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Die «Driver»-Serie wurde von vielen Gamern und der Fachpresse schon beinahe abgeschrieben. Eine lieblose Umsetzung folgte nach der anderen und als man versuchte den Genre-Primus «Grand Theft Auto» auch noch schamlos zu kopieren, wandten sich viele Spieler ab. Doch mit dem neusten Titel der Franchise bewiesen die Entwickler Mut und bringen mit der Möglichkeit der Seelenwanderung frischen Wind in die angestaubte Serie.
Eine Seele geht auf Wanderschaft
Als Zivilfahnder John Tanner eskortiert man den Schwerverbrecher und Protagonist-Erzfeind Jericho. Doch dem Gangster in Ketten gelingt die Flucht und die Verfolgungsjagd in San Francisco beginnt. Es kommt schliesslich zu einem verheerenden Unfall, bei dem der Protagonist in ein Koma fällt. Doch der Antrieb den Verbrecher dingfest zu machen ist so gross, dass die Seele des Polizisten auf Wanderschaft geht. So schlüpft der Gesetzeshüter in diverse Fahrer-Rollen und macht so Jagd auf den Ganoven. Hört sich abgefahren an, gibt jedoch dem angestaubten Spielfluss neuen Wind.
Spannende Schnitzeljagd
Schwebend gleitet der Geist des Protagonisten über die wunderschön modellierte Stadt San Francisco und hält Ausschau nach potentiellen Fahrzeugen sprich Fahrern in dessen Haut er schlüpfen kann. Auf Knopfdruck gelangt man hinters Steuerrad von verschiedenen Fahrzeugen und brettert los. So wird eine schön spannende Schnitzeljagd auf unkonventionelle Art und Weise erzählt. Da gelangt der esoterische Touch schnell in den Hintergrund, denn nach wie vor dominieren die heissen Verfolgungsjagden im Spiel.
Detailarmes San Francisco
Der jüngste Teil der Reihe punktet mit wunderschönen Zwischensequenzen, detaillierten Figuren, knackigen Dialoge zum Schmunzeln und natürlich den heissen Verfolgungsjagden durch die City. Die Steuerung findet eine gelungene Balance zwischen Arcade-Racern und Simulationstitel. So kommen auch Anfänger in den Genuss den Spielabspann nach ca. acht Stunden zu betrachten. Etwas detailarm ist die Stadt San Francisco geraten, in der es nicht gerade vor Menschen und sozialem Leben wimmelt. Aber bei der schnellen Geschwindigkeit, mit der man durch die Häuserschluchten donnert, fällt dies auch nicht gross ins Gewicht. Die esoterische Geschichte wird nicht alle Rennspielfans überzeugen. Aber wer sich einige Verfolgungsjagden in der Stadt gegönnt hat, wird sich schnell über den übersinnlichen Touch, der mehr und mehr in den Hintergrund rückt, nicht mehr gross aufregen.
Fazit: Schnell und knackig
Der Spielinhalt der Seelenwanderung mag auf den ersten Blick Racing-Fans abschrecken und scheint auch nicht so recht in dieses Genre zu passen. Aber hat man die ersten Rennen hinter sich und das esoterische Prinzip verstanden, wartet ein kurzweiliger, schneller Action-Titel auf den Spieler, der zwar technisch keine grossen Würfe präsentiert, aber für ein Spielchen zwischendurch immer wieder motiviert.
Positiv aufgefallen:
- Knackige Verfolgungsjagden
- Atmosphärischer Soundtrack
- Schicke Zwischensequenzen mit detaillierten Figuren
- Körperreise-Funktion
- Gelungene Fahrphysik
- Gute, simple Steuerung
- Ordentlicher Umfang
- Viele amerikanische Lizenzautos
Negativ aufgefallen:
- Nicht viel los in San Francisco
- Esoterische Story gefällt nicht jedem
- Missionen wiederholen sich
- Etwas schwache Motorengeräusche
- Zum Teil lange Ladezeiten
Spielspass: 8 von 10 Punkten
Erhältlich für PS3 (getestet), Xbox 360 und Wii
Freigegeben ab 12 Jahren
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