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„Krawattenzwang“

66 Jahre alt, Bass-Gitarristin – wow, da geht was

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: 66 Jahre als, Bass-Gitarristin – wow, da geht was.

Bernhard Rentsch
  • Dossier

Christmas Sessions in Biel, seit fünf Jahren Ende November ein Geheimtipp– die Präsentation von internationalen „Altstars“ trifft den Geschmack des (immer grösser) werdenden Publikums. Meinen auch. Und wie, da geht ganz schön die Post ab. Wer am Samstag Suzi Quatro erlebt hat, nimmt mit Staunen zur Kenntnis, dass die Amerikanerin am Bass mittlerweile 66 Jahre alt ist. Und kein bisschen ruhiger als in den Siebzigerjahren – zum Glück. Da war im Theater/Kino Palace etwas los. Und dies trotz der für Konzerte unvorteilhaften Kinobestuhlung. Es lässt sich aber auch so gut stehen und feiern. Und dies während vier Tagen. Fast alle Konzerte waren ausverkauft – der Lohn für den mehrjährigen kontinuierlichen Aufbau. Suzi Quatro mit ihrer Energie und mit ihrem Charisma bot einen tollen Abend – und dies in Biel! Ja, Biel bietet Vieles. Die Fahrt nach Bern, Zürich oder Genf ist nicht nötig.

Das Christmas-Sessions-Team rund um den Lysser Baumeister Enrico Brogini leistet seit Jahren hinter den Kulissen Grosses. Im kleinen Kreis erzählt er, wie es immer wieder gelingt, Legenden nach Biel zu holen. Dass dabei Faktoren wie Tourneeplan, präsentiertes Programm oder bevorzugte Saalgrösse zu berücksichtigen sind, ist die eine Seite. Das verlangte Honorar die andere – auch „wenn mit Geld vieles geregelt werden kann“, wie sich Enrico Brogini ausdrückte. In Biel will und kann man sich aber nicht jede und jeden leisten – richtigerweise. Das Besondere spricht sich aber in der Szene herum – ein Auftritt in Biel gehört in jedes Karrieren-Palmares.

Etwas Denkfalten entwickeln sich nach wie vor beim Blick auf die räumlichen Möglichkeiten in Biel. Ein Theater/Kino ist mit der vorhandenen Bestuhlung nur bedingt geeignet. Für die Christmas Sessions steht wegen dem Umbau des Palace nun sogar der Umzug ins Kongresshaus bevor. Kein Schnöden, kein Meckern: nächstes Jahr sind ganz einfach alle dort mit dabei. Die Organisatoren haben einen Grossauflauf verdient.

Dass sich mit ein wenig Kreativität und mit viel Zusatzarbeiten auch provisorische Übergangslösungen bewähren, beweist seit letzter Woche im Übrigen die BSG: Das Hafenrestaurant Joran ist wegen einem grossen Küchenumbau momentan geschlossen. Gäste werden in dieser Zeit auf der dafür speziell hergerichteten „Siesta“ bedient. Schauen Sie mal im Bieler Hafen vorbei. Mir gefällt das Provisorium gut. Warum nicht jeden Winter ein Schiff zum Restaurant umfunktionieren?


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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