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«Die Arbeit hat einen Wert»

Seit Montag ist die neue Internetseite des «Bieler Tagblatts» online. Bis 2012 sind alle Inhalte gratis. Danach ändert sich dies. Doch was wird kosten, und was nicht?

Paywall: Ab 2012 sind die redaktionellen Eigenleistungen nur für Abonnenten ersichtlich. Bild: rs

(lin) Was sonst überall gratis ist, bleibt auch auf der neuen Internetseite des «Bieler Tagblatts» gratis. Für Agenturmeldungen oder Medienmitteilungen, die auch andere Redaktionen auf ihre Internetseiten laden, wird kein Geld verlangt. Anders verhält es sich mit den redaktionellen Eigenleistungen. «Alles, was wir mit viel Kraft und Personal erarbeitet haben, ist kostenpflichtig», sagt Theo Martin, BT-Chefredaktor ad interim und Leiter des News- und Multimediadesks. «Das ist der Grundgedanke: Journalistische Leistung kann nicht gratis sein.»

Paywall ab 2012
Auch Marcel Geissbühler, Gesamtleiter Medien der W. Gassmann AG, sagt: «Im Internet gibt es eine gewisse Gratismentalität, aber es kann nicht alles gratis sein im Web. Leistungen in dieser Qualität kann man nicht kostenlos zur Verfügung stellen.»

Noch sind auf der Homepage alle Inhalte gratis. Doch ab Anfang 2012 werden Internet-Nutzer, die zum Beispiel Recherchen, Interviews, Analysen oder Hintergrundartikel lesen wollen, auf eine Paywall stossen. Für AboClassic-Abonnenten ändert sich indes nichts: Sie können sich anmelden, haben weiterhin auf alle Internetinhalte und das E-Paper Zugriff und erhalten gewohnt die Tageszeitung in den Briefkasten.

Man kann sich jedoch auch für nur das eine oder nur das andere entscheiden – nur Online oder nur Zeitung. «Wir haben für jedes Bedürfnis das passende Angebot», sagt Geissbühler. Aber der Grundsatz bleibt: «Die Arbeit der Journalisten hat einen Wert. Und den muss man schützen.»

Beispiel Gemeindeportal
Ein konkretes Beispiel dazu, wie die Paywall funktioniert: Geht man auf das neue Gemeindeportal, so sind Inhalte wie Statistiken, Bildergalerien oder später der Veranstaltungskalender gratis und für jedermann anzusehen. Klickt man jedoch auf einen Artikel, der von der Redaktion erarbeitet worden ist, trifft der Nutzer auf die Paywall. Dies aber nur, falls er nicht angemeldet ist. Der Verlag empfiehlt darum den Abonennten, sich bereits jetzt zu registrieren. «Dann werden sie die Paywall gar nicht bemerken und können die neuen, interaktiven Funktionen ausprobieren», sagt Martin.

«Wir wollen jetzt auch die Online-Nutzer zu Abonennten machen», sagt Geissbühler. Print und Online sollen im Austausch stehen und sich gegenseitig bereichern. «Als Journalist hat man dadurch auch Vorteile», sagt Martin. «Die Online-Nutzer und die Zeitungsleser kommen zusammen, und so steigt die Beachtung der journalistischen Leistung.»

Geplant ist zudem, dass einzelne Artikel in Zukunft schon am Abend online abrufbar sein werden. Und zwar nicht nur die «Teaser» wie bisher, sondern komplette Artikel. Mit anderen Worten: Das Tempo steigt.
 

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