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Gewinnchancen
Intakte Chancen, den Weltcup zu gewinnen, haben noch 3 von 21 Teams. Es sind dies der Titelverteidiger Schweiz, Irland und Portugal. Die Möglichkeiten für Holland sind nur noch theoretischer Natur. Vor den beiden letzten Rennen führt die Schweiz mit 88 Punkten vor Irland (86), Portugal (82) und Holland (66). In Brands Hatch werden noch 27 Punkte vergeben. Zu berücksichtigen gilt, dass am Schluss ein Streichresultat in Abzug gebracht wird; das schlechteste Gesamtergebnis jedes Teams aus den zwei Rennen einer Station entfällt.
Irland und Portugal befinden sich insofern in einer etwas besseren Situation, als ihnen alle in England gewonnenen Punkte angerechnet werden, weil sie bereits einen «Nuller» auf dem Konto haben. Die Schweiz muss mit dem Abzug von 4 Punkten kalkulieren, Holland mit 6. In der aktuellen «Netto- Rangliste» liegt Irland (86) an der Spitze vor der Schweiz (84), Portugal (82) und Holland (60).
Schweizer am Start
Schon in den beiden vergangenen Jahren wurde die A1GP-Saison in Brands Hatch abgeschlossen. Als Arena für den Showdown eignet sich die Strecke in der Grafschaft Kent, auf der zwischen 1964 und 1986 auch Formel-1-WM-Rennen ausgetragen wurden, gut. Die 3,7 km lange Strecke wird gemeinhin als «tückisch», «anspruchsvoll» oder «heikel» apostrophiert. Etliche Fahrer wissen ein Lied davon zu singen. Zu ihnen gehören auch die Schweizer Neel Jani und Sébastien Buemi. Der Berner wurde im September 2005 in der ersten Runde des Hauptrennens vom Amerikaner Scott Speed gerammt, der Waadtländer kollidierte im Frühjahr 2007 im Sprint mit dem Südafrika-Schweizer Adrian Zaugg.
"Ungewöhnlich schnell"
Bei Jani überwiegen indes die guten Erinnerungen an Brands Hatch deutlich. Mit zwei wohlgelungenen Auftritten brachte er dort vor einem Jahr den Titel ins Trockene. Am Sonntag kann er sich allerdings nicht damit begnügen, einen komfortablen Punktevorsprung nach Hause zu schaukeln. «Um den Titel erfolgreich zu verteidigen, müssen wir über uns hinaus wachsen», vermutet Jani. «Die Strecke ist nicht nur ungewöhnlich schnell, sondern weist auch einen hohen technischen Schwierigkeitsgrad auf. Hier zählt jede Runde aus dem Erfahrungsschatz. Insofern bin ich gegenüber dem Iren Adam Carroll ein Bisschen im Nachteil.»
Auch Max Welti ist sich bewusst, dass dem Team eine schwierige Aufgabe bevorsteht: «Wir müssen auf Irland einen Nettorückstand von zwei Punkten wettmachen, fühlen uns aber dafür gerüstet und sind zuversichtlich», sagte der Schweizer Teamchef. «Die Ausgangslage ist natürlich wesentlich weniger komfortabel als vor einem Jahr. Neel ist jedoch mental derart stark, dass ich ihm alles zutraue. Er wird hoch motiviert und konzentriert zu Werk gehen. Leider eignet sich Brands Hatch nicht sonderlich gut für Überholmanöver. Wir trachten daher schon in den Qualifyings nach Spitzenplätzen. Hoffentlich kommen uns die in England üblichen Wetterlaunen nicht in die Quere.»
Standing Ovation
Neel Jani traf nach einem ereignisreichen Wochenende bereits am Montag in England ein. Am Samstag hatte er anlässlich der Eröffnung der Westumfahrung der Stadt Zürich einen fantastischen Auftritt mit Demonstrationsfahrten und Showeinlagen in einem Formel-1-Auto auf dem neuen Autobahnstück: beschleunigen bis 280 km/h, abbremsen innert wenigen Metern und Pirouetten mit rauchenden Reifen. Am Ende wurde dem Berner von Zehntausenden von Zuschauern eine Standing Ovation zuteil. Jani wurde gleich anschliessend per Helikopter nach Kloten gebracht, flog nach Frankreich zu Testfahrten in Le Mans mit dem Aston Martin und am Montag nach England, wo er sich ein paar Tage lang geistig auf das A1GP-Finale einstellte.
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