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Party-Report

Psychedelische Musik bis in die Mittagsstunden

Unsere Party-Reporterin hat sich im Cargo Club auf das Abenteuer Goa eingelassen und wollte wissen, was an den Gerüchten über die Szene tatsächlich dran ist.

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von BT-Party-Reporterin Nadja von Burg

„Rauschende Drogen-Orgien im Pfadiheim“ lautete die Blick-Schlagzeile, die vergangenen Sommer die Gemüter erhitzte. Eine Journalistin schrieb im Zusammenhang mit einem Goa-Event in Kehrsatz von einer Drogenparty mit verladenen Jugendlichen und Dealern. Zurecht fühlte sich die Goa-Szene angegriffen und missverstanden. Die Tatsache, dass an Goas Drogen konsumiert werden, ist zwar nicht abzustreiten, doch ist dies an anderen Elektro-Partys nicht in ähnlichem Masse der Fall? Und unterscheiden sich Goa-Veranstaltungen überhaupt von anderen Events? Davon wollte ich mir an der Strictly Progressive Party im Cargo Club ein Bild machen.

Ausreichend Bewegungsfreiheit

13 Live Acts unter anderem aus Brasilien und Israel zogen am Wochenende Goa-Fans aus der ganzen Schweiz nach Biel. Rund 600 Gäste feierten und tanzten ausgelassen im aufwendig dekorierten Cargo Club. Initiator der Veranstaltung war der DJ und Produzent Andreas Sunman. Bereits zum dritten Mal hat der Berner am Samstag einen Grossanlass im Bereich Progressive Trance auf die Beine gestellt. Dass er für seine Party einen Bieler Club wählte, liegt in erster Linie an der Grösse des Cargos. „Die Kultarena Kehrsatz, in der wir zuvor einige Partys veranstalteten, platze jeweils aus allen Nähten“, so der 27-Jährige. Denn an Goas, die vorzugsweise draussen unter freiem Himmel stattfinden, sei ausreichend Bewegungsfreiheit ein wichtiges Kriterium. Das Angebot an Goa-Partys in der Schweiz ist überschaubar, geeignete Locations für einen solchen Anlass zu finden ist schwierig und nicht selten kommt es zu Schwierigkeiten mit den Behörden.

Seine Drogen testen lassen

Dass an der Party im Cargo Club Drogen konsumiert werden, daraus macht der Veranstalter kein Geheimnis. „An jeder Veranstaltung – egal welcher Stil, werden irgendwelche Drogen konsumiert.“ Als Veranstalter sei dies nicht zu verhindern, so Andreas. Aus diesem Grund setzt er bei seinen Events auf Transparenz. Am Samstag hat er die Suchthilfe-Oranisation „Rave it Safe“ in den Cargo eingeladen. Diese hat im Club ein mobiles Labor errichtet, wo jeder Besucher seine Substanzen von Experten analysieren lassen konnte und die Möglichkeit hatte, ein Beratungsgespräch mit einem Sozialarbeiter zu führen. Zudem musste ein umfassender Fragebogen zum Konsumverhalten ausgefüllt werden, dessen Daten für Statistiken genutzt werden. Die Organisation „Rave it Save“ besucht monatlich eine Party und bietet dort ihre Dienste an.

Falsche Sicherheit vermitteln

Dass das Projekt umstritten ist und den Konsumenten eine falsche Sicherheit geben kann, ist sich Andreas bewusst, dennoch will er ein Zeichen setzten und der Drogenproblematik entgegenwirken. Seiner Meinung nach besitze die Goa-Szene zu unrecht einen derart schlechten Ruf. Denn: „Kaum eine Party verläuft so friedliche wie eine Goa. Zu Schlägereien oder sonstigen Auseinandersetzungen kommt es praktisch nie,“ erklärt der Berner, der seinen Lebensunterhalt als Trader an der Börse verdient. Nicht zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit sei der Konsum von Drogen für ihn persönlich kein Thema. Der Spagat zwischen diesen zwei völlig unterschiedlichen Welten sei nicht immer einfach, so Andreas.

Doch es ist ein Beispiel dafür, dass in der Goa-Szene jeder willkommen ist und der Drogenkonsum nur ein kleiner Teil des Ganzen ausmacht. So war es dann auch ein eher überschaubares Grüppchen, dass den Cargo Club erst am Sonntagmittag wieder verliess. Die meisten Partygäste machten bereits gegen sechs Uhr morgens schlapp – eine gewöhnliche Party eben. 

 

DIE PARTY-REPORTERIN

Nadja von Burg ist die BT-Party-Reporterin - und jedes Wochenende für euch im Ausgang.
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