Sie sind hier

Gametipp

Fussball auf dem kleinen Schirm

Die „FIFA“-Serie konkurriert seit Jahren mit der „Pro Evolution Soccer“-Reihe um die Vorherrschaft unter den Fussball-Simulationen. Das „Bieler Tagblatt“ hat die Beiden 2012er-Titel auf dem kleinen Bildschirm getestet – für die PSP.

  • 1/9 Die beiden Verpackungen.
  • 2/9 Spielszene aus "FIFA 12".
  • 3/9 Spielszene aus "Pro Evolution Soccer 12".
  • 4/9 Rendersequenz aus "FIFA".
  • 5/9 Rendersequenz aus "FIFA".
  • 6/9 Rendersequenz aus "FIFA".
  • 7/9 Rendersequenz aus "PES".
  • 8/9 Rendersequenz aus "PES".
  • 9/9 Rendersequenz aus "PES".
zurück

(mg) Anpfiff. Das Duell zwischen den beiden diesjährigen Titelanwärtern um die Gunst der Fussballfans beginnt. Beide Spiele versuchen früh, ihre Technik zur Geltung zu bringen, um den Gegner unter Druck zu setzen. Ein Blick auf die Spielergesichter zeigt entspannte, flüssige Gesichtszüge bei „Pro Evolution Soccer 12“, während die „FIFA 12“-Akteure kantigere, weniger detaillierte Figuren zeigt. Berühmte Spieler wie Messi oder Cristiano Ronaldo sind bei „PES“ deutlich besser erkennbar. Bei „FIFA“ überzeugt dafür das Kommentatoren-Duo: Lockere Sprüche, zu jeder Spielsituation passend, sorgen für ein authentisches Spielvergnügen. „Pro Evolution Soccer“ rennt übers Spielfeld, mit winzigen, abgehackten Schritten, Ronaldo sieht aus wie im Hamsterrad, doch er setzt sich durch und schiesst ein Toooooooooor für „PES“! Ronaldo rennt jubelnd zum Spielfeldrand und tanzt Lambada mit der Eckfahne. Eine von über hundert frei konfigurierbaren Jubelszenen im Konami-Spiel. Jeder Spieler zelebriert seine Tore anders, das bringt Abwechslung und macht Spass.

FIFA 12     0:1    Pro Evolution Soccer 12

Nach dem enttäuschenden Start ins Duell besinnt sich „FIFA 12“ auf seine altbekannte Stärke und geht die Partie mit mehr Realismus an. Aus mehr als 500 Teams mit lizenzierten Spielern können Fussball-Fans bei „FIFA“ auswählen, die ganze Schweizer Liga ist vertreten, so kann beispielsweise eine Partie zwischen den Young Boys und dem FC Zürich bestritten werden. So etwas gibt’s bei „PES“ nicht. Nur gerade die Spanische, die Französische und die Holländische Liga sind vollständig lizenziert. England, Italien und Portugal können zwar gespielt werden, aber teils mit unlizenzierten Mannschaften. Immerhin sind alle Teams der Champions League im Spiel und zumindest der FC Basel läuft mit seiner Stammelf auf den Rasen. Aber das hilft alles nichts, das Gegentor lässt sich für „PES 12“ nicht mehr verhindern, „FIFA“ erzielt mit dem Realismus-Faktor den Ausgleich.

FIFA 12     1:1    Pro Evolution Soccer 12

Halbzeit. Alles ist noch offen, ein Favorit zwischen den beiden Fussball-Giganten hat sich noch nicht herauskristallisiert, wir sind gespannt auf die zweite Hälfte.

Beide Spiele kommen mit einer neuen, frischen Einstellung aus der Kabine. Sie wollen jetzt beide mit Spielspass punkten. „FIFA 12“ gibt zunächst den Takt an. Kaum aus der Pause, zeigen sie schönen Kombinationsfussball, der leicht von der Hand geht. Die Intuitive Steuerung und das leicht erlernbare Passsystem lässt auch Anfängern sofort eine Chance gegen computergesteuerte Mannschaften. „Pro Evolution Soccer 12“ dagegen hat etwas Mühe, ins Spiel zu finden. Die Steuerung ist anfangs relativ schwierig. Pässe kommen oft nicht an und Schüsse gehen weit übers Tor. Mit etwas Übung kommt das Spiel besser in Fahrt. Hat man die Steuerung einmal im Griff, kann man mit dem Ball fast alles anstellen, was man will. Der unhandliche PSP-Analogstick verursacht aber zu oft Fehlpässe, weil die Pass- oder Schussrichtung nicht präzise genug justiert werden kann und so landet ein Befreiungsschlag direkt in den Füssen von Valentin Stocker, Titelfigur von „FIFA 12“. Der fackelt nicht lange, zieht ab – und trifft den Pfosten. Und nun geht es ganz schnell: Die „FIFA“-Hintermannschaft ist – wie so oft – nicht schnell genug organisiert, Cristiano Ronaldo, der von der „PES“-Verpackung grinst, kommt an den Ball und kann völlig ungestört durch die „FIFA“-Abwehr spazieren und zum erneuten Führungstreffer einschieben.

FIFA 12     1:2    Pro Evolution Soccer 12

Durch diesen Gegentreffer ist „FIFA 12“ nun gefordert. Der Spielmodus wird geändert. Der Torhüter hat bisher nicht überzeugt, deshalb muss der Spieler nun selbst eingreifen: Im Modus „Be a Keeper“ kann in „FIFA“-Freundschaftsspielen der Torhüter gesteuert werden. Ungeduldige Spieler riskieren hier, den Schlussmann zu weit aus dem Kasten zu bewegen und überlobbt zu werden. Es ist also auch keine Lösung, den Torhüter zu ersetzten, will „FIFA 12“ den Ausgleich noch erzielen. Besser wäre es, die Spielintelligenz zu steigern. Dafür können im „Fussball-IQ“-Modus Quizfragen über alle möglichen Fussball-Themen beantwortet und damit Bonuspunkte gesammelt werden. Und um sich mit den richtig Grossen Gegnern messen zu können, werden „Herausforderungen“ angeboten: Eine grosse Auswahl von bereits begonnenen Matches können hier zu Ende gespielt werden, mit dem Auftrag, ein bestimmtes Resultat zu erreichen. Auch für die Bewältigung dieser Herausforderungen gibt es Bonus-Punkte, mit denen man sich Zusatz-Optionen freischalten kann. Dieser Modus-Vielfalt kann „PES“ nur wenig entgegenhalten. Aber zumindest ein Glanzlicht gibt es festzuhalten: Der Modus „Werde zur Legende“. Hier wird ein eigener Spieler von Grund auf erstellt, Grösse, Frisur und Gesichtszüge gewählt und damit eine Karriere lanciert. Begonnen wird in der Regel bei einem kleinen Verein, wo der Spieler erst Ersatzspieler ist, sich aber allmählich in die Stammelf kämpft und später für viel Geld zu den grossen Clubs Europas wechselt und dort – idealerweise – zum weltbesten Spieler heranreift. Die Matches werden jeweils aus der Sicht dieses Spielers bestritten, nur er kann gesteuert werden. Nur leider ist der eigene „PES“-Spieler gerade ausgewechselt worden, das Spiel muss ohne ihn auskommen. Und so war es klar, dass „FIFA 12“ zum erneuten Ausgleichstreffer kommt.

FIFA 12     2:2    Pro Evolution Soccer 12

Endstand.

Es gibt keinen Sieger zwischen den beiden Fussballspielen. Ein faires Unentschieden, das jedem Spieler die Kaufentscheidung selber überlässt. Legt ein Fussballfan mehr Wert darauf, mit echten Mannschaften viele verschiedene Spielmodi zu spielen und will er schnell ins Spiel kommen, ist „FIFA 12“ die richtige Wahl. Möchte er aber in eine neue Spieltiefe eintauchen, ist er bereit, Zeit zu investieren, um Pässe, Dribblings und Positionsspiel zu perfektionieren und legt der Spieler Wert auf hübsche Spielergesichter und eine schöne Stadion-Atmosphäre, ist der Griff zu „Pro Evolution Soccer“ bestimmt der richtige.

 

So Sieht "FIFA 12" auf der PSP aus. Quelle: YouTube

 

Und das ist "Pro Evolution Soccer 12" auf der PSP. Quelle: YouTube

Nachrichten zu Games »