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Westumfahrung

Technischer Vergleich bestätigt: Alternatividee bringt geringere verkehrliche Entlastung der Quartiere

Der Regierungsrat hat vom Bericht zum technischen Vergleich des Ausführungsprojekts A5 Westumfahrung Biel mit der Alternatividee des Komitees «Westast so nicht» Kenntnis genommen. Der Vergleich kommt zum Schluss, dass die Alternatividee gegenüber dem Ausführungsprojekt Nachteile hat und insbesondere die Quartiere weniger entlastet.

Symbolbild: Keystone
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Die vom Komitee «Westast so nicht» im November 2017 präsentierte Alternatividee zur A5 Westumfahrung von Biel stiess auch beim Kanton auf Interesse. Der Regierungsrat hat sie im Rahmen der Beantwortung einer Motion des bernischen Kantonsparlaments überprüfen lassen. Die Überprüfung kommt zum Schluss, dass der Alternativvorschlag gegenüber dem Ausführungsprojekt zu viele Nachteile hat, heisst es in der Medienmitteilung.

Vertiefte Prüfung
Welche Nachteile dies sind, wurde bisher nur sehr summarisch kommuniziert, weshalb der Grosse Rat im Juni den Regierungsrat beauftragt hat, die Alternatividee vertiefter zu prüfen. Der vorliegende Bericht ist auf Grundlage von drei Ingenieur-Fachberichten, bestehender Projektunterlagen und Gesprächen mit dem Komitee entstanden.

Der Bericht präsentiert sowohl das Ausführungsprojekt wie die Alternatividee im Detail und vergleicht sie anschliessend hinsichtlich der Bereiche «Verkehr und Stadtentwicklung», «Bau», «Unterhalt und Betrieb» und «Finanzen». Die Umsetzbarkeit der Alternatividee wird bestätigt, allerdings können die Fachleute insgesamt keine wesentlichen Vorteile gegenüber dem Ausführungsprojekt ausmachen.

Geringere Kosten, aber auch weniger Entlastung
Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Alternatividee die Quartiere insgesamt schwächer vom Verkehr entlasten würde als das Ausführungsprojekt. Die Bruttokosten bei der Alternatividee wären zwar geringer und die reine Bauzeit kürzer. Da die Alternatividee zuerst im Detail geplant, vom Bundesrat genehmigt und erneut öffentlich aufgelegt werden müsste, ginge der Westast trotz kürzerer Bauzeit zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt in Betrieb als das Ausführungsprojekt. Weiter zeigt der Bericht bauliche, betriebliche und verkehrliche Nachteile der Alternatividee auf, die mit dem Betrieb eines einröhrigen Tunnels verbunden wären.

Das Ausführungsprojekt demgegenüber ist technisch ausgereift, umweltverträglich und vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) geprüft. Zudem sind beim offiziellen Projekt verkehrlich flankierende Massnahmen definiert. Weiter sind die städtebaulichen Konzepte der Gemeinden Biel und Nidau auf das baureife Projekt abgestimmt. Insgesamt haben Bund und Kanton rund 65 Millionen Franken in die Planung des Ausführungsprojekts, das aus technischer Sicht jetzt baureif ist, investiert.

Faktenbasierter Dialog auf Basis des technischen Vergleichs
Der Regierungsrat hat vom technischen Vergleich des Ausführungsprojekts mit der Alternatividee Kenntnis genommen. Er ist sich bewusst, dass die öffentliche Hand für die A5-Westumfahrung von Biel in den letzten Jahren hohe Summen in die Planung investiert und in einem umfassenden, partizipativen Prozess unzählige Varianten untersucht hat. Weiter hat er davon Kenntnis genommen, dass das Ausführungsprojekt im technischen Vergleich mit der Alternatividee des Komitees in den meisten Punkten besser abschneidet. Aufgrund der mit externer Unterstützung sorgfältig geprüften Fakten sind der Regierungsrat und die Verantwortlichen des ASTRA nicht bereit, eine neue Planung zu finanzieren, welche wiederum Millionen von Franken kosten und die angestrebte Verkehrsentlastung der Stadt Biel weiter verzögern würde.

Auf Basis des technischen Vergleichs eröffnet der Regierungsrat nun in einem nächsten Schritt den Dialog – sowohl mit den betroffenen Anspruchsgruppen als auch mit der Bevölkerung. Ziel ist es, die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abzuholen. «Ich bin mir sicher, dass auch nach dem vorliegenden Bericht die Diskussion um die Westumfahrung von Biel leidenschaftlich im Sinne eines demokratischen Prozesses geführt wird. Als oberster Vertreter des Kantons freue ich mich auf einen substanziellen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern», sagt Regierungspräsident Christoph Neuhaus, Bau- Verkehrs- und Energiedirektor des Kantons Bern.

Im Anschluss an die öffentlichen Veranstaltungen wird die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern auf der Basis aller gesammelten Informationen einen Vorschlag zuhanden der Behördendelegation A5 Umfahrung Biel erarbeiten, damit diese das weitere Vorgehen definieren kann. mt

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Bieler Gemeinderat wird Ergebnisse der Zusatzabklärungen analysieren und setzt weiterhin auf Dialog

Der Gemeinderat der Stadt Biel hat davon Kenntnis genommen, dass die Bau-, Verkehrsund Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) heute die Ergebnisse ihrer zusätzlichen Abklärungen zum Alternativvorschlag „Westast so besser!“ publiziert hat, welche in den kommenden Wochen mit verschiedenen Interessengruppen diskutiert werden sollen. Die Stadt Biel wird die Ergebnisse einerseits von ihren Fachleuten analysieren lassen und wartet andererseits die Gespräche mit Regierungspräsident Christoph Neuhaus ab. Zudem wiederholt der Gemeinderat seine Forderung nach einem Einbezug aller relevanten Kreise in den weiteren Prozess, da nur so bei diesem Generationenprojekt Fortschritte erzielt werden können.

Inhaltlich kann die Stadt Biel zu den Ergebnissen der zusätzlichen Abklärungen der BVE im jetzigen Zeitpunkt nicht Stellung nehmen, da diese zuerst vertieft analysiert werden müssen. Ebenfalls hat der Gemeinderat bereits früher eine städtische Delegation bestehend aus dem Stadtpräsidenten Erich Fehr, der Direktorin Bau-, Energie und Umwelt, Barbara Schwickert, sowie Florence Schmoll, Leiterin Abt. Stadtplanung, und Roger Racordon, Leiter Abt. Infrastruktur, bestimmt, welche an dem für kommenden Monat angesetzten Gespräch mit Regierungspräsident Neuhaus teilnehmen wird.

Für den Gemeinderat ist es wichtig, dass unter Führung des Direktors BVE ein Dialog zwischen den Behörden von Bund, Kanton und Region (vertreten durch die Behördendelegation A5) mit Vertretungen der das Ausführungsprojekt befürwortenden Kreise sowie den Initiantinnen und Initianten des Alternativvorschlages stattfindet, heisst es in der Medienmitteilung der Stadt Biel. Ziel dieses Dialoges muss es sein, dass man sich gemeinsam auf die Art und Weise der gestützt auf die nun vorliegenden ersten Ergebnisse  notwendigen, weiterführenden Abklärungen, auf deren Begleitung zur Sicherung der Transparenz sowie auf die Form von deren anschliessender Kommunikation verständigt. mt
 

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