Sie sind hier

Social Media

Wegen einem harmlosen Nacktbild auf Facebook gesperrt

Wer Nacktbilder auf Facebook postet oder sie mit dem Facebook-Messenger verschickt, kann gesperrt werden. Auch wenn die Fotos harmlos sind. Rassistische Inhalte können aber weiterhin problemlos verteilt werden.

Wer Nacktbilder auf Facebook postet oder sie mit dem Facebook-Messenger verschickt, kann gesperrt werden: Symbolbild: pixabay.com
  • Umfrage

Umfrage

Finden Sie dieses Nacktbild einer Familie zu anstössig?



Hannelore M.* aus Nidau staunte nicht schlecht, als sie plötzlich die Mitteilung von Facebook erhielt, dass ihr Konto für 24 Stunden gesperrt wurde. Was ist passiert? Hannelore M. wollte einer Freundin nur ein lustiges Foto per Facebook-Messenger schicken. Auf dem Bild (siehe unten) war eine Familie zu sehen, die sich pyramidenformig ohne Kleider auf einem Foto präsentierte. Primäre Geschlechtsteile waren nicht zu sehen. Doch der Filter von Facebook hat dennoch zugeschlagen und das Konto der Userin für 24 Stunden gesperrt, nachdem sie das Bild mit dem Messenger verschicken wollte.

Wegen diesem Bild wurde die Userin gesperrt, Bild: zvg

Nackte Kunst wird nicht toleriert
Hannelore M. ist nicht alleine. Viele User beklagen sich regelmässig bei Facebook, dass sie aus harmlosen Gründen einfach gesperrt wurden. Auch offizielle Facebook-Auftritte von Unternehmen wurden schon vom Netz genommen. So wurde die Facebook-Seite des bekannten Pariser Museums Jeu de Paume für 24 Stunden gesperrt. Das Museum hatte ein Werk der französischen Fotografin Laure Albin Guillot hochgeladen (siehe unten). Auf dem Schwarz-Weiss-Foto war eine liegende nackte Frau zu sehen, bei der lediglich das Geschlecht durch ein weisses Tuch verdeckt wurde. Die Erklärung von Facebook war kurz und knapp: Nacktbilder sind auf Facebook nicht erlaubt.

Bild: Museums Jeu de Paume/Screenshot/zvg

Ein Programm kontrolliert
Ein Computerprogramm kontrolliert regelmässig alle hochgeladenen und verschickten Daten auf Facebook. Das Programm operiert oft unabhängig und sperrt die User automatisch, wenn ein Bild gegen die Richtlinien des Unternehmens spricht. In den Richtlinien steht ganz klar geschrieben, dass Nacktbilder und pornografische Inhalte im sozialen Netzwerk nicht geduldet werden. Verstösst man gegen diese Richtlinien ist eine Sperrung des Kontos die Folge.

Schnell kann man gesperrt werden, Bild/Screenshot: zvg

Rassisten können sich austoben
Rassistische, menschenverachtende Inhalte können jedoch problemlos auf Facebook verbreitet werden. Hier hat das Unternehmen zwar versprochen, dass solche Inhalte ebenfalls kontrolliert und gelöscht werden, doch dauert es hier viel länger, weil ein logistisches Problem vorliegt: Ob ein Bild rassistisch oder menschenverachtend ist, kann von einem Computerprogramm (noch) nicht einfach so verifiziert werden. Dazu braucht es einen Menschen aus Fleisch und Blut, der die hohe Anzahl von solchen Bildern begutachtet. Ein fast unmögliches Unterfangen, betrachtet man die sehr hohe Anzahl von solchen Bildern, die derzeit die sozialen Medien im Minutentakt vollstopft.

Fazit: Auch der Messenger wird kontrolliert
Für Hannelore M. war das verschickte Bild jedenfalls eine Lehre. Sie wird sich in Zukunft genau überlegen, ob sie ein lustig gemeintes Nacktbild an ihre Freunde verschicken möchte. Nach diesem Vorfall ist auch ihr klar geworden, dass Facebook auch den Messenger eines jeden Users scannt und kontrolliert und nicht nur auf die Timeline ein Auge wirft. sd

*Name der Redaktion bekannt
 

Kommentare

wilsch28

... in den Nachrichten sieht man täglich, was der "Mensch" für "verantwortungsbewusste Inhalte" toleriert!


Nachrichten zu Digital »