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Auf Hugo durchs urbane Biel

Tourismus Biel Seeland bietet neu Stadtführungen auf elektronischen Trottinetten an. Tourismusdirektor Oliver von Allmen will den Touristen unbekanntere Orte zeigen – und so führt die Tour zum Güterbahnhof, auf die Schüssinsel und ins ehemalige Gurzelenstadion.

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von Carmen Stalder

Knallbunt sind sie, die Elektro-Trottinette, die akkurat auf der Esplanade aufgereiht sind. Knapp 30 Kilogramm bringt eines auf die Waage und mit 20 Stundenkilometern geht es auf ihnen vorwärts. Ab sofort stehen die sogenannten Hugo-Bikes im Dienst von Tourismus Biel Seeland. Dieser bietet neu eine Stadtführung durch das «urbane Biel» an: In1 Stunde und 45 Minuten bringt sie Gäste an Orte, die nicht auf einer klassischen Sehenswürdigkeiten-Tour stehen würden – sofern man denn in Biel von Sehenswürdigkeiten sprechen kann.

Treffpunkt für die Tour ist die Esplanade, wo sich die aktuelle Stadtentwicklung besonders gut beobachten lässt. Und: Hier steht das «Matterhorn von Biel», wie Stadtführer und Kunsthistoriker René Koelliker das Kongresshaus nennt. Das ist vielleicht etwas sehr hochgegriffen, aber wie sich an diesem sonnigen Morgen das markante Gebäude in den Pfützen der Esplanade spiegelt – das hat etwas. Koelliker ist einer von zehn Führern, die Tourismus Biel Seeland für die neue Tour ausgebildet hat.


Einfacher als Segway

Die Runde unterscheidet sich von Klassikern wie der Altstadtführung, indem sie einen auch an Plätze führt, die nicht im herkömmlichen Sinne schön sind – aber eine spannende Geschichte zu erzählen haben. So geht es als erstes zum Güterbahnhof, «ein wichtiger Ort für die Bieler Wirtschaft», so Koelliker.

Das Fahren auf dem elektrisch betriebenen Gefährt ist unkompliziert – einfacher noch als auf dem Segway, den Tourismusdirektor Oliver von Allmen vor einem Jahr als neue Attraktion eingeführt hat. Auf dem Trottinett gilt es dieselben Regeln einzuhalten wie auf dem Fahrrad: Man fährt auf der Strasse und muss beim Abbiegen die Hand ausstrecken.
Als sich Koelliker auf die Suche nach einer geeigneten Route gemacht hat, die möglichst wenig Verkehr aufweist, war er besonders vom Holunderweg sehr angetan. Dieser wird von Graffiti-Künstlern als Leinwand benutzt und ändert alle paar Wochen sein Gesicht.


Neuer touristischer Magnet

Nach den Themen urbanes Leben und Wirtschaft gelangen die Trottinett-Fahrer nun in die Uhrenindustrie: Bei der Omega wird seit Jahren wie wild gebaut. Die riesige hölzerne Schlange des weltbekannten japanischen Architekten Shigeru Ban nimmt immer mehr Form an und wird wohl schon bald zu einem touristischen Leuchtturm für Biel.Koelliker erzählt von den Anfängen der Uhrenindustrie in der Stadt und verknüpft damit Vergangenheit und Gegenwart.

Die neue Tour führt an Orte, an denen Neues entsteht oder schon entstanden ist. So geht es als Nächstes passend zum Thema Stadt und Natur auf die Schüssinsel, diese preisgekrönte grüne Anlage, die derzeit von rotblühendem Mohn überwachsen ist. In der Buvette gibts ein Znüni, «das ist in der Tour inbegriffen», sagt von Allmen und beisst in einen Nussgipfel der Stiftung Battenberg, die das Lokal betreibt (das BT berichtete).

Die Hugo-Bikes stammen ursprünglich aus Tschechien, wo sie etwa in der Hauptstadt Prag an Touristen vermietet werden. Felix Berger von der bernischen Berger Events GmbH wurde von einer Kollegin auf das Gefährt aufmerksam gemacht und hat das Angebot im Frühling in die Schweiz gebracht. Aktuell gibt es die E-Trottinette nur in Biel, wohin sie Berger für eine Saison ausgeliehen hat.


Brot backen statt Bälle spielen

Von Allmen träumt schon davon, das neue Angebot auszuweiten. Ihm schwebt etwa vor, Touren zwischen Aarberg und Büren anzubieten – die Hugo-Bikes können auch auf Naturstrassen fahren und mit einer Akkuladung bis zu 50 Kilometer zurücklegen. Als Zielgruppe nennt von Allmen wie bei den Segways Geschäftsleute, die für Seminare oder Kongresse in der Stadt weilen, Vereine und Gruppen aus der ganzen Schweiz sowie Leute aus der Region, die ihr Zuhause einmal anders erleben wollen. Für eine maximal zehnköpfige Gruppe kostet die Führung 495 Franken und ist damit je nach Anzahl Teilnehmer günstiger als die Segway Tour (ab 99 Franken pro Person).

Letzte Station ist das alte Gurzelenstadion, wo Koelliker zum Thema Sport referiert. Obwohl, derzeit sieht man wegen der langen Weizenhalme, aus denen durch und durch bielerisches Brot entstehen soll, kaum mehr den Tennisrasen – beides Projekte, die in der Zwischennutzung Terrain Gurzelen entstanden sind.

Anschliessend geht es auf dem gleichen Weg zurück ins Stadtzentrum. Was von der Führung bleibt, ist die Diversität Biels – und der Gedanke, dass sich die Stadt in einem grossen Wandel befindet.

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