzial usw.) würde auf diesem Areal noch mindestens weitere 100 Jahre nichts passieren. Von nichts kommt eben nichts. Das Volk wird auch mitreden dürfen, nämlich dann, wenn über die Zonenplanänderung und die Landverkäufe abgestimmt wird. Den Hauptteil des finanziellen Risikos trägt der Investor, nicht Nidau oder Biel. Bitte seriös bleiben!


Gaba

Nidau hat ein Problem: Rückläufige Bevölkerung, viele Sozialfälle (7%) und ein knapp schwarzes Budget durch extrem hohe Gemeindesteuern (+ extrem hohe Kantonssteuern). Weiter belegt Nidau hinter Bern und Biel den 3. Rang auf der Kriminalitätsstatistik 2011 im Kanton Bern Trotz der unglaublich schönen Lage, ist es vermeintlich unattraktiv hier zu wohnen. Kann da AggloLac helfen? Ein riesiger Unsicherheitsfaktor sind die Archäologischen Ausgrabungen. Wenn man irgendwo unerwartet eine Münze oder ein Stäckli findet, könnte das ganze Unterfangen still gelegt werden. AggloLac in einer etwas kleineren Form (sprich: Weniger protzig, weniger bebaute Fläche) wäre aus meiner Sicht die richtige Wahl. Lassen Sie deshalb bitte die beiden Tennisclubs und die restlichen Gebäude rund um den Barkenhafen so wie sie sind. Entscheidend ist, dass die brachliegende Fläche sinnvoll genutzt wird und die Gegend generell womöglich etwas aufgewertet wird. Neue, vermögende Steuerzahler und Geschäfte sollen angelockt werden. Dass das Projekt von privater Hand geführt wird, ist sicherlich sinnvoll. Doch bevor auch nur irgend ein Stein umgedreht wird, sollte nun endlich das Volk befragt werden: Es wurden bereits 800'000 CHF für Abklärungen, Studien, usw. verlocht. So nicht!!!


MIS

Einmal mehr staune ich, was da alles geplant und investiert wird bevor der Suverän, das Stimmvolk, gefragt wird, ob die Grössenwahnsinnige Sache überhaupt realisiert werden soll... was war da letztens noch, ach ja, wie beim Trämmli durch das Grafenstädtchen Nidau und durchs Stadtzentrum von Biel...


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