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Blogs – die erfolgreichen Informations- und Unterhaltungskanäle

Blogs gibt es heute wie Sand am Meer: Ob Lifestyle-Beratung, Reisetipps, politische Stellungnahmen oder Kulturrezensionen, praktisch zu jedem Thema findet sich heutzutage ein Blogeintrag.

Symbolbild: Pixabay

Nadine Ibrahim

Die ersten Weblogs erschienen in den 90er Jahren und fungierten ursprünglichen als Online-Tagebücher. Sie dienten hauptsächlich Privatpersonen dazu, periodisch private Einträge über ihr Leben oder zu einem spezifischen Interessengebiet zu schreiben. Diese Funktion haben sie heute immer noch, einfach mit einer viel grösseren Reichweite. Der Boom dieser Blogeinträge hat auch damit zu tun, dass sie nicht nur auf dem eigenen Webportal zu finden sind, sondern dass die Blogs auf zig verschiedenen Social-Media-Kanälen wie Facebook oder Instagram beworben werden.

Es gab wohl noch nie so viel ambitionierte Laien, welche im öffentlichen Netz ihre digitale Stimme kundtun. Die Bedeutung der Blogs als Nachrichten- und Informationskanäle ist so stark angestiegen, dass sie heutzutage als wichtige Meinungsbildungsinstanz angesehen werden.

Schneller und einfacher zu den gewünschten Infos kommen

Was bedeutet dieser Aufschwung der digitalen Meinungsmacher für die öffentliche Meinungsbildung? Aus der Forschung geht heraus, dass eine Meinungsveränderung durch Medien sehr selten stattfindet, denn nicht die Medien, sondern das soziale Umfeld beeinflusst die persönliche Meinung. Medien werden lediglich selektiv konsumiert, um die eigene Meinung zu bestätigen und zu verstärken.

Einem Blogger zu folgen ist demnach für den Konsumenten sehr vorteilhaft, wenn der Blog den Interessen des Lesers entspricht. Such- und Informationskosten verringern sich für den Konsumenten erheblich, sobald er ein Follower eines Blogs ist. Auch spezialisieren sich viele Blogs auf ein bestimmtes Themengebiet und können dem Leser ein fundiertes Wissen anbieten. Natürlich erlangt nicht jeder Hobbyblogger zwangsläufig viel Relevanz, aber das Feld des Weblogs ist im Umbruch,  und es ist eine Professionalisierung der Szene zu beobachten. So können erfolgreiche Blogger mit ihren Einträgen ihren Lebensunterhalt verdienen.

Die Kehrseite der Medaille

Anders als klassische Medien haben Blogs nicht den Anspruch objektiv und neutral zu sein. Sie sind viel freier in ihrer Themenwahl und im Schreibstiel. Dies bietet dem Leser sicherlich ein ganz anderes Lesevergnügen, kann also beispielsweise reizvoller und amüsanter sein, als die Informationsgewinnung durch ein klassisches Medium. Blog-Einträge unterstehen jedoch keinen Anforderungen der Transparenz und der diversifizierten Berichtserstattung. So werden beispielsweise Blogger, die Produkte prüfen und bewerben, für Unternehmen sehr interessant, sobald der Blog eine gewisse Anzahl Follower aufweist, da die Unternehmen ihn als Werbe-Plattform nutzen könnten. Die Blogger agieren dann als «digitale Influencer» im Namen eines Unternehmens.

Wenig Diversität ist auch bei politischen Blogs ein wichtiges Schlagwort, da in diesen ein Thema häufig lediglich von einer Seite beleuchtet wird und die politische Ideologie des Bloggers wiedergibt.

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