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Klare Grenzen sind wichtig

Prävention vor sexuellen Übergriffen ist auch in Vereinen ein Thema. «Bei uns sollen Kinder sicher sein», so der Leitgedanke beim Schweizerischen Turnverband. Im Fussball unterschreiben die Trainer einen Ehrenkodex.

Peter Zaugg, verantwortlich für Kinderfussball in Lyss: Getrennte Garderoben für Trainer und Kinder sind ein Muss. mr
(mr) «Kinder und Jugendliche sind beim Sporttreiben auf die Erwachsenen angewiesen, die sie begleiten und fördern. Das Wohl der jungen Menschen steht dabei an erster Stelle. Es umfasst die ganze Person: Körper und Gefühle, Bedürfnisse und Sexualität.» Mit diesen Worten leitet der Schweizerische Fussballverband seine Broschüre «Kinder und Jugendschutz im Fussball» ein. Damit unterstützt der Verband die Kampagne von Swiss Olympic «Sexuelle Ausbeutung im Verein». Beim Sport ist der Körperkontakt zwischen Trainer und Schützling selbstverständlich. Der Fussballverband schreibt dazu: «Ein natürlicher und sensibler Körperkontakt gehört zu einer guten Beziehung zwischen Trainer und jungem Sportler. Der Trainer setzt dabei aber klare Grenzen und vermeidet Situationen, die als Übergriffe ausgelegt werden können.»

Klare Richtlinien beim SV Lyss
Ein Dutzend Knaben von zehn und elf Jahren trainieren am Montagabend im Lysser Grien. Sie bilden eine von zahlreichen Fussball-Nachwuchsmannschaften des Sportvereins Lyss. Dieser zählt rund 90 Knaben im Alter von zehn Jahren und jünger. «Anfang Saison geben wir den Trainern klare Richtlinien bekannt», erklärt Peter Zaugg, im SV Lyss für den Kinderfussball zuständig. «Wir verlangen von den Trainern, dass sie Distanz wahren zu den Kindern, die Trainer-Garderobe benutzen und nicht jene der Kinder und ganz sicher nie mit den Kindern zusammen duschen.» Zudem erhalten die Trainer die oben erwähnte Broschüre des Fussballverbandes. «Im Fussball sind die Körperkontakte sicher nicht zu vergleichen mit jenen zum Beispiel beim Turnen», schätzt Peter Zaugg.

Leiter sind sensibilisiert
Olivier Bur, beim Schweizerischen Turnverband in Olten zuständig für die Ausbildung, bestätigt Zauggs Vermutung: «Beim Turnen am Gerät will der Trainer schützend eingreifen, wenn ein Sportler oder eine Sportlerin strauchelt.» Und beim Turnen in gemischten Gruppen gilt die These: Gegenseitiges Halten, Berühren, ist notwendig, aber es darf nicht ausgenützt werden. Der Schweizerische Turnverband und somit auch alle ihm angeschlossenen Turnvereine in der Schweiz sind Mitglied beim Verein Mira (siehe Infobox). Nach einem bestimmten Ablaufplan ist Mira die Anlaufstation.

Gewalt und sexuelle Übergriffe werden an den Kursen für Geräteturn-Leiter und Jugend+SportLeiterkurse thematisiert. «Wir wollen die Teilnehmer an den Kursen für diesen Themenbereich sensibilisieren»,

sagt Bur. Der Turnverband rät denn auch, dass im Verein Ansprechpersonen ernennt werden, idealerweise eine Frau und ein Mann. Der Verband bietet hierzu Kurse an.

Kaum Körperkontakt
Etwas anderes ist es bei Musikgesellschaften. «Unsere traditionellen Jugendmusiklager zusammen mit der Musikgesellschaft Kappelen werden von professionellen Lehrkräften und Musiklehrern, also pädagogisch ausgebildeten Personen, geleitet, die tagtäglich viel mit Kindern zu tun haben. So gesehen wird das Thema der Übergriffe auf Kinder bei uns anders behandelt als zum Beispiel bei einem Sportverein», meint Gerhard Rubin, Präsident der Musikgesellschaft Aarberg. «Die Ausbildung im Musikbereich ist auch nicht mit Körperkontakt verbunden, wie das beim Turnen oder Fussball gang und gäbe und oft auch notwendig ist», präzisiert Rubin, der seit drei Jahren der Aarberger Gesellschaft vorsteht.

Beat Rohner, verantwortlich für Kommunikation beim Schweizerischen Blasmusikverband, bestätigt, dass der Schweizer Verband keine entsprechende Ausbildung anbiete. «Hingegen haben wir mit den Betreuern des Nationalen Jugendblasmusik-Orchesters eine Vereinbarung getroffen, die das Verhalten genau regelt», so Rohner.
Stichwörter: Prävention

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