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Game-Review

«Final Fantasy XIII-2»: Rollenspiel-Epos für Anfänger

Die direkte Fortsetzung des letzten Abenteuers lässt dem Rollenspieler nicht nur mehr Freiheiten, sondern zieht auch Anfänger mit einfacher Bedienung in fremde Fantasieländer.

Eine riesige Fantasiewelt wartet, Bild: zvg

TEST VON SIMON DICK

«Final Fantasy» ist die bekannteste Rollenspielreihe aus Japan, die bereits eine lange Game-Geschichte und viele Fortsetzungen vorweisen kann. Die letzte Episode gab Anlass zur Kritik bei den Fans, war sie doch vielen zu westlich ausgerichtet und konnte nicht mehr mit japanischem Spielcharme trumpfen. Doch die Verkaufszahlen waren dennoch beachtlich und somit werden FF-Fans nun mit einer direkten Fortsetzung von Teil 13 beglückt.

Die Zukunft in der Vergangenheit verändern
Lightning, der Hauptcharakter aus XIII, kämpft am Anfang gegen den Widersacher Caius, der nach Rache sinnt. Mitten in die Ereignisse platzt Noel durch ein Zeitportal in den Kampf. Kurz bevor die Stadt Walhalla komplett zerstört wird, schickt Lightning den jungen Noel durch ein Zeitportal, um die kleine Schwester Serah aufzusuchen. Das Ziel: Die Vergangenheit bearbeiten, damit die Zukunft weiter existieren kann. Alles klar? Nein? Dann hilft eine detaillierte Zusammenfassung, die man sich jederzeit im Menu ansehen kann. Doch trotz Video-Update werden Nichtkenner nie den vollen FF-Durchblick erhalten.

Mehr Freiheit, mehr Spielraum
Die Areale sind deutlich weitläufiger geworden. So kann der Spieler nicht nur der Hauptstory folgen, sondern auch abseits der Hauptdramaturgie viele kleine Abenteuer erleben. Zahlreiche Nebenmissionen und versteckte Quests warten auf Entdeckung. Auch das Kampfsystem wurde angepasst. Über hundert verschiedene Monster lassen sich einsammeln und zur Heldentruppe hinzufügen. Jede Kreatur verfügt dabei über individuelle Fähigkeiten, welche die taktischen Möglichkeiten des Kampfsystems erweitern.

Ab in die Vergangenheit
Für einen willkommenen Tiefgang sorgen die vielen Zeitreisen, die man unternehmen kann. Aktionen, die dann in der Zukunft oder in der Vergangenheit ausgeführt werden, haben direkte Auswirkungen auf die anderen Zeitabschnitte. So kann man zuvor verschlossene Areale bereisen oder vermeintlich unbesiegbare Bossgegner bezwingen.

Zu zweit gegen alle
Eine weitere Neuheit: Dieses Abenteuer wird mit nur zwei Gruppenmitgliedern gespielt. Abgesehen von den Monstern, die man sammeln und einsetzen kann, sind Serah und Noel die einzigen Figuren, welche in den Kampf ziehen. Ab und zu gibt es zwar ein paar Gastcharaktere, die dann aber wieder weiterziehen.

Keine Herausforderung
Das Kampfsystem ist im Vergleich zum Vorgänger passiv. Um die einzelnen Aktionen auszuführen muss meistens nur ein Knopf gedrückt werden. Für Anfänger ist dies eine willkommene Sache, Profis werden sich aber schnell langweilen und nach einer Herausforderung suchen. Neu sind auch einige Quick-Time-Events integriert worden, die hauptsächlich bei Endgegnern zum Einsatz kommen.

Bombast-Grafik
Audiovisuell wurde mit der grossen Kelle angerichtet: Die Zwischensequenzen sind eine Wucht. Feinste Gesichtsanimationen, fantasievolle Areale mit ausgefallenen Designideen und Welten voller Flora und Fauna begeistern den Grafikfetischisten. Auch die vielen Kämpfe überzeugen mit Bombast-Effekten und digitalem Blitzgewitter, das aber doch auch zu viel des Guten sein kann. Akustisch bietet das Hochglanz-Rollenspiel eine gute Mixtur zwischen klassischen Stücken und Japan-Pop, die immer wieder die jeweilige Situation bestens untermalen.

Fazit: Sog in eine andere Welt
«Final Fantasy XIII-2» spaltet auch mit der neusten Version die Fangemeinde: Genre-Veteranen werden die Komplexität vermissen, während Neulinge mit dem einfachen Kampfsystem beglückt werden. Einige werden die neuen Freiheiten willkommen heissen, während andere sich daran nerven, dass man hauptsächlich nur mit zwei Charakteren umherziehen darf. Wer den Titel aber ohne grosse Erwartungen in die Konsole legt, wird viele, viele Stunden in eine Fantasiewelt eintauchen, die wie ein Sog wirkt.

Positiv aufgefallen:

  • Grosse Spielwelt mit vielen Freiheiten
  • Spassige Zeitreisen mit Auswirkungen
  • Grandiose Optik und Animationen
  • Faszinierender Soundtrack
  • Möglichkeit Monster zu züchten
  • Zusammenfassung zur Vorgeschichte auf der Disc
  • Fantasie-Story mit vielen Überraschungen


Negativ aufgefallen:

  • für Profis zu einfaches Kampfsystem
  • Story für Nichtkenner zu kompliziert
  • Zu viele Effekte in den Kämpfen
  • Aufgesetzte Quick-Time-Events
  • Jüngste Episode wird Fangemeinde wieder spalten

 
Spielspass: 8.5 von 10 Punkten

Erhältlich für Xbox 360 (getestet) und PlayStation 3
Freigegeben ab 16 Jahren

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