
(tg) Ein Song, der vom Ende einer Liebe erzählt, die zu nah, zu schmerzlich, zu gefährlich wurde. Es war die Vorab-Single zum neuen Album der Delilahs, und man dachte: Diese Band hat man doch rockiger in Erinnerung. Die Delilahs, das waren im Jahr 2006 drei junge Frauen, noch nicht einmal 18 Jahre alt, die viel Energie, gutes Aussehen, die richtige Attitude und ein feines Händchen für gute Rocksongs hatten. Kein Wunder, sahen sie sich bald einmal als grosse Schweizer Rockhoffnung dargestellt. Doch es kam anders als geplant. Nach einem grossen Streit mit dem Produzenten, der sich die Rechte gesichert hatte, wurde damals das Debütalbum nicht regulär veröffentlicht. Die Band musste eine lange Zusatzschlaufe gehen. Mittlerweile ist sie längst nicht mehr das gehypte Frauentrio, sondern ein Rock-Quartett, von den Urmitgliedern sind Isabella Eder und Muriel Rhyner nach wie vor dabei. Nun ist also das zweite Werk da, «Greetings from Gardentown», und der geneigte Hörer merkt rasch: Dieses Werk hat Substanz. Zwar rockt es nicht so sehr, wie man die Band in Erinnerung hatte, doch lässt dies umso mehr Raum, um das oft sehr gekonnte und inspirierte Songwriting zu entdecken. Mit den tollen Melodien und den bisweilen ganz gehörig groovenden Arrangements («Ends») nehmen die Delilahs derart ein, dass man mit der Zeit (das Album wächst bei mehrmaligem Hören) sogar die Balladen lieb gewinnt.
Delilahs: «Greetings from Gardentown» (Subversiv Records/Irascible). Live am 3. Februar im ISC, Bern.
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