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Ski nordisch

Dieses Trio kann für Cologna Gold wert sein

Roger Wachs und die Brüder Pascal und Lukas Jaun gehören an den Olympischen Spielen zum Serviceteam von Swiss Ski. Den Feinschliff für ihre Arbeit holte das Seeländer Trio beim Ski- und Sportclub Lengnau.

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Patric Schindler

Drei der rund 120 Mitglieder des Ski- und Sportclubs Lengnau gehören zur Schweizer Olympia-Delegation der Winterspiele in Pyeongchang. Eine Quote, auf die auch Nicole Kunz, Sportchefin des Vereins, stolz ist. Als ehemalige nationale Spitzenlangläuferin weiss sie, wie wichtig das Material in dieser nordischen Sportart ist. «Servicemänner können über Sieg oder Niederlage entscheiden», sagt die Seeländerin. Und offenbar machen Roger Wachs, Pascal und Lukas Jaun mit weiteren Servicemännern seit Jahren eine gute Arbeit, wie die Erfolge der Schweizer Langläufer immer wieder zeigen. Die mehrfache Junioren-Schweizer-Meisterin Nicole Kunz, die an der Nachwuchs-WM sogar einmal auf den vierten Platz gelaufen ist, hat ihre Karriere kurz nach den Olympischen Spielen 2006 beendet. «Mein grosser Traum war es, mich für Turin zu qualifizieren, was leider nicht geklappt hat.» Auch nach den Spielen versuchte sie, sich der nationalen Spitze zu nähern. Weil sie durch gesundheitliche Probleme immer wieder zurückgeworfen wurde, trat sie schliesslich vom Spitzensport zurück. Langlauf ist aber ihre Leidenschaft geblieben.

Auf den Loipen in Les Prés-d’Orvin, wo auch die Mitglieder des Ski- und Sportclubs Lengnau trainieren, ist sie zwischen Dezember und März oft anzutreffen. Dort ist sie auch als Trainerin tätig. «Skifahren geht man meistens nur, wenn es genug Schnee hat und die Sonne scheint. Beim Langlauf ist das Wetter sekundär und man kann viel spontaner entscheiden, ob man trainieren will oder nicht», sagt die Seeländerin.

Cologna als Zugpferd

Langlauf sei eine faszinierende Sportart, die viele junge Menschen anspreche. «Seit Jahren unterrichte ich immer mehr Kinder und Jugendliche. Die grossen internationalen Erfolge von Dario Cologna haben sicher dazu beigetragen, dass dieser Sport in der Schweiz beim Nachwuchs immer beliebter wird.» Weil in Südkorea manche Langlauf-Wettkämpfe am Morgen früh beginnen (siehe Infobox), ist es für Nicole Kunz nicht einfach, immer live mit von der Partie zu sein. Den Skiathlon vom letzten Wochenende schaute sie sich beispielsweise erst ein paar Stunden später nach der Live-Berichterstattung an. Um die Spannung hochzuhalten, wendet die Sportchefin deshalb einen Trick an. «Ich habe weder Radio gehört noch TV geschaut und bin auch nicht aufs Internet gegangen. So wusste ich nicht, ob Dario Cologna eine Medaille gewonnen hat», sagt Kunz. Dies ist natürlich eine Steilvorlage für alle jene Fussballfans, die diesen Trick an der kommenden WM mal ausprobieren wollen. Wahrscheinlich müsste man sich in diesem Fall wohl auch noch die Ohren zuhalten, um die huppenden Autokorsos nach dem Schlusspfiff nicht zu hören. Sonst weiss man möglicherweise, wer gewonnen hat.

Kunz wünscht sich, möglichst viele Entscheidungen in Pyeongchang in Echtzeit mitzubekommen. «Ich hoffe, die Schweiz gewinnt im Langlauf mindestens zwei Medaillen. Das würde unserem Sport sicher noch mehr Auftrieb geben. Was die regionale Junioren-Bewegung betreffe, sei zwar noch kein Seeländer auf Colognas Spuren, aber dafür gäbe es jede Menge regionales Know-how, das an den Winterspielen in Südkorea Gold wert sein könnte. Für jenes sorgt das Serviceteam von Swiss Ski, in dem auch die drei Seeländer Roger Wachs, Pascal und Lukas Jaun arbeiten. Letzterer ist erst seit vergangenem Dezember im Team von Swiss Ski. Vorher stand er als Radprofi im Einsatz (das BT berichtete).

Schleifen, wachsen, testen

Pascal Jaun ist dank seinem jetzigen Chef Roger Wachs vor acht Jahren zu Swiss Ski gestossen. Alle drei Seeländer sind nicht nur Mitglieder des Ski- und Sportclubs Lengnau, sondern standen auch als Langläufer wettkampfmässig im Einsatz. Für Pascal Jaun, der mit seinen Kollegen im olympischen Dorf wohnt, ist dies ein grosser Vorteil, da im Serviceteam nicht nur geschliffen und gewachst, sondern auch getestet wird.

«Wir arbeiten eng mit den Athleten zusammen und geben ihnen nach den Ski-Tests Feedbacks», erklärt Jaun. Am Schluss entscheide dann aber der Athlet. Das Serviceteam trage eine grosse Verantwortung, da das Material im Langlauf einen wesentlichen Anteil am Erfolg haben könne. Er und seine Kollegen seien in Pyeongchang von morgen früh bis am Abend im Einsatz. «Zeit, um andere Sportarten zu verfolgen, haben wir kaum», sagt der Lengnauer. Für Jaun sind es bereits die zweiten Olympischen Spiele nach Sotschi 2014. «Damals waren die Temperaturen im zweistelligen Bereich. In Südkorea ist dies auch wieder der Fall, allerdings im Minus», so Jaun.

Er fühle sich trotz der manchmal schwierigen Witterungsverhältnisse sehr wohl in Pyeongchang. Ein besonderes Erlebnis hatte Jaun am Eröffnungstag der Olympischen Spiele, als er als Mitglied der Schweizer Delegation ins Stadion einlaufen konnte. «Das war schon ein sehr spezielles Gefühl.» Er wolle keine Prognose abgeben, wie viele Medaillen die Schweiz im Langlauf gewinnen würde. «Ich bin auf jeden Fall sehr zuversichtlich, dass am Schluss der Olympischen Spiele eine positive Bilanz gezogen werden kann.»

 

Langläufer im Einsatz

Heute

07.30: Freistil Frauen 10 km

Morgen

07.00: Freistil Männer 15 km

Samstag, 17. Februar

10.30: Staffel Frauen
Klassisch/Freistil 4 x 5 km

Sonntag, 18. Februar

07.15: Staffel Männer
Klassisch/Freistil 4 x 10 km

Mittwoch, 21. Februar

09.00: Teamsprint Freistil Männer und Frauen

Samstag, 24. Februar

05.30: Massenstart Männer

Klassisch 50 km

Sonntag, 25. Februar

07.15: Massenstart Frauen

Klassisch 30 km sda

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