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Game-Review

«Dead Space 3»: Horror auf Eis gelegt

Mehr Action statt Gruselatmosphäre. Der dritte Teil ist weit entfernt vom Erstling, sorgt dennoch für zünftige Gänsehaut. Serien-Veteranen bleiben aber cool.

Horror im Weltall, Bild: zvg

REVIEW VON SIMON DICK

In «Dead Space 3» steht wieder Isaac Clarke im Zentrum, der bereits zwei Horror-Katastrophen durch die Nekromorph-Plage überlebt hat. Ein entdeckter ausserirdischer Virus sorgt in der fernen Zukunft für Unbehagen. Auf diversen Welten hat dieser Virus, der Menschen in abscheuliche Höllenkreaturen verwandelt, bereits für unschöne Situationen gesorgt.

Hölle im Eis
Nun scheint die ausserirdische Quelle gefunden worden zu sein und eine Allzweckwaffe zum Greifen nahe. Und wieder liegt das Schicksal der Menscheit auf Isaacs Schultern, der zusammen mit dem Soldaten John Carver nach einer Bruchlandung auf einem Eisplaneten ums Überleben kämpfen muss.

Schaurig schöner Horror
Das Spieltempo ist anfangs gemächlich und der Gruselfaktor steht im ersten Drittel an erster Stelle. Dunkle Flure, spärlich ausgeleuchtete Umgebung und herunter gekommene Anlagen, alleine die Optik sorgt für Unbehagen. Unterstrichen wird die Atmosphäre durch den perfekt codierten Surroundsound. Seufzen, Klagelaute oder Metall, das plötzlich herunter fällt und aus den hinteren Musikboxen scheppert, sorgen für einen erhöhten Puls. Wenn zusätzlich fiese Höllenkreaturen aus diversen dunklen Winkeln sofort auf Angriff gehen, ist die Survival-Horror-Atmosphäre perfekt.

Weg von der Grundidee
So schaurig schön das erste Drittel daher kommt, der Rest mutiert zur reinen Actionachterbahn und stumpfsinnigen Metzelei. Der Horrortitel verkommt zum reinen Shooter, in dem auch ein integriertes Deckungssystem seine Funktion sucht. Wenn zusätzlich menschliche Gegner, Söldner einer fanatischen Sekte, aufs Korn genommen werden, entfernt sich der Titel so weit wie nur möglich von der ursprünglichen Idee.

Abwechslungsreiche Action
Dennoch: Die treibende, wuchtig inszenierte Action überzeugt mit abwechslungsreichen Situationen. Langweilig wird es garantiert nicht in diesem Horror-Titel, der trotz Fokus auf Action immer noch eine Gänsehaut verschaffen kann. Waffen aufleveln, selber bauen, Zusatz-Fähigkeiten erwerben und kleine Rätsel lösen sorgen für zusätzliche Abwechslung.

Saugende Atmosphäre
Gegen den aktuellen Trend ist «Dead Space 3» lang und umfangreich. Ohne die versteckten Bonusmissionen ist man mehr als zwölf Stunden damit beschäftigt. Auch wenn sich der Schlussakt in die Länge zieht und einige Levels zweifach durchschritten werden müssen, saugt einen die dichte Atmosphäre und tadellose Optik in ihren Bann.  

Fazit: Serien-Veteranen bleiben cool
«Dead Space 3» präsentiert eine schwache Geschichte, die die Spannung eigentlich schnell im Keime ersticken sollte. Aber es ist diese bekannte, packende Gruselatmosphäre, die den Spieler in ihren Bann zieht. Auch wenn der Gruselfaktor nach gewisser Spielzeit merklich abnimmt, schafft es der Titel, den Spieler mit abwechslungsreicher Action bei der Stange zu halten. Serien-Veteranen durchschauen jedoch die Stilmittel bereits nach wenigen Minuten und lassen sich nicht mehr so sehr erschrecken wie beim famosen Erstling.  

Positiv aufgefallen:

  • Tadellose Optik
  • Perfekte Soundcodierung
  • Abartige Gegner
  • Viele gut platzierte Schockmomente
  • Ordentlicher Umfang
  • Abwechslungsreiche Action
  • Gelungener Koop-Modus für zwei Spieler


Negativ aufgefallen:

  • Mehr Action statt Horror
  • Schwache Geschichte
  • Langweilige Helden und Gegenspieler
  • Schlussakt zieht sich in die Länge
  • Nicht viel Neues für Serien-Kenner

Spielspass: 8 von 10 Punkten

Erhältlich für Xbox 360 (getestet), Playstation3 und PC
Freigegeben ab 18 Jahren

 

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