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Game-Review

«Crysis 3»: Raus aus der grünen Krise

Langweilige Geschichte und Klischee-Charaktere. Die Shooter-Fortsetzung erwischt einen schlechten Start. Wer eine halbe Stunde durchhält, wird dennoch belohnt.

Kleider machen Leute, Bild: zvg

REVIEW VON SIMON DICK

Made in Germany: Der deutsche Entwickler Crytek zeigt seine Muskeln und ist ein bester Beweis dafür, dass Highend-Shooter nicht nur aus Übersee stammen müssen. Fantastische Optik und tadellose Technik erfreuen die Grafikfetischisten. Doch Crytek hat zu sehr auf die äusseren Werte geachtet und vergessen, dem Action-Titel eine Seele einzubauen.

Der Prophet solls richten
Ort der Handlung ist ein von der Natur zurück erobertes New York in der Zukunft, das in diverse Gefahrenzonen eingeteilt wurde und gespickt ist mit Minen, Verteidigungsanlagen und durchaus intelligent agierenden Gegnern. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Hünen, der auf den Namen Prophet hört und als Auserwählter helfen soll, die unterjochte Menschheit von einer Superrasse zu befreien. Zusätzlich gibt es noch fiese Aliens, die mitspielen möchten und fertig ist die konventionelle Science Fiction-Story, die man schon tausendmal erzählt bekommen hat. Ohne originelle Einfälle ballert sich der Held von Level zu Level und macht dabei von seinem futuristischen Kampfanzug Gebrauch.

Kleider machen Leute
Mit dem Nanosuit kann sich der Kämpfer nicht nur eine ultradicke Ganzkörperschutzhülle anlegen, sondern sich sogar komplett unsichtbar machen. Doch diese Aktionen sind nur begrenzt einsetzbar, da sie wertvolle Energie kosten. Der Einsatz dieser Superfunktionen muss wohl überlegt sein. Neu im Waffenarsenal befindet sich ein Hightech-Bogen, mit dem vor allem lautlose Angriffe möglich sind. Ein nötiges Utensil, denn der Spieler darf frei entscheiden, ob er schleichend ohne grosse Aufruhr oder mit blosser Waffengewalt ans Ziel kommen möchte.  

Flora und Fauna zum Staunen
Ein Regenwald mitten in New York, ein wildes Tier, das plötzlich aus dem Gebüsch springt und futuristische Kämpfer, die durch eine grüne Kulisse wandern. Das sind die grossen Momente in «Crysis 3». Denn trotz langweiliger Geschichte und Motivationslosigkeit, man möchte weiterspielen und mehr von dieser ungewöhnlichen Flora und Fauna entdecken. Also schaltet man das Gehirn komplett aus und lässt das wunderschön schräge Ambiente einfach auf sich wirken. Und selbstverständlich gibt es ordentliche, grosse Explosionen und Gefechte zu bewundern. Das Action-Handwerk haben die Mitarbeiter von Crytek mehr als drauf.

Fazit: Flucht ins Grüne
«Crysis 3» besitzt eine Optik und Technik, die jeden Grafikfetischisten erfreuen. Die Bombast-Action und zünftige Explosionen lassen das Wohnzimmer erzittern und mit dem famos brachialen Soundtrack kommt Stimmung auf. Doch Crytek hat vergessen, dem Shooter eine Seele mit auf den Weg zu geben. Die Story ist eine bunt zusammengewürfelte Ansammlung von Inhalten, die man zu oft schon serviert bekommen hat. Da wird das irre Setting, in dem es so viel zu entdecken gibt, zum Hauptmotivator, um ein paar weitere Stunden im grünen New York zu verbringen.

Erhältlich für Xbox 360, PS3 und PC
Freigegeben ab 16 Jahren

 

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