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Brasilien

Regenwald wird rasend schnell vernichtet

Die Vernichtung des Regenwaldes im brasilianischen Amazonasgebiet schreitet so schnell voran wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren.

Symbolbild: Keystone

Zwischen August 2018 und diesem Juli wurden fast 10 000 Quadratkilometer Wald zerstört, was einer Zunahme um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Dies teilte das brasilianische Weltrauminstitut Inpe gestern mit. Bei der Entwaldung handelt es sich um den höchsten Wert seit 2008, als knapp 13 000 Quadratkilometer Regenwald verloren gingen.

Die Umweltorganisation WWF machte die Umweltpolitik des seit Jahresbeginn amtierenden brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro für diese Entwicklung verantwortlich.

«Die neuen Zahlen zeigen, dass die Entwaldung im Amazonas völlig ausser Kontrolle geraten ist. Das geschieht nicht zufällig, sondern ist direkte Konsequenz der Regierung Bolsonaro, die Schutzgebiete und indigene Territorien de facto zum Abschuss freigegeben hat», teilte ein Sprecher von WWF Deutschland mit. Diese Entwicklung müsse «dringend gestoppt werden».

Sollte die brasilianische Regierung ihre Haltung nicht ändern, werde die Abholzung weiter steigen und das Land in Bezug auf den Umweltschutz um 30 Jahre zurückgeworfen, warnte der WWF weiter.

Die Organisation Greenpeace verurteilte die Kürzung der Mittel zur Bekämpfung der Entwaldung seit dem Amtsantritt Bolsonaros. «Seine Regierung wirft praktisch die ganze Umweltschutzarbeit der letzten Jahrzehnte weg», sagte eine brasilianische Greenpeace-Sprecherin.

Der ultrarechte brasilianische Präsident Bolsonaro steht seit Monaten wegen seiner Umweltpolitik international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die kommerzielle Ausbeutung von geschützten Amazonas-Gebieten zu befürworten.

Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an. sda

Stichwörter: Regenwald, Brasilien

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