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Dinner-Report

Hopping Dinner: Wenn Kennenlernen auf der Menükarte steht

Gemeinsam kochen, miteinander von Wohnung zu Wohnung ziehen und bei jedem Gang neue Leute kennenlernen, das ist Hopping Dinner. Unsere Party-Reporterin hat den Selbstversuch gewagt.

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von BT-Party-Reporterin Nadja von Burg

Etwas aufgeregt klingle ich an der fremden Wohnungstür, ohne zu wissen, wer und was mich erwartet. Umso grösser die Erleichterung, als mir eine sympathische, junge Frau die Tür öffnet. In der Küche ihrer Altbauwohnung stapeln sich auf dem Tisch die Kochbücher. Petra und ich sind für das Dessert zuständig. Was wir kreieren wollen, ist uns überlassen – nur rot sollte es sein, den dies ist die Farbe des Abends.

Es dauert nicht lange, da stellen wir fest, das wir im Kochen und Backen beide keine Helden sind. Aus diesem Grund einigen wir uns auf ein simples Erdbeermousse. Beim gemeinsamen Einkaufen und Pürieren nutzen wir die Zeit, um mehr übereinander zu erfahren.

Petra ist zwar Single, doch Männer kennenzulernen, steht für sie beim Hopping Dinner nicht im Vordergrund. Die 32-Jährige wohnt erst seit vergangenem Sommer in Biel und kennt hier noch nicht viele Leute. „Ich erhoffe mir auf diese Art und Weise, einige nette Kontakte zu knüpfen“, so Petra.

Weil Liebe durch den Magen geht

Das Bedürfnis, Leute kennenzulernen, hatte auch Christine Hett. Die gebürtige Münchnerin kannte kaum jemanden, als sie nach Zürich zog. So kam sie auf die zündende Idee, das Hopping Dinner, das man bereits aus Städten wie New York, London oder Berlin kannte, nach Zürich zu holen. Mit Erfolg: Hett lernte nicht nur neue Leute kennen, sondern fand auch Gefallen am Organisieren. Mittlerweile stellte sie über 80 Kochevents in mehreren Schweizer Städten auf die Beine, an denen bereits um die 1500 Singles und Kontaktfreudige teilnahmen. Während es in Zürich, Bern und Luzern bereits einige Erfolgsstories gibt, feierte das Hopping Dinner am Samstag in Biel Premiere.

Ein eingespieltes Team

17:30 Uhr Lyss: Wieder klingle ich an einer fremden Haustür, diesmal aber mit Kochpartnerin Petra an meiner Seite. Es folgt eine herzliche Begrüssung durch die beiden Gastgeberinnen, die sich für die Vorspeise richtig ins Zeug gelegt haben. Wir setzten uns an den aufwendig dekorierten Tisch mit Sekt, Gazpacho und Bruschetta. Wie es der Zufall so will, scheinen sich zwei aus der Runde bereits bestens zu kennen. Sie unterhalten sich angeregt, während der Rest der Gruppe allmählich miteinander warm wird. Doch viel Zeit bleibt uns nicht, denn für den Hauptgang geht es wieder zurück nach Biel.

An der Dufourstrasse stehen Anita und Tobias noch in der Küche. Er ist fürs Fleisch zuständig, sie für den Kartoffelstock und die Sauce. Scheint fast so, als wären die beiden ein eingespieltes Team, das in der Küche perfekt miteinander harmoniert.

Anfang dreissig und Single

Beim Essen erzählen Anita und Tobias vom gemeinsamen Einkaufen und dass sie nebst dem Kochen noch Zeit fanden, auf Anitas Terrasse die Sonne zu geniessen. Die Stimmung ist locker und das Essen findet Anklang. Nach anderthalb Stunden machen wir uns mit Anita und Tobias auf den Weg in Petras Wohnung, wo der Nachtisch auf uns wartet. Erneut stossen zwei weitere Gesichter dazu.

Die dritte und letzte Runde ist jünger und ausgelassener. In Petras Küche wird viel gelacht und die Gespräche drehen sich vor allem um die Frage, warum man sich beim Hopping Dinner angemeldet hat. „Mit Anfang dreissig noch Single zu sein, ist nicht einfach“, meint eine Teilnehmerin. Die anderen stimmen ihr zu, denn von ihren Freunden und Bekannten haben die meisten bereits Kinder oder sind verheiratet. Dass die Interessen dann nicht mehr dieselben sind, darin sind sich alle einig.

Auf einen Schlummertrunk

Ein letztes Mal brechen wir gemeinsam auf. Im Cecil haben wir uns mit den übrigen Teilnehmern auf einen Drink verabredet, um den Abend zusammen ausklingen zu lassen. Ein gemütliches Beisammensein, bei dem natürlich auch die Kontaktdaten ausgetauscht wurden. Und wer weiss, vielleicht hat es ja beim ein oder anderen sogar ein bisschen gefunkt.
 


Und so funktioniert's:


- Wer beim Hopping Dinner mitmachen möchte, muss weder ein Starkoch sein, noch eine grosse Wohnung haben.
- Anmelden kann man sich alleine oder zu zweit. Gekocht wird in Zweierteams. Wer sich alleine angemeldet hat, bekommst einen Überraschungskochpartner zugeteilt.
- Ungefähr fünf Tage vor dem Event erfährt man, für welchen Gang man zuständig ist. Anschliessend können Kochideen und Rezepte ausgetauscht werden.
- In der eigenen Küche oder in der des Kochpartners wird der Gang vorbereitet.
- Nun hüpft man gemeinsam von Gang zu Gang bzw. von Wohnung zu Wohnung. Während man den ganzen Abend seinen Kochpartner an der Seite hat, sitzt man bei jedem Gang mit einem weiteren Kochpärchen am Tisch.
- Nach dem Dessert treffen sich alle Teams zu einem Schlummertrunk in einer Bar.
- Das Dinner Hopping findet am 9. Mai zum nächsten Mal in Biel und Bern statt. Alle weiteren Infos gibts hier: www.hoppingdinner.com

 
 

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Stichwörter: Hopping Dinner

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