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«Dark Void»: Über den Wolken

Mit einem Raketenrucksack ausgerüstet, geht es in der Luft auf Alienjagd. Trotz neuer Ideen bietet der Actiontitel nur Durchschnittskost mit technischen Macken.

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TEST VON SIMON DICK

Pilot Will und seine Ex-Freundin stürzen bei einem einfachen Flugtransport über dem mysteriösen Bermuda-Dreieck ab und landen direkt in einer geheimnisvollen Parallelwelt, in der liebe Rebellen gegen böse Ausserirdische kämpfen, welche ihre und die unsere Welt übernehmen wollen.

Wenn die Kamera kippt
Zur konventionellen Balleraction bekommt der Held aber ein besonderes Gadget zur Verfügung. Mit einem neuartigen Jetpack kann Will durch die Lüfte fliegen und sich so von Felsvorsprung zu Felsvorsprung hangeln. Dadurch erhält die ansonsten stupide Action eine neue Spieltiefe und die Gefechte entwickeln ihre eigene Dynamik. Bei diversen Flugeinsätzen wird sogar das optische Vorstellungsvermögen der Spieler auf eine harte Probe gestellt. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Kamera kippt und das Geschehen aus einer völlig neuen Perspektive zeigt. Wo ist unten, wo ist oben? Eine besonders eindrückliche Spielerfahrung.

Potential verspielt
So spektakulär die Luftkämpfe daherkommen, die Bodeneinsätze zu Fuss lassen Innovationen vermissen. Die Figur springt von Deckung zu Deckung und nimmt die Aliens ins Kreuzfeuer. Die Intelligenz der Gegner lässt dabei zu wünschen übrig. Der Schwierigkeitsgrad fällt bei solchen Szenen in den Keller.

Die ersten Schritte in der neuen Welt erinnern an die Mysterieserie «Lost». Weltfremde Geräusche und die Gewissheit, dass man nicht alleine in der neuen Umgebung ist, sorgen für Spannung. Der Konflikt zwischen zwei ausserirdischen Völkern zieht den Spieler zu Beginn in seinen Bann. Doch schnell leidet die spannende Story an oberflächlichen Inhalten und an den Haaren herbeigezogenen Konstruktionen. Beim Thema Bermuda-Dreieck und Paralleluniversum wäre viel mehr drin gewesen. Stattdessen hat man bei Konkurrenztitel das eine oder andere geklaut.

Schwammige Steuerung
Grafisch macht der Titel einen soliden Eindruck, kann aber mit der Konkurrenz wie «Uncharted 2»  nicht mithalten. Von weitem sehen Areale, Flora und Fauna spektakulär aus, doch auf den zweiten Blick fehlen Details. Auch die Zwischensequenzen mit ihren grobschlächtigen Animationen wirken aufgesetzt und lassen wahre Emotionen vermissen. Auch die Steuerung in der Luft hat so seine Tücken. Eine flüssige, gleichmässige Bewegung über den Wolken ist alles andere als einfach zu meistern. Besonders zu Beginn führt dies zu einigen Frustmomenten.

Fazit: Zuerst fesselnd, dann ernüchternd
Anfangs mag der Titel zu fesseln. Story, Setting und Spannungsbogen stimmen. Auch die schicken Flugszenen bringen Abwechslung ins Action-Genre. Doch die etwas schwammige Steuerung und dahin plätschernde Geschichte mit vergebenem Potential holen den Spieler schnell wieder auf den Boden zurück. Wer durchhält, bekommt später wenigstens actionreiche Kämpfe in der Luft geboten und den einen oder anderen optischen Leckerbissen serviert.

Positiv aufgefallen:
- Tolle Jetpack-Action
- Story zu Beginn spannend
- Neuartige Kameraperspektiven
- Cineastisch inszeniert

Negativ aufgefallen:
- Story schwächelt im weiteren Spielverlauf
- Ungenaue, schwammige Flugsteuerung
- Grafisch keine Meisterleistung
- Design-Fehler
- Frech kopierte Charaktere
- Eintönige Aufgaben

Spielspass: 6.5 von 10 Punkten

Erhältlich für PS3 (getestet), Xbox 360 und PC
Freigegeben ab 16 Jahren
Stichwörter: Gamekritik

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