Sie sind hier

Ratgeber

So kommt das Internet in den Garten

Wenn das schöne Wetter ins Freie lockt, darf das Internet im Garten nicht fehlen. Mit den richtigen Tricks und den technischen Helfern ist man auch im Liegestuhl schnell vernetzt.

Surfen im Garten: Mit einfachen Tipps funktionieren die Internetdienste ohne Unterbruch auch im Freien. Bild: Keystone

von Simon Dick

Ein drahtloses Heimnetzwerk (WLAN) gehört für die meisten zu den Dingen, die man einfach hat und um die man sich nicht mehr kümmern muss. Egal wo sich der Benutzer mit Mobilgeräten, Notebooks oder drahtlosen Lautsprechern befindet, die sozialen Kontakte, Informationen aus der Welt und Unterhaltungsinhalte sind jederzeit schnell und in guter Qualität verfügbar. Wer sich allerdings mit seinem Tablet gemütlich im Liegestuhl im Garten einrichtet, wird plötzlich vom Netzwerk abgeschnitten. Weil das Funksignal des WLAN-Routers nicht in die entfernten Ecken des Gartens reicht, verstummt der Musikdienst, seine E-Mails können nicht abgerufen werden und der gestreamte Film gerät ins Stocken. Um die WLAN-Reichweite Zuhause zu erweitern, gibt es zum Glück mehrere Möglichkeiten.

Daten weiterreichen
Am günstigsten ist es, einen sogenannten WLAN-Repeater in eine Stromsteckdose in der Nähe des Gartens zu stöpseln. Die Dose muss im Empfangsbereich des vorhandenen WLAN sein. Der Repeater empfängt alle Datenpakete aus der Luft und reicht sie verstärkt weiter.

Weil sich dadurch aber alle Datenpakete doppelt in der Luft befinden, bremsen diese Geräte die maximale Leistung eines WLAN aus. Repeater gibt es bereits ab 50 Franken. Gute Markenprodukte lassen sich einfach installieren. Besonders clever sind Crossband-Repeater. Durch diese Geräte wird das WLAN nicht gebremst und die Leistung bleibt erhalten.

Erweiterung per Stromkabel
Teurer, aber in der Praxis einfacher und zuverlässiger, ist die Erweiterung des WLAN über das Stromkabel: Beim Internet-Router werden die Datenpakete in das Stromkabel mittels speziellem Adapter eingespeist. An einer beliebigen anderen Steckdose wird ein zweiter Adapter eingestöpselt. Dieser holt die Pakete aus dem Stromkabel und funkt sie wieder in die Luft. Die Technik wird als Power-Line-Communication oder einfach als Powerline bezeichnet. Diese Lösung hat zahlreiche Vorteile. Man kann mehrere Adapter einstecken und so beliebig viele Funkinseln in seinem Haus bilden. Die Datenübertragung über das Stromkabel ist normalerweise sehr schnell, man kann also im Liegestuhl auch problemlos seine Videos aus dem Internet konsumieren.

Die Power-Line-Communication-Lösung bietet auch für eine Gartenparty Vorteile: Wer mit einer Kabelrolle sowieso Strom in seine grüne Oase führt, kann in die Kabelrolle auch einen Adapter stöpseln. Gute Adapter bieten ferner auch noch einen Gäste-Modus für das WLAN. Besucher können sich mit einem speziellen Passwort verbinden und erhalten dann Zugriff ins Internet. Auf die heimischen privaten Daten können sie aber nicht zugreifen.

Smartphone wird Modem
Wer in seinem Handyabo unlimitierte Internetnutzung oder ein grosszügiges Datenpaket abonniert hat, kann auch sein Smartphone in eine WLAN-Station verwandeln. Bei den Android-Smartphones oder Tablets findet sich die nötige Funktion unter «Einstellungen». Dort wählt man «Drahtlos und Netzwerke», tippt auf «Mehr» und schliesslich auf «Tethering». Je nach Gerätemodell geht man in «Weitere Einstellungen» und anschliessend ins Menu «Tethering und mobiler Hotspot». Bei Apples Smartphones muss man bei «Einstellungen» die Option «Persönlicher Hotspot» aktivieren. Smartphones mit dem Betriebssystem Windows bieten die Funktion unter «Einstellungen» im Menu «Internetfreigabe».

Das so geschaffene WLAN hat einen eigenen Namen und ein eigenes Passwort. Darüber sind nur Daten aus dem Internet und keine Daten aus dem heimischen Netzwerk verfügbar. Wer will, kann diese Zugangsdaten auch Gästen mitteilen. Die Funktion saugt allerdings den Smartphone-Akku ziemlich zügig leer. Angeschlossene Geräte merken nicht, dass es sich nur um ein Handy-WLAN handelt. Sie starten also auch Update- und Synchronisationsaufgaben, was im Extremfall Hunderte Megabytes von Daten über das Handy-Abo transferiert. Als Notlösung kann man auch ein Notebook in einen Hotspot verwandeln.

Wer seinen Garten permanent mit WLAN aufrüsten will, kann auch zu einer Profi-Lösung greifen, die dann aber teurer wird. Sogenannte Outdoor-WLAN-Access-Points trotzen auch Regen und Schnee. Gute Modelle erhalten ihre Stromversorgung über ein Ethernetkabel. Dies erspart die Verlegung eines zusätzlichen Stromkabels.

Mehr News und Hintergrundinfos aus der digitalen Welt gibt es hier

Kommentare

adalia

SCHADE , wird auch noch der Garten vernetzt .


Nachrichten zu Digital »