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Biel

Westast: Verbreitet die Berner Baudirektion Unwahrheiten?

Die Berner Baudirektion verbreitet laut einer Medienmitteilung des Komitees «Westast so nicht!» Unwahrheiten in der Diskussion um den A5-Westast.

Symbolbild: Keystone
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Das Komitee «Westast so nicht!» hat in den vergangenen Tagen den Bericht des Berner Tiefbauamts, drei Expertenberichte sowie Aussagen von Regierungsrat Christoph Neuhaus vor Medien und Behördenvertretern überprüft. Fazit des Komitees: Zahlreiche Behauptungen des Kantons entsprechen nicht den Tatsachen, wichtige Argumente zugunsten der Alternative „Westast so besser“ werden unterschlagen, heisst es in der Medienmitteilung. In einer Dokumentation (siehe PDF-Datei links) stellt das Komitee «Westast so nicht!» die wichtigsten dieser angeblichen Falschaussagen richtig und hat ein entsprechendes Faktenblatt samt Quellenangaben publiziert.

Keine Kamine im Naturschutzgebiet
Eine Falschaussage sei die Behauptung des Kantons, das Alternativprojekt erfordere den Bau von bis zu sieben Lüftungs- und Fluchtschächten mit Kaminen mitten in der Stadt, unter anderem in einem Naturschutzgebiet. Diese Kamine müssten angeblich höher sein als die umliegenden Gebäude im Umkreis von 50 Metern. Richtig ist das Gegenteil, meint das Komitee: Das Entlüftungs- und Belüftungskonzept der Alternative «Westast so besser» funktioniert ohne Abluftkamine. Das bestätigen auch vom Kanton beauftragte Experten, heisst es in der Medienmitteilung.

Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger distanziert sich vom Projekt
Der selektive Umgang der kantonalen Baubehörden mit Fakten und Einschätzungen zum Bieler Westast hat verschiedene Persönlichkeiten zu klärenden Stellungnahmen veranlasst. Der renommierte Tunnelbauexperte Martin Gysel, der «Westast so besser» technisch begleitet hat, wehrt sich gegen die Behauptung von Regierungsrat Neuhaus, das Alternativprojekt beinhalte Arbeiten im sogenannten Gefrierverfahren: «Ich habe in meinem Bericht ausdrücklich davor gewarnt, dieses Verfahren einzusetzen, vor allem unter den Bahngeleisen», heisst es in der Medienmiteilung. Und Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger, ehemaliger Schweizer Verkehrsminister und gebürtiger Bieler, hält zu den offiziellen Westastplänen fest: «Ich bestätige, dass ich Herrn Regierungsrat Neuhaus geschrieben habe, ich sei ein Gegner des Projektes und wünsche nicht, als Befürworter hingestellt zu werden.» mt

 

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