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Seeland

Linke von Kritik nicht ausgenommen

In Grenchen hat es seit 25 Jahren wieder einmal einen 1.-Mai-Umzug gegeben. Gegen 100 Genossen zogen gestern Nachmittag mit Transparent und Fahnen vom Marktplatz zum Parktheater.

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Hanspeter Flückiger

Wieder einmal ein 1.-Mai-Umzug, ein linker Stadtpräsident, der für eine Verlängerung der Landebahn auf dem Flughafen Grenchen weibelt, und ein Gewerkschafter, der Biels links-grüner Stadtregierung an den Karren fährt: An der 1.-Mai-Feier in Grenchen war gestern Nachmittag einiges zu sehen und zu hören.

Vorab die Lokalprominenz

Sind es die bevorstehenden Kantons- und Gemeinderatswahlen, die bei der SP und den Gewerkschaften im Oberen Leberberg für einen Energieschub sorgten? Auf alle Fälle war das arbeitsfreie Grenchen am Nachmittag fest in der Hand der Linken. Seit 25 Jahren versammelte man sich am 1. Mai wieder einmal auf dem Marktplatz. Erst waren es einige wenige, dann ein, zwei, drei Dutzend. Und am Schluss nahm eine knappe Hundertschaft, mit roten Mützen auf dem Kopf und die Fahnen geschultert, den Weg ins Grenchner Parktheater unter die Füsse. Vorab die Lokalprominenz, angeführt von Stadtpräsident Boris Banga, Parteipräsident Remo Bill und Beat Jost, Chef der Unia Biel-Solothurn, mit einem Transparent, welches für eine offene Schweiz warb.

Bei Schlagworten liessen es Banga, Jost und SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen in ihren Ansprachen nicht bewenden.

Bangas Ärger mit den Linken

Banga outete sich als eigentlich zufriedener Gewerkschafter und Exekutivpolitiker, der aber doch zur Sorge Anlass hat. Nicht nur wegen der Frankenstärke und der Vertreter des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, die keine brauchbaren Werkzeuge dagegen kennen würden. Nein, ihn ärgern oft auch die Linken. Etwa bei der Pistenverlängerung beim Flughafen, mit der man etwas für den Standort Grenchen tun könne. Banga forderte, mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen, die linken Kandidaten einer «Werkplatzverträglichkeitsprüfung» zu unterziehen.

Auch Jost ist mit seinen Genossen nicht immer glücklich. Etwa, wenn Bundesrätin Simonetta Somaruga mit ihrem Schrauben an der Ventilklausel fremdenfeindliche Schaumschlägerei betreibe oder desorientierte Gewerkschafter im links-grün regierten Biel mithälfen, die Auslagerung der Energieversorgung durchzuwinken. Applaus erntete Kiener Nellen. Sie stellte für die bevorstehende Sondersession der Eidg. Räte Vorstösse der SP in Aussicht, durch die bis zum Ende der begonnenen Legislaturperiode die Lohngleichheit für Mann und Frau durchgesetzt werden sollen.

Werben für eine offene Schweiz: Rund 100 Genossen zogen gestern durch Grenchen. Bild: Hanspeter Flückiger

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