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„Krawattenzwang“

Auch Junge lesen uns!

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Auch Junge lesen uns!

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Ganz Junge lesen keine Zeitung (mehr) – mit diesem Urteil werden die Printredaktionen seit Jahren konfrontiert. Und sie werden aufgefordert, doch dringend etwas dagegen zu tun. Junge Themen oder noch diffuser: Themen für junge Familien müssen her. So die Forderung der Marketingleute.

Wirklich? Gut möglich und sicher kein schlechter Weg, um die Zukunft von Zeitungen und Zeitschriften anzupeilen. Und wir tun was. Beim Bieler Tagblatt wird intensiv an der „Zeitung der Zukunft“ gearbeitet, mit konkreten Vorstellungen, was das ist. Die Zeitungsmacher wie die Zeitungsleser tun gut daran, sich auf (weitere) Veränderungen vorzubereiten. Denn, was sicher ist: Wenn wir nichts tun, ist uns der Untergang gewiss.

In der Tat ist die Leserschaft einer Tageszeitung statistisch überaltert – genauso wie das Wartzimmer des Hausarztes oder der Wartsaal im Hauptbahnhof oder die Besucher einer Kunstausstellung. Aber weder der Arzt, noch der Wartsaal, noch die Kunstausstellung werden abgeschafft. Sie wandeln sich und passen sich den Bedürfnissen an. Das tun auch Tageszeitungen. Jede Veränderung ist auch eine Chance – kommen Sie mit uns auf die Reise!

Übrigens: Die eingangs gepredigte Weisheit, die unsere Berufsgattung regelmässig in Depressionen stürzt, wird im Einzelfall nicht bestätigt. Wo haben die Gymeler am Wahlwochenende am vorletzten Wochenende die Resultate der regionalen Kandidaten im Detail erfahren? „Im Bieler Tagblatt“, wurde mir vor wenigen Tagen im Rahmen einer Diskussion mit einer Gymerklasse bestätigt. Und zwar nicht, weil sie besonders schnell verfügbar waren oder extrem cool präsentiert wurden. Nein, weil die jungen Nutzer sicher waren, dass die Informationen stimmen.

Na also, immerhin!


brentsch@bielertagblatt.ch
Twitter: @BernhardRentsch

 

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