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Rückblick auf die Weihnachtsausstellung im Centre Pasqu’Art

Die Schweiz in 50 Jahren?

Jedes Jahr stellen Künstlerinnen und Künstler der Region ihre neusten Werke aus. Beim Betrachten der ausgestellten Werke fallen einem jedes Jahr immer wieder einzelne auf. In dieser Weihnachtsausstellung sind mir zwei Werke als besonders interessant aufgefallen.<br>Drei junge Künstler mit Namen Blunier, Hurni und Wyss haben ein Triptychon geschaffen. Sie stellen eine Landschaft dar, die eigentlich keine mehr ist. Man sieht nur Strassen, Kraftwerke, Parkplätze, Autos, Krane, Baumaschinen, Gerüste, und so weiter. Dazwischen irgendwo noch Menschen. Selbst die Berge sind total verbaut mit Strassen, Brücken, Tunnels. Irgendwo wird man einer Burg ansichtig, die durch einen von der Denkmalpflege begleiteten Anbau ergänzt ist. Eine total verbetonierte Landschaft. So könnte die Schweiz in 50 Jahren aussehen. Leider hat keine der Kunstkommissionen dieses Triptychon zum Ankauf empfohlen.<br>In einem weiteren Saal hängen an der Wand zirka sieben oder acht schwarze Holztafeln in der Form gotischer Wappenschilder. Auf jedem dieser Schilder ist je eine Frauenbrust montiert. Sie bestehen aus Gips oder Wachs und sind sehr naturalistisch bemalt. Unter der Brust ist ein Messingtäfelchen mit einem Frauennamen und einer Jahrzahl. Der amüsierte Betrachter dieser Werke erinnerte sich an einen alten Bildwitz: In einem noblen Herrensalon mit Cheminée stehen zwei Herren, der Hausherr und sein Besucher. Sie betrachten die Wand mit Konsolen und an jeder dieser hängt ein Damenstrumpf. Da meint der Hausherr zum verunsicherten Besucher: «Früher sammelte ich Briefmarken». Diese Werke sind zum Ankauf empfohlen. Honi soit qui mal y pense.<br><span style="font-weight: bold;">Hans Brogni, Port</span>

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