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TEST VON SIMON DICK
«Resident Evil» hat zwar nicht das Genre Survival-Horror gegründet, verhalf ihm jedoch Ende der 90er Jahre zum Durchbruch. Plötzlich einsetzende Schockmomente, eine beklemmende Atmosphäre und knackige Rätsel in einem immer grösser werdenden Herrenhaus haben Videospielgeschichte geschrieben. Die Serie wurde weiter ausgebaut und blieb vorerst ihren Prinzipien treu. Doch seit dem revolutionären vierten Abenteuer, das den Actionanteil erhöhte und nach dem Nachfolger, indem Geschwindigkeit und Action noch mehr dominierten, verlangten viele Fans der ersten Stunde nach einer Rückkehr zu den Ursprüngen der Franchise.
Trailer überschattet Veröffentlichung
Als vor ein paar Tagen überraschenderweise der Trailer zu «Resident Evil 6» im Internet veröffentlicht wurde, hielten Fans weltweit den Atem an und waren überrascht über den actionlastigen Inhalt des nächsten «Resi»-Krachers, der noch in diesem Jahr für die stationären Konsolen erscheinen soll. Hatten die Macher nicht versprochen nach dem hektischen fünften Teil einen Gang runter zu schalten, und sich wieder um eine ordentliche Gruselatmosphäre zu kümmern? Wie denn auch der jüngste Teil ausfallen wird und wie sehr der Actionanteil Gewicht erhält, können wir erst gegen Ende des Jahres beurteilen. Bis dahin gibt es aber ein neues Abenteuer aus dem «Resi»-Universum, dessen Veröffentlichungstermin fast schon vom Bombast-Trailer überschattet wurde. Mit «Revelations» für den 3DS haben sich die Macher bewusst an alte Tugenden orientiert und präsentieren ein Abenteuer, das mit einer zünftigen Gruseloptik punktet und vor allem Fans der ersten Stunde begeistern wird. Schon jetzt wird es in den Fanforen als «Resident Evil 6 fürs Herz» bezeichnet.
Ein Fall für zwei
Die Handlung in «Revelations» setzt nach dem famosen vierten Teil ein und bietet quasi die Vorgeschichte zu «Resident Evil 5». Da dürfen sich Fans auf diverse Enthüllungen und Storygeheimnisse freuen. Und es gibt ein Wiedersehen mit Jill Valentine, Chris Redfield und anderen bekannten Figuren. Doch um was geht es genau im Handheld-Abenteuer? Jill und Chris, Mitglieder einer Anti-Bioterror-Einheit, reisen mit jeweils neuen Partnern zu verschiedenen Schauplätzen in Europa, um Terroristen zu jagen. Dabei werden die zwei unterschiedlichen Geschichten parallel erzählt und beginnen sich mehr und mehr zu überschneiden. Mehr soll hier von der Story nicht verraten werden. Nur so viel: Es gibt so einige gelungene Storywendungen und Überraschungen für Fans der Serie.
Hoher Gruselfaktor
In den einzelnen Kapiteln, die optisch als auch inhaltlich ständige Abwechslungen bieten, warten endlich wieder knackige Rätsel und unheimliche Schauplätze auf die Gruselfans. Da werden düstere Gewölbe und dunkle Innenräume durchstreift und hinter jeder Ecke scheint ein Feind zu lauern. Klar dass auch wieder Untote die Wege der Protagonisten kreuzen und so einige Mutanten auf die Antiterror-Einheiten losgelassen werden, um sie an ihren Zielen zu hindern. Gruselatmosphäre pur und der Puls schnellt regelmässig in die Höhe. Resi-Fan, was willst Du mehr?
Wunderschöne Optik
Auch audiovisuell wird hier ein besonderer Leckerbissen serviert. Die düstere musikalische Untermalung kreiert eine beklemmende Atmosphäre und in den richtigen Momenten setzt ein pulstreibender Soundtrack ein, der an die guten alten Horror-Abenteuer erinnert. Visuell haben die Macher eines der bis jetzt schönsten 3DS-Abenteuer kreiert. Detaillierte, stimmige Kulissen, unterschiedliche Farbgestaltungen und einen schicken 3D-Modus fesseln an den Handheld. Zudem wurde zum ersten Mal ein Resi-Abenteuer komplett eingedeutscht und kann sich durchaus hören lassen, auch wenn hier ein paar Standardsprüche direkt aus einem B-Movie zu kommen scheinen.
Die Macher erfüllen Wünsche
Wer grosse Hände hat, wird zu Beginn Mühe haben, alle Aktionen ohne Probleme ausführen zu können. Da braucht es seine Zeit, um die Aktionen sauber ausführen zu können. Aber es gibt Abhilfe: Mit dem Hardware-Zusatz, das der Special-Edition beiliegt, geht die Steuerung noch flotter von der Hand. Denn dadurch erhält man quasi einen zweiten Analogstick, mit dem das Steuern der Figur noch einfacher geht. Und schliesslich kann endlich gleichzeitig gerannt und geballert werden. Die Macher haben die Fans also endlich erhört.
Fazit: Ein Traum für Serien-Fans
«Resident Evil: Revelations» macht Spass, fesselt bis zur letzten Minute und sorgt bei den Fans für ein Dauergrinsen. Endlich, endlich darf man sich wieder etwas gemacher gruseln und sich nostalgisch an die ersten Abenteuer zurück erinnern. Die Steuerung und die einzelnen Aktionen gehen mit dem Hardwarezusatz besser von der Hand. Wer kann greift also zur Specialedition. Audiovisuell gibt es nichts zu bemängeln und die Geschichte mit kurzen Kapiteln macht Lust auf mehr. Klar, dass dieser Titel in jede Resi-Sammlung gehört und Fans gar nicht anders können als zuzugreifen. Vor allem die Nostalgiker werden hier und da eine Träne der Freude unterdrücken müssen.
Positiv aufgefallen:
- Endlich darf man sich wieder ordentlich gruseln
- Ein Wiedersehen mit alten Bekannten
- Spannende Geschichte mit tollen Enthüllungen
- Audiovisueller Hochgenuss
- Erste deutsche Komplett-Synchronisation
- Endlich laufen und ballern gleichzeitig
- Tolle Steuerung mit dem Hardwarezusatz
Negativ aufgefallen:
- B-Movie-Standardsprüche nerven
- Ohne Hardwarezusatz wird Steuerung fummelig
Spielspass: 9 von 10 Punkten
Erhältlich für Nintendo 3DS
Freigegeben ab 16 Jahre
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