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Voll auf die Zwölf

The Gaslight Anthem, das heisst Rocken in grosser Pose. Die Gitarre am Hüftknochen baumelnd, die Haare pomadig glänzend, der Körper ganztätowiert.

(lin) Und Musiker aus New Jersey tragen grundsätzlich einen Mann im Herzen: den Boss. «The ‘59 Sound» (2008) machte ihn nicht nach, aber Bruce Springsteens Sturm-und-Drang-Rock der E-Street-Band bloss einen Einfluss zu nennen wäre dann doch untertrieben. Das Resultat war ein Hitspektakel. Die Konzertbühnen wurden grösser. Bis eines Tages – es war am 28. Juni 2009 im Hyde Park, London – Sänger Brian Fallon die Bühne mit Springsteen teilen durfte. Ein Ritterschlag.

Nun Album Nummer drei, «American Slang». Es geht um Amerika, Freiheit, Jungsein und Mädchen. Um Mädchen, die man kriegt, und um Mädchen, die man nicht kriegt. Die Höhepunkte sind die drei Lieder, die sich am weitesten vom hymnischen Markenzeichen-Sound der Band entfernen – die nicht voll auf die Zwölf gehen, sondern Raum lassen für balladeske Passagen: «The Diamond Church Street Choir» geht von einer angejazzten Strophe zum Mitsing-Refrain. In «The Queen of Lower Chelsea» singt Brian Fallon mit sich selbst im Harmonie-Duett und lässt die Gitarre unverzerrt. Im abschliessenden «We Did It When We Were Young» klingt sie gar so klar perlend wie auf einer U2-Platte. Solche Überraschungen – einige mehr hätten dem Album gut getan.

INFO: The Gaslight Anthem: «American Slang» (Side One Dummy).
Stichwörter: CD-Tipp

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