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„Krawattenzwang“

Das Warum und Wie der Kinder – wir können lernen

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Das Warum und Wie der Kinder – wir können lernen.

Bernhard Rentsch
  • Dossier

Am letzten Donnerstag war Zukunftstag – wirklich kein Krawattentag. Aber beim BT Chefsache. Bereits seit drei Jahren bereite ich den Besuch von Kindern an diesem speziellen Tag persönlich vor und lasse es mir auch nicht nehmen, das Programm aktiv mitzuleiten. Denn es ist immer wieder toll, mitzuerleben, wie anders Kinder unseren Alltag sehen und erleben. Und wie anders sie die journalistischen Aufgaben anpacken.

Natürlich, der Tag ist auch immer ein Energiefresser und anstrengend. Schliesslich zeigen wir den Besuchern die Redaktionen unserer Mediengruppe von der besten Seite und bieten ein Programm an, das "fägt". Diesmal war es ein Besuch beim EHC Biel in der Tissot Arena. Das Team von Kevin Schläpfer (damals noch im Amt, gestern haben sich die Ereignisse bekanntlich überschlagen) bereitete sich auf die zwei Partien gegen Langnau und Zürich vor, die schliesslich beide verloren gingen. Dabei – und so einfach hat es der elfjährige Saliou im BT vom Freitag beschrieben – müssen doch nun Siege her. Denn: "Biel ist unter dem Strich. Und wenn man unter dem Strich ist, kann man nicht bei den Playoffs mitspielen. Und dann kann man nicht Meister werden." Klar, so einfach ist das.

Warum denn die Spieler das Tor nicht treffen, war die meistgestellte Frage der Kinder im Training. Ja eben: warum? Die Farben der Dresses interessierten, und wie dann diese zugeteilt würden. Die Besten in Rot, oder in Blau? Nein, da steckt Taktik dahinter – eine Taktik von einem erwachsenen Trainer, die aus Kindersicht wohl gar nicht so kompliziert wäre. Gewinnen, fertig.

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten haben auch unsere 11- bis 13-jährigen Gäste mitbekommen. Nicht via Zeitung – die wird von dieser Generation (leider) nicht mehr gelesen. Positiv ist dennoch, wie gut die Kinder informiert sind. Sie haben ihre Quellen und sie nutzen diese. Keine schlechten Zukunftsaussichten für den Überbringer von Informationen. Die interessieren und werden genutzt, halt einfach nicht mehr auf Papier – "so wie früher".

Warum denn nicht positiver über den Neugewählten berichtet werde – er habe doch gewonnen? Und über Siege des EHC werde doch auch positiv berichtet. Haben wir da bei den Medien etwas verpasst? Die Lehre, näher bei den Menschen zu bleiben und zu merken, woher der Wind weht, wurde im Zusammenhang mit der Trump-Wahl mehrfach angetönt. Wir wollen und können unsere Verankerung auch lokal und regional verbessern. Also: Ein Merci an die Besucherinnen und Besucher beim Zukunftstag, auch für mich ein Lehrtag.

Einverstanden? Schreiben Sie mir Ihre Meinung.

brentsch@bielertagblatt.ch
Twitter: @BernhardRentsch

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