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EHC Biel

Schritt für Schritt zum Comeback

Der EHC Biel empfängt heute um 19.45 Uhr den HC Ambri-Piotta. Dabei können die Bieler erstmals seit Ende Oktober wieder auf die Dienste von Tom Preissing zählen.

Tom Preissing spielt erstmals seit Ende Oktober wieder für den EHC Biel.

Marco Oppliger

Fünf Rote gegen drei Grüne. Am Ende des Trainings lässt Kevin Schläpfer noch das Spiel in doppelter Überzahl üben. In der Bieler Powerplay-Formation steht auch Tom Preissing. Der Verteidiger bestreitet heute mit dem EHC Biel seinen ersten Einsatz seit dem 22. Oktober. Da musste der US-Amerikaner gegen die ZSC Lions nach dem ersten Drittel aufgeben, das Comeback verlief nicht wie geplant.

Denn eigentlich ist Preissing schon seit Ende September ausser Gefecht gesetzt. Damals stürzte er im Auswärtsspiel in Freiburg unglücklich auf den Kopf und zog sich eine Gehirn- erschütterung zu. Für den Verteidiger, der zu diesem Zeitpunkt Topskorer des EHC Biel war, folgte eine schwierige Phase.

Immer wieder Kopfschmerzen

Schon letzte Saison hatte Preissing Pech. Mit dem kasachischen Team Barys Astana zog er sich bereits im zweiten Saisonspiel nach einem Check einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Es war die bisher schlimmste Verletzung in seiner Karriere.

Nach der Gehirnerschütterung wurde Preissings Rückkehr immer wieder nach hinten verschoben. Zuerst war sie rund zehn Tage nach seinem Unfall geplant. Doch dann bestand er den Impact-Test, der aufzeigt, ob eine Gehirnerschütterung wirklich vollständig ausgeheilt ist, nicht. Das Problem: Preissing plagten immer wieder starke Kopfschmerzen. «Das war das einzige Symptom, aber mit diesen Schmerzen konnte ich absolut nichts machen», erklärt er. Seit nunmehr zwei Monaten ist Preissing ohne Wettkampfpraxis, er konnte lange Zeit nicht einmal mit seinen Kollegen trainieren. Nur langsam vermochte er seinen Körper wieder zu belasten. Zuerst konnte Preissing lediglich leichte Gewichte stemmen und ein wenig auf dem Hometrainer strampeln. Blieben die Kopfschmerzen fern, durfte er einen Schritt weitergehen. Die Gewichte wurden schwerer, das Training auf dem Hometrainer intensiver. Erst zwei Tage vor dem 3:2-Sieg der Bieler über den SC Bern am 10. Dezember nahm Preissing dann das Eistraining auf. Auch hier zuerst langsam und ohne Körperkontakt. «Zwei Monate nicht auf dem Eis zu stehen, das war echt schwierig», sagt er, «schliesslich liebe ich ja Eis-hockey.»

Letzte Woche nun trainierte der Verteidiger wieder voll. Und heute darf der US-Amerikaner endlich wieder ins Geschehen eingreifen. Weil auch Andrei Zyuzin fit ist, kann Coach Kevin Schläpfer erstmals seit dem Abgang von Mario Scalzo wieder auf zwei ausländische Verteidiger zurückgreifen (siehe Infobox). Und Schläpfer setzt hundertprozentig auf Preissing, will ihn auch im Überzahlspiel bringen. «Man muss ihn gleich integrieren, ins kalte Wasser schmeissen», sagt der EHC-Coach zu dieser Massnahme. Er sei froh, dass Preissing endlich zurück sei. Doch auch wenn er den Verteidiger gleich fordern will, erwartet Schläpfer zu Beginn noch keine Wunder von Preissing. «Nach einer solch langen Abwesenheit braucht er sicher etwas Zeit.»

Ferien statt Spengler-Cup

Gegen Ambri ist der EHC Biel gefordert, liegen doch die Leventiner mit nur fünf Punkten Rückstand auf Platz zehn. Preissing erwartet aufgrund dieser Ausgangslage eine intensive Partie. «Beide wollen und müssen gewinnen, für die Zuschauer wird das sicher ein interessantes Spiel.» Auch Schläpfer ist sich der Wichtigkeit der heutigen Partie bewusst. «Wir müssen entschlossen auftreten.» In den zwei bisherigen Saisonduellen gewann der EHC Biel gegen Ambri jeweils knapp (1:0, 2:1 nach Penalty).

Nach dem Ambri-Spiel wartet am Donnerstag noch der HC Davos auf die Bieler, bevor es über Weihnachten ein paar freie Tage gibt. Gerne hätte Tom Preissing in dieser Zeit am Spengler-Cup in Davos gespielt. Er hatte seinen Agenten bereits beauftragt, einen Klub für ihn zu suchen. Dann kam die Gehirnerschütterung, und Preissing musste dieses Vorhaben begraben. Deshalb geht es für ihn nun über Weihnachten statt in die Bündner, in die französischen Alpen. Dort will er mit seiner Familie und seinem Kumpel Marty Sertich, dem Topskorer des EHC Olten, ein paar Tage im Schnee geniessen.

Mehr Infos zum EHC Biel auf www.bielertagblatt.ch/ sport/ehc-biel

Tom Preissing (Topskorer, vorne rechts) stand mit dem EHC Biel zuletzt am 22. Oktober gegen die ZSC Lions im Einsatz. Bild: ky

Letzte News

- Kevin Schläpfer kann heute erstmals seit langem wieder mit zwei ausländischen Verteidigern planen. Neben Tom Preissing kehrt auch Andrei Zyuzin ins Team zurück.

- Beim EHC Biel fehlen weiterhin die Langzeit-Verletzten Kevin Gloor, Martin Steinegger und Emanuel Peter. Ahren Spylo ist gesperrt und Gaëtan Haas weilt mit der U20-Nationalmannschaft für die WM-Vorbereitung in Kanada.

- Auch Ambri reist wohl dezimiert ins Seeland. Maxim Noreau laboriert an einer Rückenverletzung und konnte letzte Woche nicht trainieren. Ein Einsatz von ihm heute ist fraglich. (mob)

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