Mit seinen 19 Jahren ist Sallaj Agonit der jüngste FC-Biel-Spieler, der diese Saison in der Meisterschaft zum Einsatz gekommen ist. Obwohl er noch im Teenager-Alter ist, hat der Verteidiger im vergangenen Juni bereits im albanischen A-Nationalteam debütiert. «Ich hatte nie gedacht, einmal nach Argentinien zu reisen», sagt Sallaj. «Und schon gar nicht, dass ich in Buenos Aires gegen Argentinien und Messi spielen würde.» Ein Traum sei damit in Erfüllung gegangen. Der Weltfussballer des Jahres umspielte in einer Aktion das Jungtalent, den nächsten Zweikampf gewann aber Sallaj, worüber er noch heute stolz ist. Das sei aber kein Grund zum Abheben. «Ich muss hart an mir arbeiten und mich fussballerisch weiterentwickeln.»
Hochstimmung in Paris
Sallaj ist sich bewusst, dass er erst ganz am Anfang seiner Karriere steht. Von Neuenburg Xamax an den FC Biel ausgeliehen, will er in der Challenge League Spielpraxis sammeln. Daneben gehört er zum U21-Nationalteam Albaniens und erweiterten A-Kader. Nach der grossen Erfahrung gegen Argentinien stand Sallaj auch im Team, das in den letzten beiden Wochen die EM-Qualifikationsspiele gegen Frankreich und Rumänien bestritt. Obschon er jeweils nur auf der Ersatzbank sass, spricht der Neo-Internationale von einem weiteren grossen Erlebnis. «Die Stimmung im Stade de France mit 67 000 Zuschauern war unglaublich.» Das Spiel selber ging mit 0:3 klar verloren, gegen Rumänien gab es dann aber immerhin ein 1:1.
Letzten Sonntag meldete sich Sallaj beim FC Biel zurück und gewann mit seinen Kollegen das Cupspiel in Lugano. An dieser Leistung gilt es heute anzuknüpfen. «Gegen St. Gallen haben wir nichts zu verlieren», sagt er zur schwierigen Partie gegen das stärkste Challenge-League-Team. «Sie haben einen guten Lauf, werden aber früher oder später ihre erste Saisonniederlage einfahren. Wieso nicht gleich gegen uns?» Der Erfolg muss mit einer soliden Mannschaftsleistung und fehlerlosen Defensive angestrebt werden. «Vorne werden wir wohl nur zu zwei, drei Chancen kommen und müssen diese nutzen.»
«Kein Kommentar» zu Xamax
Agonit Sallaj stammt aus der Kleinstadt Junik und verliess als Sechsjähriger mit seinen Eltern den Kosovo. In La Chaux-Fonds fand die Familie eine neue Heimat. Bald begann Sallaj im Quartierverein FC Le Parc mit dem Fussballspielen und wechselte mit zwölf Jahren in die Nachwuchsabteilung des FC La Chaux-de-Fonds. Dort wurden Talentspäher von Neuenburg Xamax auf ihn aufmerksam und holten Sallaj in die eigene U16-Juniorenmannschaft. Letzte Saison stand er im Kader des Super-League-Teams, kam aber zu keinem einzigen Meisterschaftseinsatz. Jetzt will er den grossen Schritt über den Umweg nach Biel schaffen. Über die Situation bei seinem Stammverein will sich Sallaj nicht gross äussern. «Kein Kommentar», sagt er. Er hat mit einigen Xamax-Kollegen diskutiert. «Im Moment ist es für sie nicht einfach.» Auch Sallajs Bruder spielt in Neuenburg bei den U20 von Xamax und kann ihm einiges erzählen.
Ausbildung neben Fussball
Was für Sallaj jetzt zählt, ist seine Saison beim FC Biel. Nach einem zwischenzeitlichen Tief mit drei Niederlagen in Folge hat sich das Team wieder aufgefangen. «Bis zur Winterpause wollen wir uns ein beruhigendes Punktepolster auf die Abstiegsplätze erarbeiten.» Ob er den Durchbruch schafft und eine grosse Fussballerkarriere einschlägt, steht in den Sternen. Um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, macht er neben dem Sport eine vierjährige Ausbildung als Steuerungstechniker. Heute ab 19 Uhr will Agonit Sallaj die St. Galler Angriffe abfangen und mit seinen Kollegen in der AFG Arena die Überraschung perfekt machen.
|
- Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.

