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Migros und Coop

Das Rennen um die Vorherrschaft.

<span style="font-weight: bold;">Nur Umsatz zählt</span><br>Rennen um die Vorherrschaft – BT, 26. Januar<br>Bei dem exzessiven Kampf um Marktanteile zwischen Migros und Coop gelangen diese immer mehr in den Bereich inhumaner und rücksichtsloser Allesfresser. Ihre oberste Priorität lautet: «Umsatzzunahme um jeden Preis».<br>Dass das heutige, hysterische Konsumentendenken und Handeln alles andere dominiert, kann man ihnen allerdings nicht zum Vorwurf machen. Ihre Strategien, die mit Gigantismus gleichzusetzen sind, lassen leider keinen Spielraum für Konkurrenten, und mögen diese noch so klein und unbedeutend sein. Dass ihre Zielsetzungen und ihr Wirken von pausenloser und penetranter Werbung begleitet wird, gehört ins Gesamtbild. Dass dabei ganze Berufsgruppen und Branchen gefährdet sind und auch eliminiert werden, ist eine bedenkliche Tatsache.<br>Jüngstes Beispiel ist die Gemeinde Muri bei Bern. Mehrere gut etablierte Geschäfte müssen, trotz erstklassigem Angebot, ihre Rollläden definitiv herunterlassen, weil Coop sich in unmittelbarer Nähe niedergelassen hat. Eine wünschbare Loyalität zum Kleingewerbe existiert offensichtlich nicht. Die Frage, wo soll ich meine Einkäufe tätigen, wird sich mit Sicherheit wandeln. Sie wird lauten: «Gehe ich zu Coop oder Migros?» Die erdrückende Dominanz der beiden, die ihr Wirken natürlich als Evangelium anpreisen, hat aber noch andere beklemmende Schattenseiten. Die Ausweglosigkeit, nur noch dort kaufen zu können, wo Migros und Coop ihre Hände im Spiel haben, schafft Ohnmacht und Frust.<br>Dass sie damit letztlich das absolute Preisdiktat beherrschen werden, ist eine wenig verheissungsvolle Vision. Allesfresser sind keine Menschenfreunde, denn sie sind nicht wählerisch im Erreichen ihrer Zielsetzungen. Rücksichtslosigkeit ist ein Kennzeichen unserer heutigen Gesellschaft!<br><span style="font-weight: bold;">Bruno Jaussi, Gerolfingen</span>

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