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Alain Pichard geht im Streit

Biels bekanntester Lehrer Alain Pichard hat seine Stelle gekündigt. Gründe sind seine Frustration über die Bieler Schulpolitik und sein Zerwürfnis mit Pierre-Yves Moeschler.

  • 1/13 Kritisiert die «Bieler Bildungsbürokratie»: Alain Pichard wollte und konnte die hiesige Schulpolitik und deren für
  • 2/13 «Brauchen wir Beratungsstellen für Menschen, die sich von Schnitzelbänken bedroht fühlen?» Bild: as
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CD/ken. Nach zehn Jahren Tätigkeit als Realschullehrer am Oberstufenzentrum Madretsch hat der streitbare Schulkritiker und grünliberale Stadtrat genug: Er hat am Donnerstag seine Kündigung eingereicht und wechselt überraschend als Lehrer nach Orpund, wo nach moderneren Methoden (Modell 3b) unterrichtet werde. <br><br>Im Interview mit dem «Bieler Tagblatt» kritisiert Pichard die «Bildungsbürokratie», die Lehrer an der Arbeit hindere: «Wir haben eines der teuersten Schulsysteme und kriegen es nicht hin, dass alle Schulabgänger ausreichend lesen und schreiben können.» <br><br>In Biel befassten sich 27 Institutionen mit schulischen Fragen; Schuldirektor Pierre-Yves Moeschler habe 60 Stellen geschaffen, welche die Lehrer mit Konzepten, Plänen und Broschüren eindeckten. Der oberste Schulverantwortliche interessiere sich nicht für die Schule: «Er weiss nicht, was an den Schulen abgeht, und er will es offensichtlich auch gar nicht wissen.» Pichard war in den letzten Jahren auch in den nationalen Medien als profilierter Schulkritiker aufgetreten und hatte in den letzten Wochen die Radikalisierung junger Muslime in Biel thematisiert. Deshalb musste er kürzlich eine Vereinbarung unterschreiben, die seine Medienkontakte einschränken sollte.<br><br>Jetzt haben ihn die anhaltenden Differenzen zermürbt, obwohl er seinen direkten Vorgesetzten sowie Schulvorsteher Peter Walther schätzte:«Man kann auf Dauer nicht kritisieren und Angestellter bleiben.» Weniger auskunftsfreudig als Pichard ist Pierre-Yves Moeschler. Die Vorwürfe, die Pichard gegen ihn erhoben hat, will er nicht einzeln kommentieren. «Herr Pichard hat seine eigene Wahrnehmung», wiederholt er mehrmals. «Er denkt, die andern machen alles falsch, inbesondere die Behörden.» In der öffentlichen Debatte zur Schule habe Pichard einen grossen Platz eingenommen, «ohne dass uns seine Überlegungen weitergebracht hätten».<br><br>Dass die Kontakte zu den Medien in einer Vereinbarung geregelt wurden, ist laut Moschler normal und werde auch in anderen Betrieben geregelt. Ob diese Vereinbarung eine Reaktion auf Pichards Verhalten war, wollte Moeschler nicht sagen.<br><br><span style="font-style: italic;">Mehr im BT von heute Samstag oder im E-Paper.</span>

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