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Orientierungsversammlung Südumfahrung.

Der Stadtpräsident wurde an der Versammlung vermisst.

<span style="font-weight: bold;">Stadtpräsident vermisst</span><br>Westast der Bieler Südumfahrung: Orientierungsversammlung<br>Wir haben Hans Stöckli an der Orientierungsversammlung über den Autobahnanschluss vermisst. Der, der was zu sagen gehabt hätte und auch Einfluss nehmen kann, hat an der Diskussionsveranstaltung vom 14. Januar betreffend Westast der Bieler Südumfahrung gefehlt. Stattdessen hat der Stadtbaumeister mit einigem Stolz mitgeteilt, dass er das von den Planern vorgesehene Loch von 600 auf 200 Meter reduzieren konnte, und dies das Beste sei, was er habe herausholen können. In dem Fall ist «das Beste» aber eben nicht gut genug.<br>Hubert Klopfenstein wollte uns überzeugen, dass die Autobahn und der Stadtanschluss nötig seien, um die Stadt vom Verkehr zu entlasten. Dies, obwohl sich heutzutage Experten in aller Welt einig sind, dass zusätzliche Strassen neuen Verkehr generieren.<br>Dass Einkaufs- und weitere Dienstleistungszentren, wie sie rund um den Walserplatz und in den alten GM-Hallen zum Teil bereits realisiert, zum Teil geplant sind, zusätzlichen Verkehr generieren, versteht sich von selbst. Somit wird der geplante Stadtanschluss Centre Bienne nicht in erster Linie eine Entlastung vom bisherigen Verkehr bringen, vielmehr ist eine zusätzliche Mehrbelastung zu befürchten.<br>Für mich stossend ist, das sich der aktuelle Planungsperimeter hart entlang der in den alten und aus uns unverständlichen Gründen denkmalgeschützten alten GM-Hallen bewegt, während sowohl in Biel wie in Nidau gewachsene lebendige Quartiere zerstört werden sollen. Das alles wäre Grund genug für einen Protest. Ich muss aber gestehen, dass auch ich die Tragweite der aktuellen Planung erst erkannt habe, als wir mit den Tatsachen konfrontiert wurden.<br>Wir haben in den 1970er-Jahren den Fehler begangen, eine Autobahn am linken Seeufer zu planen. Die anfängliche Euphorie hat sich bald in Enttäuschung gewandelt, als klar wurde, dass die neue Strasse, welche die Dörfer vom See trennt, auch dem Tourismus nicht gerade zuträglich ist, wurde ja in der Zwischenzeit erkannt – nun ist geplant, diese Fehler in ferner Zukunft mit weiteren gigantischen Bauwerken zu korrigieren, die unabsehbare Folgen nach sich ziehen.<br>Lasst uns Fehler, wie wir sie in der Vergangenheit gemacht haben, nicht wiederholen! Heute findet global ein Umdenken statt: In grossen Städten wie London oder Stockholm wird uns erfolgreich vorgemacht, wie ohne weiteren Strassenbau der Verkehr in der Innenstadt reduziert werden kann. Auch beim Bund sind heute Massnahmen wie Roadpricing, verbrauchsabhängige Motorfahrzeugsteuern und andere Lenkungsmassnahmen kein Tabu mehr. Biel war immer stolz darauf, «Zukunftsstadt» zu sein. Machen wir unserem Label doch auch in Zukunft alle Ehre – indem wir unsere Verkehrsprobleme mit zukunftsträchtigen Visionen und Massnahmen angehen.<br><span style="font-weight: bold;">Hans Neuhaus, Biel</span>

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