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Der Vorort, die Hölle

Das siebenköpfige PopEnsemble The Arcade Fire: Aus jedem Ton, jeder Textzeile spricht der pure Ernst. Das Debüt hiess «Funeral», weil während der Aufnahmen ein Familienmitglied nach dem anderen starb.

(lin) Es handelte von jungen Menschen, die traurig sind – und trotzdem weitermachen. Das zweite Album hiess «Neon Bible», weil die USA den Irakkrieg unter Gottes Flagge focht. Es handelte von nicht mehr jungen Menschen, die wütend sind – und deshalb weitermachen müssen. Das dritte Album heisst «The Suburbs», weil in den Vororten die wahre Hölle liegt. Es handelt von Menschen, die Familien gegründet haben, zurück in die Vorstadt gezogen sind, die coolen Kids beobachten und sich Gedanken machen über die eigene, vergeudete Jugend. «If I could have it back / all the time we wasted / I’d only waste it again», heisst es im zweiteiligen Titelstück.

Möchte man über die Platten der Band nachdenken, kann man das lange; muss man aber nicht. Die Musik alleine reicht. Ohnehin klingen The Arcade Fire nur nach The Arcade Fire: kammerpoppig bis pompös. Am ehesten lassen sich noch Einflüsse der Briten Echo & The Bunnymen ausmachen – vor allem Win Butlers Gesang erinnert an Ian McCullochs legendäres Wolfsgeheule. «The Suburbs» ist eine tolle Platte. Aber ein Meisterwerk wie die Vorgänger? Dann doch nicht ganz. Im Vergleich gibt es mehr Verästelung, Details und Folk – dafür weniger Hits, «Pfupf» und Rock.

INFO: The Arcade Fire: «The Suburbs» (Merge).
Stichwörter: CD-Tipp

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