Sie sind hier

Gametipp

Eine Mordsgaudi im Wohnzimmer

«Hidden Agenda» ist ein interaktiver Thriller, der den Zuschauer vor viele Entscheidungen stellt. Gesteuert wird nicht mit dem normalen Controller, sondern mit dem Smartphone. Besonders im Mehrspielermodus wird das Ganze zu einer Mordsgaudi.

  • 1/5 Bilder: zvg
  • 2/5
  • 3/5
  • 4/5
  • 5/5
zurück
  • Video

Simon Dick

Eine halbnackte Frau liegt gefesselt auf dem Bett. Sie schreit um Hilfe. Die Angst steht ihr ins Gesicht geschrieben. Neben ihr steht ein muskelbepackter Irrer. Doch zu einer Tat wird es nicht kommen. Eine Polizistin hat die Situation (noch) unter Kontrolle. Soll sie sicherheitshalber den Abzug ihrer Waffe drücken oder doch lieber nicht. Der Spieler entscheidet. Welche Wahl sie oder er auch treffen wird, alles hat seine Konsequenzen. Willkommen bei «Hidden Agenda».

Um was geht es eigentlich?
Im Zentrum der Geschichte steht der Mörder «The Trapper». Dieser Serienkiller wartet eigentlich im Todestrakt auf seine Hinrichtung. Doch diverse Gesetzeshüter werden nach ersten neuen Ermittlungsschritten unsicher. Ist er wirklich der Täter oder wird hier ein perfides Katz-und-Maus-Spiel gespielt? Somit macht man sich auf die Suche nach Hinweisen, um Licht ins Dunkeln zu bringen. Man besucht ein heruntergekommenes Waisenhaus und andere düstere Ort, um Beweise zu sammeln und unterhält sich mit vielen verdächtigen Personen.

Smartphone wird zum Controller
«Hidden Agenda» ist ein ganz besonderes Spiel. Der interaktive Thriller ist ein Titel aus der «PlayLink»-Reihe. Das sind speziell für die Playstation 4 konzipierte Spiele, die man mit dem Smartphone oder wahlweise auch mit dem Tablet steuern kann. Das Prinzip ist einfach: Man lädt die dazugehörige Gratis-App herunter, verbindet das Smartphone via Bluetooth mit der Playstation und schon kann es losgehen. Der herkömmliche Controller wird nicht benötigt. Die Spiele steuern sich nur per App, indem man auf dem Touchscreen eine Antwort- oder Interaktionsmöglichkeit auswählt, die dann direkt auf den grossen Bildschirm in der Wohnstube übertragen und übernommen wird.

Alles hat Auswirkungen
«Hidden Agenda» ist eigentlich mehr Film als Spiel. Denn die aktiven Passagen der Spielerin, des Spielers sind nicht gross. Man begleitet u.a. eine Polizistin während ihren Ermittlungen und muss sich in diversen Momenten entscheiden. Diskutiere ich aggressiv mit meinen Gesprächspartnern oder gehe ich es langsam an, um an mein Ziel zu kommen? Benutze ich die Vordertür eines unheimlichen Gebäudes oder sondiere ich zuerst die Umgebung? Überschreite ich selber die Gesetzeslinie oder bleibe ich treu? Wie man sich auch in den Situationen entscheidet, alles hat Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf und schliesslich auch auf das Ende.

Düstere Atmosphäre
Auch wenn man bereits nach einer aufmerksamen Spielstunde erraten kann, was hier genau für ein falsches Spiel getrieben wird, die düstere Geschichte wird sehr spannend und äusserst atmosphärisch erzählt. Zwar leidet die Story unter ein paar langweiligen Stereotypen und voraussehbaren Minidramen, aber das grosse «Wer ist der Mörder»-Prinzip fruchtet auch hier in dieser interaktiven Krimi-Show.

Heftige Diskussionen
Wer gerne Filme in Gesellschaft konsumiert, kann das auch mit «Hidden Agenda» tun. Dann wird das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Mordsgaudi im heimischen Wohnzimmer. Bis zu sechs Spieler können gleichzeitig mitinteragieren. Das Prinzip bleibt dabei gleich: Jeder Spieler wählt in bestimmten Situationen, wie er oder sie sich verhalten möchte. Andere Spieler können durchaus eine andere Wahl treffen. Das Mehrheitsprinzip bestimmt schliesslich, wie die Geschichte weiter geht. Kommt es zu einem Gleichstand, wird im Wohnzimmer heftig diskutiert. Und da können auch schon mal diverse Kissen herumfliegen.

Eine versteckte Agenda
Es kann aber auch noch unharmonischer werden: Spieler können zusätzlich in bestimmten Situationen eine Vorgehensweise bestimmen, indem sie eine Trumpfkarte ausspielen. Zudem bekommen die Spieler heimlich vom System eine Aufgabe übertragen, die Extrapunkte geben, wenn diese gemeistert werden. Eine versteckte Agenda quasi. So wird man beispielsweise belohnt, wenn man besonders aggressiv in den Gesprächen ist und die Gruppe zu einem bestimmten Ziel hin steuert. In diesem Modus kann ein Poker-Face nicht schaden. Durch diese versteckten Aufgaben bekommt das Spiel eine zusätzliche Dynamik.

Freunde entfreunden
Fazit: Mit dem Solomodus sieht man zwar, je nach Spielentscheidungen, nach knappen drei Stunden bereits den Abspann, doch der Wiederspielwert ist hoch und motiviert für ein erneutes Durchspielen, da der Verlauf und das Ende des Spiels variieren können. Der Mehrspielermodus bringt dann noch eine zusätzliche Dynamik ins Wohnzimmer und kann auch schon mal dafür sorgen, dass man auf Facebook diverse Freunde entfreundet.

«Hidden Agenda» ist exklusiv erhältlich für die Playstation 4 und freigegeben ab 16 Jahren.


 

Nachrichten zu Digital »