
INTERVIEW: JOEL WEIBEL
Simon Dick, das BT-Online-Portal ist komplett neu gestaltet. Auf welche Neuerung freuen Sie sich am meisten?
Ich freue mich darauf, dass wir noch mehr auf die Region setzen. Neu gibt es zwei Regions-Rubriken, aufgeteilt auf Biel und Seeland. Dazu fliessen im neuen Gemeindeportal alle News zu einer bestimmten Gemeinde zusammen. Der Regionalgedanke unserer Zeitung wird damit auch im Internet nochmals gestärkt.
Wie wirkt sich der neue Auftritt auf die Bewirtschaftung der Inhalte via Facebook, Twitter und Google+ aus?
Das Hauptziel der Social-Media-Dienste ist es, die Nutzer zum Mitmachen aufzufordern. Es sollen Diskussionen entfacht werden und wir wollen neu auch diese Kanäle mit eigenen Inhalten beliefern. Zum Beispiel mit Neuigkeiten aus der Redaktion, einem Bild aus unseren Sitzungen und Ähnlichem. Ziel ist es, dass unsere Leserinnen und Leser auch die Menschen der Redaktion kennenlernen. Denkbar ist auch, dass einzelne Redaktoren zum Beispiel direkt von einer Pressekonferenz einen Schnappschuss heraufladen. Insgesamt wollen wir damit ein Fenster öffnen und einen Einblick in den Redaktionsalltag gewähren. Dabei müssen wir aber während des Aufbaus dieser neuen Kommunikationsarten noch herausfinden, wie stark wir die einzelnen Elemente gewichten wollen.
Bisher wurden über diese Kanäle ja vor allem die sogenannten Breaking News verbreitet. Das soll sich nun also ändern?
Ja, genau. Die Kanäle sollen geöffnet werden und langfristig sollen auch die BT-Redaktoren eigene Twitter-Accounts öffnen, so dass die Leserinnen und Leser ihrem Lieblings-Redaktor folgen können.
Den Social Media wird ja nachgesagt, dass sie attraktiv seien, weil sie interaktiv sind. Wie können sich die Nutzer unserer Online-Kanäle einbringen?
Da gibt es viele Möglichkeiten. Was wir planen, sind Aufrufe zum Beispiel auf Facebook, wo wir die Leute bitten werden, Bilder oder Schnappschüsse einzuschicken zu einem bestimmten Thema, oder an kleinen Tagesumfragen zu einer aktuellen Frage teilzunehmen. Ziel ist, dass die Menschen automatisch daran denken, dass sie sich mit einem Beitrag beim BT beteiligen können, wenn sie irgendwo sind.
Ist geplant, diese Beiträge in der Print-Ausgabe weiterzuverarbeiten?
Ja, das ist ein Ziel von mir. Das bedingt allerdings, dass wir genügend Online-Aktivitäten von Usern haben, so dass wir beispielsweise ein tägliches Gefäss auf der Leserforum-Seite mit Tweets, Bildern und Kommentaren füllen könnten. Dafür brauchen wir aber noch etwas mehr Freunde auf Facebook bzw. Follower auf Twitter. Wir haben noch einige Ideen im Hinterkopf, die wir bei einer genügenden Basis einführen möchten.
Was wäre denn so eine längerfristige Idee?
In der Redaktion kam einmal die Idee auf, unseren Lesern die Möglichkeit zu bieten, Artikelwünsche zu formulieren, über die dann die Online-Gemeinschaft abstimmen könnte. Anschliessend würde das entsprechende Ressort den Artikel recherchieren und schreiben. Dafür brauchen wir aber noch ein entsprechendes Werkzeug für unsere Homepage, über das wir momentan noch nicht verfürgen. Aber grundsätzlich sind wir technisch mit der neuen Webseite sehr gut aufgestellt. Es ist fast alles möglich mit der neuen Infrastruktur.
Für den Leser bzw. den User gibt es also noch einiges zu erwarten?
Ja. Wir wollen, dass auch unsere Redaktoren da vermehrt mitmachen und diese neuen Dienste ausprobieren. Wir haben bewusst kein fertiges Konzept geschrieben, weil wir testen wollen, was funktioniert und was nicht. Es beginnt jetzt eine Probezeit.
Sowohl die Social Media selber als auch unsere Erfahrungen damit sind noch etwas in den Kinderschuhen. Wie ist das für Sie, das von null auf aufzubauen?
Es ist eine spannende Zeit, aber auch eine grosse Herausforderung, weil es nicht so einfach ist, viele «Likes» auf Facebook zu erhalten. Gleichzeitig sagen einige Experten, dass der Zenit dieser Medien schon wieder erreicht sei. Wir wissen schlicht nicht, wie sich das weiterentwickelt.
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