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Phnom Penh

Anführer der Roten Khmer erstmals wegen Völkermordes verurteilt

Ein von der Uno unterstütztes Sondertribunal in Kambodscha hat erstmals Vertreter des Rote-Khmer-Regimes wegen Völkermordes verurteilt. Der einstige Chefideologe Nuon Chea und Ex-Staatschef Khieu Samphan wurden am Freitag des Genozids schuldig gesprochen.

(sda) Sie wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Beide waren zuvor bereits wegen anderer Vorwürfe verurteilt worden. Mit dem Urteil kam der zweite Teil eines Völkermordprozesses gegen die überlebende Führung des Rote-Khmer-Regimes zum Abschluss. Das Tribunal verhandelte seit 2011.

Das Verfahren wurde wegen der vielen Anklagepunkte zweigeteilt. In diesem Prozess ging es um Verbrechen gegen ethnische Minderheiten, Zwangsarbeit, Folter und Zwangsehen während der Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha von 1975 bis 1979.

Khieu Samphan und sein Mitangeklagter Nuon Chea, einst Stellvertreter des Regimeführers Pol Pot, waren bereits 2014 im ersten Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die Roten Khmer wollten eine maoistische Bauerngesellschaft verwirklichen. Sie trieben die Stadtbevölkerung aufs Land, schafften Geld und Schulen ab und zwangen alle Menschen auf die Felder.

Durch Hungersnöte, Zwangsarbeit, Folter und Ermordungen kamen in dem kleinen südostasiatischen Land nach Schätzungen mindestens 1,7 Millionen Menschen um - mindestens 20 Prozent der Bevölkerung.

Nuon Chea und Khieu Samphan sind die einzigen Überlebenden aus der Führungsriege der Roten Khmer. Die ursprünglich ebenfalls angeklagten Ieng Sary und Ieng Thirith waren während der Verfahren gestorben.

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