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Online-Mobbing kennt kein Alter

Nicht nur auf dem Pausenplatz, sondern auch auf Facebook & co ist Mobbing unter Schülern ein Problem. Doch auch jeder vierte Lehrer war schon Opfer von Online-Mobbing, wie nun eine Studie ergab. 

(mt) 96 Prozent der unter 30- Jährigen sind Mitglied in sozialen Netzwerken und fast jeder dritte junge User hat mehr als 200 Kontakte in seinem digitalen Freundeskreis. Neben Freundschaften setzen sich auch Konflikte aus dem Schulzimmer in der virtuellen Welt fort. Dabei geht es nicht immer nur um harmlose Lästereien: Auch schwerere Delikte wie Mobbing nehmen im Mitmach-Web eine neue Dimension an. Die Opfer sind nicht immer Gleichaltrige: Auch Lehrer sind immer häufiger vom sogenannten «Cyberbaiting» betroffen. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen Norton Online Family Reports 2011, für den Schüler, Eltern und Lehrer in 24 Ländern, auch in der Schweiz, zu ihrem Onlineverhalten und ihren Erfahrungen im Netz befragt wurden. Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch viele Lehrer sind zunehmend im Social Web unterwegs. Das verbindet sie im wörtlichsten Sinne mit ihren Schülern: So sind zwei von zehn Lehrern in sozialen Netzwerken mit Schülern «befreundet» - ein Balanceakt in einem Umfeld, wo Ferienfotos, Partygeschichten und private Informationen zirkulieren.


Gerade abfällige Kommentare über den ungeliebten Banknachbarn, diffamierende Fotos oder ganze Mobbing-Webseiten verbreiten sich im Netz besonders schnell und unkontrolliert. Die Folgen von Cybermobbing beschäftigen auch hierzulande Gerichte, Psychologen und die Polizei. Auch Lehrer sind zunehmend von Online-Anfeindungen betroffen. So hat fast ein Viertel der Schweizer Lehrer bereits Erfahrung mit sogenanntem «Cyberbaiting» gemacht: Das Opfer ist in diesem Fall der Lehrer, der von einer Schülergruppe zu einer unbedachten Äusserung oder einem Wutausbruch provoziert wird und sich kurz darauf, festgehalten in einem Video, an Dutzenden Pinnwänden, in Videoportalen oder in regelrechten «Hass-Foren» wiederfindet. Die Folgen reichen von Autoritätsverlust über Rufschädigung bis hin zu psychischen Problemen bei den betroffenen Pädagogen.


Social Networks: Auf «Du und Du» mit dem Lehrer?
Aber auch in weniger dramatischen Situationen hat der Umgang mit dem Web Konsequenzen für das Offline-Schulleben. So finden es fast Dreiviertel der Lehrer kritisch, über soziale Netzwerke mit Schülern «befreundet» zu sein. Sie sehen in dem mitunter allzu persönlichen Kontakt über soziale Netzwerke ein Risiko für die respektvolle Distanz zwischen Lehrern und Schülern. Etwas weniger als die Hälfte der Lehrer (45 Prozent) gibt an, dass ihre Schule daher einen Verhaltenskodex für das Social Networking mit Schülern entwickelt hat.


Eltern und Schulen in der Verantwortung
Neben verbindlichen Regeln spielt auch die Aufklärung beim Umgang mit dem Internet eine wichtige Rolle. Wenn es um Themen wie Mobbing oder auch Angriffe aus dem Netz geht, sind Schulen und Eltern gleichermassen in der Verantwortung. Denn obwohl die Mehrheit der Schüler via Smartphone ständig vernetzt ist, sind viele Klassenzimmer noch immer «technologiefreie Zone». 61 Prozent der Lehrer und 62 Prozent der Eltern sind daher der Meinung, ihre Schule könnte mehr hinsichtlich der Aufklärung über Onlinesicherheit tun. 86 Prozent der Lehrer befürworten dabei eine geteilte Verantwortung mit den Eltern.

Studie:
Der Norton Online Family Report 2011 basiert auf einer Umfrage des Marktforschungsinstitut StrategyOne im Auftrag von Symantec. StrategyOne befragte online 12.704 Erwachsene im Alter ab 18 Jahren sowie 4.553 Kinder und Jugendliche im Alter von 8-17 Jahren und 2.379 Lehrer in 24 Ländern (Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Neuseeland, Spanien, Schweden, Grossbritannien, Belgien, Dänemark, Niederlande, Hong Kong, Mexico, Süd Afrika, Singapur, Polen, Schweiz und UAE).


Stichwörter: Soziale Netzwerke

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