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Bolivianische Regierung droht Videospielfirma mit einer Klage

Im neuen Taktik-Shooter «Ghost Recon Wildlands» von Ubisoft ist Bolivien fest in der Hand eines Drogenkartells. Die fiktive Geschichte gefällt der realen Regierung aber gar nicht. Das Spiel überzeugt dafür mit einer riesigen Spielwelt, wo man sich austoben kann.

Das virtuelle Bolivien sieht fantastisch aus, Bilder: zvg
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Simon Dick

«Ghost Recon Wildlands» spielt im Universum des erfolgreichen Schriftstellers Tom Clancy. Der amerikanische Autor ist für viele Romane und Vorlagen für Videospiele verantwortlich, die Geschichten präsentieren, die in unserer nahen, möglichen Zukunft angesiedelt sind.

Ein Land wird zum Drogenstaat
Über das neuste Szenario hat sich die Bolivianische Regierung ziemlich aufgeregt: In der nahen Zukunft ist das wunderschöne südamerikanische Land zum grössten Kokainproduzenten der Welt geworden. Das Santa-Blanca-Kartell hat das Land in einen Drogenstaat verwandelt. Angst, Korruption und Gewalt sind an der Tagesordnung. Die Bevölkerung leidet. Das Kartell wird sogar zur globalen Bedrohung. Die Ghost-Truppe, eine geheime Spezialeinheit des amerikanischen Militärs, muss hinter den feindlichen Linien das Kartell zerstören. Unterstützung bekommen sie dabei von diversen Rebellen.

Gigantisch grosse Karte
Der Spieler oder die Spielerin baut sich zu Beginn einen fiktiven Charakter und zieht mit ihm oder ihr, ständig begleitet von drei weiteren Söldnern ins Gefecht. Dabei kann man sich entscheiden, ob man mit roher Waffengewalt oder mit Köpfchen die einzelnen Missionen bestreiten soll. Und es gibt sehr viel zu tun. Das Kartell muss Stück für Stück auseinander genommen werden, bis alle Köpfe des Drogenmonsters abgeschnitten wurden. Die Karte sprich die Spielwelt ist gigantisch gross und lädt ein, diese Welt zu erkunden. Dafür gibt es diverse Fahr- als auch Flugvehikel, um das Land zu bereisen.

Wunderschöne Landschaften
Das virtuelle Bolivien sieht fantastisch aus. Die üppige Flora und Fauna des südamerikanischen Staates wurde perfekt eingefangen und in eine offene Spielwelt transportiert. Egal ob tropische Landschaften oder hügeliges Gelände, über die Detailverliebtheit kann sich die Bolivianische Regierung sehr freuen. Da hüpft das Reiseherz und man möchte sofort nach Südamerika reisen. Auch die Wettereffekte überzeugen. Wenn es in der Nacht in Strömen regnet und man durchs Unterholz schleicht, kommt Stimmung auf.

Spielentwickler bleibt ruhig
Verständlich, dass die bolivianische Regierung das dargestellte Zukunftsszenario nicht begrüsst. Verständlich auch, dass sie mit rechtlichen Schritten droht. Der Entwickler Ubisoft in Frankreich zeigt sich aber unbeeindruckt. Das Spiel wird zu Beginn ganz klar als fiktive Geschichte dargestellt. Gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters bemühte sich Ubisoft jedoch um Besänftigung: "Während das Spiel ein Bild malt, das von der Realität im heutigen Bolivien abweicht, hoffen wir, dass die Spielwelt der wunderschönen Natur des Landes nahe kommt", so Ubisoft. Das Spiel sei ein "fiktionales Werk", und Bolivien aufgrund seiner "prachtvollen Landschaft und reichhaltigen Kultur" ausgewählt worden, hiess es in der Stellungnahme weiter.

Drohende Klage ist pure Werbung
Fazit: Der neue Taktik-Shooter aus dem Tom Clancy-Universum ist riesig und lässt dem Spieler die freie Wahl. Möchte ich mit blosser Waffengewalt den Drogenstaat stürzen oder gehe ich doch lieber mit Taktik vor? Dabei erlebt jeder Spieler seine eigene Geschichte, die in einer optisch wunderschön gestalteten Welt angesiedelt ist. «Ghost Recon Wildlands» ist auch zu viert spielbar. Hier ist dann besonders viel Taktik gefragt, um ans Ziel zu gelangen. Und durch die drohende Klage von Bolivien kann sich Hersteller Ubisoft entspannt zurücklehnen. Die Drohung ist pure Werbung für den neuen Actiontitel aus Frankreich.

«Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands» ist erhältlich für Playstation 4, Xbox One und PC. Freigegeben ab 18 Jahren.

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