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Netzfalle

Keine Angst: Diese eklige Shampoo-Warnung ist nichts als eine billige Werbefalle

Auf Facebook kursiert eine Video-Warnung, angepriesen mit einem ekligen Hautgeschwür und dem Hinweis: „Sie werden dieses Shampoo nie wieder benutzen, wenn Sie dieses Video gesehen haben.“ Obwohl das wichtig klingt, klicken Sie nicht rein. Wir erklären die Werbefalle.

Diese Ekel-Warnung macht den Leuten eindruck und verbreitet sich deshalb rasend schnell.

Es schaudert einen schon nur beim Hinsehen. Dieses Hautgeschwür ist mehr als eklig. Und dann die Warnung: „Sie werden dieses Shampoo nie wieder benutzen, wenn Sie dieses Video gesehen haben.“ In einer anderen Version wird direkt auf ein Nivea-Shampoo hingewiesen. Dieses Video muss ich unbedingt sehen. Schliesslich muss ich unbedingt vermeiden, auch so ein Geschwür einzufangen. Ich muss unbedingt wissen, welches Shampoo gemeint ist.

Wenn die ominöse Facebook-Warnung, die sich viral wie ein Lauffeuer verbreitet, bei Ihnen diesen Effekt auslöst, dann haben die Macher dieses Posts genau erreicht, was sie wollten. Denn nun werden Sie sich durch eine ganze Reihe von Seiten klicken, aber nie ein Video zu sehen bekommen. Aber dazu kommen wir gleich. Zuerst das Wichtigste: Sie müssen keine Angst haben. Es gibt kein solches Hautgeschwür. Dabei handelt es sich um eine Photoshop-Montage. Und die Vorlage ist nicht einmal etwas Ekliges: Es handelt sich um eine Lotus-Blume. Dieses Bild, das ebenfalls auf Facebook kursiert, klärt auf:

Doch wieso macht sich jemand die Mühe, eine solche Warnung zu produzieren und auf Facebook zu verbreiten. Ganz einfach: Er will Ihre Klicks auf seiner Seite. Wer auf den Beitrag klickt, landet auf einer Seite, die einem vormachen will man sei nach wie vor auf Facebook. Ist man aber nicht. Und  die Täuschung ist schlecht. Aber man will ja das Video sehen. Der Klick auf den Play-Button bringt einen nicht näher ans Ziel. Jetzt wird verlangt, dass man das Video teilt. Und das tun dann viele. Der virale Effekt entsteht also nicht durch das so genannte Likejacking, bei dem man unbewusst etwas mit „Gefällt mir markiert“, die User tun dies in dem Fall freiwillig. Lesen Sie hier: "Wenn Freunde plötzlich auf Pornos stehen."

Wer das Video teilt, steht vor der nächsten Hürde. Jetzt wird dem User das Gefühl vermittelt, er befinde sich auf Youtube - was er natürlich nicht ist. Hier kann er sich angeblich das Video ansehen. Aber halt: Der User muss angeblich sein Alter verifizieren.

Sein Alter verifizieren? Nein, darum geht es natürlich nicht. Hier will der Anbieter Ihre Handynummer abstauben.

Und wozu das alles? Ganz einfach: Werbung. Plötzlich erscheinen Spielangebote, tolle Preise und so weiter und so fort. X-Möglichkeiten einfach, um an Adressen zukommen, die man dann mit Spam eindecken kann. Nur das Video, das bekommen Sie nie zu sehen. Auch der Grund dafür ist einfach: Es gibt kein Video.

Also ersparen Sie sich den Ärger und ignorieren den Ekel-Post einfach. pam

 

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