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Zugelaufene Lieder

Von Zauberinnen- oder eben Alchemistinnenhand entsteht aus vielerlei, für sich alleine eher unscheinbaren Ingredienzien etwas Ganzes, ganz und gar Zauberhaftes.

Bild: zvg
(tg) Wie hat sie das denn gemacht? Da ist ein Album mit 13 neuen Liedern, die alles andere als alltäglich sind, und bereits beim ersten Anhören hat man das Gefühl, diese Lieder seien immer schon da gewesen, so, als käme ein Kätzchen zugelaufen, dem man ein Schälchen Milch hinstellte, das einem dann auf den Schoss kletterte, zufrieden schnurrte und von diesem Moment an ganz selbstverständlich zu einem gehörte. Diese Lieder werden sofort Alltag, und das ist nicht negativ gemeint, im Gegenteil, man kann schlicht gar nicht anders, als sie bei sich aufzunehmen. Dieses kleine Kunststück gelingt der Bernerin Nadja Stoller, und vielleicht gelingt es ihr darum, weil, so vermutet man, ihr diese Lieder selber auch zugelaufen sind. Stoller, bislang bekannt als Jazz-Sängerin, hat acht Monate in Paris verbracht, dort Strassenmusik gemacht mit allerlei Utensilien und selbst gemachten Instrumenten, und dabei eben dieses Album entwickelt, das nicht umsonst «Alchemy» heisst: Von Zauberinnen- oder eben Alchemistinnenhand entsteht aus vielerlei, für sich alleine eher unscheinbaren Ingredienzien etwas Ganzes, ganz und gar Zauberhaftes (Stoller hat alle Instrumente selber eingespielt). Diese Lieder lässt man nicht mehr gehen, sie nisten sich ein, diffundieren ins eigene Leben hinüber, so wie am Ende dieses schönen Albums die Musik nahtlos in Alltagsgeräusche übergeht.

INFO: Nadja Stoller: «Alchemy» (Robotpet/Prolog). Live am 12. November in der Villa Bernau, Bern.

Stichwörter: CD-Tipp

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