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Kopenhagen

Einigung in Dänemark: Frederiksen wird Ministerpräsidentin

Die Sozialdemokratin Mette Frederiksen wird neue Ministerpräsidentin Dänemarks. Nach fast dreiwöchigen Verhandlungen einigte sie sich mit den weiteren Parteien des linksgerichteten Lagers auf ein Regierungsabkommen, wie Frederiksen am Dienstagabend mitteilte.

(sda) "Jetzt sind wir am Ziel", sagte sie um kurz vor Mitternacht an der Seite der anderen beteiligten Parteichefs. Ihre Partei will demnach mit einer rein sozialdemokratischen Minderheitsregierung regieren, die von den weiteren Parteien des sogenannten roten Blocks unterstützt wird.

Frederiksens Sozialdemokraten waren bei der dänischen Parlamentswahl am 5. Juni stärkste Kraft geworden, der rote Block hatte insgesamt eine Mehrheit erreicht. Seitdem verhandelten die Wahlsieger mit der Sozialistischen Volkspartei (SF), der Einheitsliste und der sozialliberalen Radikale Venstre (RV) über eine mögliche Zusammenarbeit.

Frederiksen hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, eine Minderheitsregierung anzustreben, die bei den meisten Themen mit dem roten Block kooperieren will. Politisch unterscheiden sich die dänischen Sozialdemokraten unter Frederiksen von anderen Genossen in Europa etwa durch eine striktere Einwanderungspolitik.

Frederiksen, die von den dänischen Medien meist "Mette F." genannt wird, ist nach ihrer Parteikollegin Helle Thorning-Schmidt die zweite Frau, die Ministerpräsidentin Dänemarks wird. Mit 41 Jahren ist sie ausserdem die bislang jüngste Person an der Spitze einer dänischen Regierung.

Aufgewachsen ist die Politikerin in einem Arbeiterviertel in Aalborg. Sozialdemokratische Werte lagen ihr von klein auf im Blut, wie sie selbst sagt. Ins dänische Parlament wurde sie erstmals 2001 gewählt. Unter Thorning-Schmidt war Frederiksen von 2011 bis 2014 erst Arbeits- und bis zur Wahl 2015 anschliessend Justizministerin.

Aus einer früheren Ehe hat Frederiksen zwei Kinder. Sie ist mit dem Filmfotografen Bo Tengberg verlobt.

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