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Biel

Das AJZ ist noch immer auf Sponsorensuche

Das Autonome Jugendzentrum muss für den Ausbau des Chessus rund 1,5 Millionen Franken auftreiben. Kein einfaches Unterfangen. Deshalb werden die Arbeiten wahrscheinlich erst 2017 beginnen.

Um die rund 1,5 Millionen Franken zu beschaffen, die für den Umbau erforderlich sind, veranstaltet das AJZ am 29. August ein Galadinner. Archiv/BT

von Kevin Schlüter

1,5 Millionen Franken. So viel Geld muss das Autonome Jugendzentrum (AJZ) beschaffen, damit die Renovierungs- und Umbauarbeiten rund um den Gaskessel beginnen können. Die 2,8 Millionen Franken, welche die Stadt 2011 bewilligte, sollten ursprünglich für den Umbau genügen. Im Februar dieses Jahres korrigierte das Bieler Architekturbüro rk studio, welches für das Projekt Biel reste Biel - Coupole bleibt Coupole zuständig ist, die Rechnung aber nach oben (das BT berichtete). Für die AJZ-Mitglieder stellte dies einen harten Schlag dar.

Fünf Monate später hat sich die Frustration in Optimismus verwandelt. «Wir haben uns mächtig ins Zeug gelegt und einen umfassenden Fundraising-Plan erstellt. Wir möchten diese weitere Frist nutzen, um langsam, aber sicher voranzukommen», sagt Tina Messer, die beim AJZ dem Bauvorstand angehört.

 

T-Shirt und Galadinner

Als erste Aktion organisierten die Gaskessel-Vertreter anlässlich der letzten Auflage der Barbarie, die im Juni stattfand, einen T-Shirt-Verkauf. «Ein toller Erfolg», stellt Messer fest und freut sich, dass über die Hälfte der T-Shirts mit dem speziellen Aufdruck verkauft werden konnte. «Jedes Exemplar kostete 35 Franken. Dieser relativ hohe Betrag ist auf die gute Gewebequalität zurückzuführen. In Anlehnung an das diesjährige 40-Jahr-Jubiläum des Chessus haben die grosszügigsten Käuferinnen und Käufer 40 Franken bezahlt.»

Tina Messer weist auch auf das nächste grössere Event hin. Am 29. August findet im Gaskessel ein öffentliches Galadinner statt. Zubereitet wird dieses vom Bieler Koch Philippe Berthoud, der sich auf die Haute Cuisine und Molekularküche spezialisiert hat. «Er hat ein offenes Ohr für unsere Anliegen und uns angeboten, sich gratis an den Herd zu stellen», freut sich das AJZ-Mitglied.

Das sechsgängige Menü kommt die Teilnehmenden auf mindestens 150 Franken zu stehen. «Wer mehr bezahlen möchte, darf dies gerne tun. Gönner, die sich mit einem Betrag von über 1'000 Franken beteiligen, werden als offizielle Sponsoren erachtet», sagt Messer, die mit rund 60 bis 100 Teilnehmenden rechnet.

 

Sponsorensuche

Auch wenn die bisherigen Aktionen erfolgreich verlaufen, reichen sie nicht aus, um die Arbeiten zu finanzieren. Tina Messer ist dies völlig klar: «Statt einen grossen Profit zu erzielen, möchten wir vor allem die Öffentlichkeit auf unsere Lage aufmerksam machen. Zur Information haben wir auch rund 5'000 Kleber verteilt, die sich bereits auf Bieler Mauern befinden könnten.» Um die rund 1,5 Millionen Franken aufzutreiben, die erforderlich sind, macht sich das AJZ auf Sponsorensuche. «Wie die Kufa in Lyss möchten wir gerne von lokalen Vereinen und grossen privaten Sponsoren unterstützt werden», sag Tina Messer. Dabei spielt sie auf die Umbauarbeiten des Lysser Kulturzentrums an, die vor fünf Jahren erfolgten.

Die Vertreter des Chessus setzen momentan alles daran, um ein transparentes Dossier zusammenzustellen. Dieses soll insbesondere ein klares Budget für die Saison 2015-16 umfassen. Man verfüge laut Meser über rund 200'000 Franken. «Unsere Rechnung zu erstellen, war eine anstrengende und gleichzeitig interessante Arbeit. Unser Haupteinkommen bilden Subventionen in der Höhe von 90'000 Franken. Dazu kommen Einnahmen von 40'000 bis 60'000 Franken, die aus unseren Aktivitäten im Gaskessel stammen. Was die Ausgabenseite anbelangt, werden die höchsten Kosten durch Wasser und Strom verursacht.»

 

Frühestens 2017

Als letzte potenzielle Einnahmequellen figurieren auch der Kanton und die Gemeinden auf der Versandliste des AJZ. «Wie die Kufa im Jahr 2010 möchten wir uns an den kantonalen Lotteriefonds wenden. Gleichzeitig haben wir bei den Gästen des Gaskessels eine Umfrage durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass unser Kulturangebot nicht nur der Bieler Bevölkerung, sondern auch den Leuten im Seeland und dem Berner Jura zugute kommt.»

 

«Noch haben wir Zeit»

Laut den Aussagen von Tina Messer sollte das AJZ-Dossier schon diesen Herbst versandbereit sein. Die Ausschreibung kann aber erst erfolgen, wenn die Bieler Behörden grünes Licht erteilt haben. «Wir verfügen bereits über ein Baurecht, schliessen aber allfällige Einsprachen insbesondere der Nachbarschaft nicht aus», stellt Tina Messer fest.

Sie rechnet damit, dass die Arbeiten erst 2017 beginnen können. «Wahrscheinlich im Frühling», meint sie. Die junge Frau lässt sich durch diese Verzögerung aber nicht aus der Ruhe bringen: «Wir werden sie nutzen, um das 40-jährige Bestehen des Gaskessels würdig begehen zu können. Dank dem zusätzlichen Franken, der derzeit zur Finanzierung des Ausbauprojekts auf den Eintritten erhoben wird, können wir unser Fundraising beschleunigen. Das Esplanade-Projekt scheint sich ebenfalls verzögert zu haben. Die Gestaltung des Laure-Wyss-Parks, der sich gerade nebendran befindet, wird erst 2018 abgeschlossen sein. Wir haben somit noch Zeit, so Messer. »

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