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Bieler im «heiligen Krieg» getötet

Ein Jugendlicher aus Biel wurde im Frühjahr 2006 im Irak getötet. Der radikale Muslim war in den Dschihad gezogen.

Arrahman-Moschee: Bevor der junge Bieler in den heiligen Krieg zog, ging er hier hin, um zu beten. Bild: Adrian Streun

Die «Sonntagszeitung» berichtete über den Fall eines jungen Bielers, der im Irak getötet wurde. Der Sohn einer tunesischen Familie, die im Jahr 2000 in die Schweiz gekommen war, verkehrte nach seiner Ankunft in der Schweiz in der Bieler Arrahman-Moschee. In jener Moschee also, in der auch der umstrittene Präsident des Islamischen Zentralrats, Nicolas Blancho, lehrt.<br>Entgegen einer früheren Aussage in der «Arena» des Schweizer Fernsehens gibt Blancho im Artikel zu, den Jugendlichen gekannt zu haben. Dieser habe jedoch keines seiner Seminare besucht, sondern sei nur zum Beten in die Moschee gekommen.<br>Und auch wenn der Jugendliche in Kontakt mit Blancho stand, so ist der Nachrichtendienst des Bundes der Meinung, dass der Tunesier sich «selbst radikalisiert» hat, wie er gegenüber der «Sonntagszeitung» sagt – vor allem über das Internet. Ähnlich sieht es Stadtrat und Lehrer Alain Pichard, der Blancho von dessen Geburt an kennt: Er glaube nicht, dass Blancho versuche, Junge für den Dschihad zu rekrutieren – doch die Gefahr, die von Blancho ausgehe, sei jene, dass er eine muslimische Parallelgesellschaft anstrebe.<br>Auch wenn man den Fall als Einzelfall betrachten will – die Geschichte des jungen Bielers ist im wahrsten Sinne des Wortes radikal:Zweimal flog er von Zürich nach Syrien und versuchte, sich der al-Qaida anzugliedern. Beim ersten Mal scheiterte er und kehrte in die Schweiz zurück. Im September 2005 gelangte er jedoch von Damaskus in Syrien nach Bagdad im Irak. Hier gelang es ihm, sich der irakischen al-Qaida anzuschliessen und unter dessen Führer al-Zarqawi in den Kampf gegen die amerikanischen Truppen zu ziehen. Er wurde im Frühjahr 2006 getötet.<br>Ein weiteres Jahr dauerte es, bis die Familie des Jugendlichen erfuhr, dass er gestorben war. Im Internet fanden sie ein Bild: Darauf war der Zwanzigjährige mit einer Kalashnikow zu sehen – gefeiert als gefallener Märtyrer.

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