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Game-Review

«The Darkness 2»: Verliebt, verloren, vergessen

Die Finsternis ist wieder da und terrorisiert Jackie Estacados, der zusätzlich um seine verlorene Liebe trauert.

Jackie leidet wie ein Hund, Bild: zvg

TEST VON SIMON DICK

Der Horror-Shooter geht in die zweite Runde: Er hat alles und doch nichts, wird vom Erfolg verwöhnt und mit einer immensen Leere bestraft.

Zwei Jahre ist es her, dass Jackie die Mächte der Finsternis eingesetzt hat, um die Männer zu töten, die seine Freundin ermordet haben. Doch die Vergangenheit hat Spuren hinterlassen und die Erinnerung lässt ihn nicht los.

Rückkehr des Dämons
Ein Anschlag auf Jackies Leben läutet nicht nur einen blutigen, erbarmungslosen Mafiakrieg ein, sondern auch die schlummernde Finsternis krabbelt wieder an die Oberfläche, Jackie mutiert zum Berserker mit Tentakel, der nun von fiesen Visionen geplagt gegen einen finsteren Geheimbund kämpft und insgeheim unerschöpflich hofft, seine tote Freundin wieder zu sehen, koste es, was es wolle.

Ein Gnom hilft weiter
Nach Blut lechzende Tentakel, die nach den Gegnern greifen und allerhand brutale Dinge mit ihnen anstellen, sowie zwei freie Hände, die mit allerlei Ballermännern bestückt werden können, stehen zur Verfügung, um den Höllen-Gefahren entgegenzukommen. Dabei lassen sich die dämonischen Fähigkeiten bei fortgeschrittenem Spielverlauf ausbauen und verstärken. Und wenns mal ganz kompliziert wird oder der Orientierungsfaden reisst, hilft ein kleiner Gnom, der als Kampf- und Weggefährte dient.

Ungewöhnlicher Grafikstil
Der Horror-Shooter besticht durch eine eigenwillige Cel-Shading-Comic-Grafik, die auf den ersten Blick äusserst gewöhnungsbedürftig wirkt, bei längerer Betrachtung aber durchaus ihren Reiz entwickelt. Man muss aber schon ein richtiger Comic- und Film-Noir-Fan sein, um mit dieser Optik warm zu werden. Eine faire Chance hat dieser eigenwillige Grafikstil aber auf jeden Fall verdient.

Wo ist die Quelle?
Licht und Schatten sind wichtige Merkmale beim Gameplay. Denn tritt der Protagonist beispielsweise in gleissendes Laternenlicht, verliert er sofort seine dämonischen Fähigkeiten. Somit ist es ratsam sich zuerst um die vielen Lichtquellen zu kümmern, um sie einzeln auszuschalten, sonst hat man ohne Monstertentakel keine grosse Chance gegen die Widersacher.

Liebe ist Beigeschmack
Ein Mann kämpft gegen einen Geheimbund und zerstört alles, was ihm in die Quere kommt. Ein simpler Plot, wäre da nicht die Liebesgeschichte im Hintergrund, die der Story ihre Würze verleiht. Doch was mit einer emotionalen Film-Noir-Geschichte beginnt, gerät dank der Effekthascherei schnell in den Hintergrund. Konnte der erste Teil noch von dieser Romanze profitieren, ist sie in der Fortsetzung leider nur ein fader Beigeschmack ohne grosse emotionale Entwicklung.    

Fazit: Fehlende dramatische Substanz
«The Darkness 2» punktet zunächst mit einer dichten Atmosphäre, origineller Optik und spektakulären Schauwerten. Doch statt auf eine vernünftige Geschichte und plausible Fortsetzung zu setzen, wird aus dem Titel ein zwar durchaus stimmiger Horror-Shooter, dem aber die dramatische Substanz mehr und mehr abhanden kommt und der sein Potential zu schnell verspielt. Bleibt zu hoffen, dass bei einem dritten Teil, und der wird definitiv kommen, die Geschichte wieder mehr im Vordergrund stehen wird.  

Positiv aufgefallen:

  • Gelungener Einstieg in eine Noir-Geschichte
  • Spektakuläre Schauwerte
  • Strategisches Element von Licht und Schatten
  • Tentakel steuern und Feuerwaffen bedienen gleichzeitig
  • Ausbau der dämonischen Fähigkeiten
  • Figuren mit Ecken und Kanten
  • Atmosphärischer Soundtrack
  • Stimmige Comic-Grafik...


Negativ aufgefallen:

  • ... die nicht jedem gefallen wird
  • Deutsche Version wurde stark geschnitten
  • Liebesgeschichte fällt mehr und mehr in den Hintergrund
  • Einfallslose, simple Rätsel


Spielspass: 8 von 10 Punkten

Erhältlich für Xbox 360 (getestet), PlayStation 3 und PC
Freigegeben ab 16 Jahren

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