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Auf dem Posten, wenn es schmerzt

Sportveranstaltungen ohne Samariter sind kaum denkbar. Die helfenden Hände sind da, um rasch Erste Hilfe zu leisten.

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(mr) «Wenn wir zu Beginn der Veranstaltung unseren Samariterposten einrichten, wissen wir nie, gibt es einen ‹Pflästerlitag› mit geringem Einsatz oder kämpfen wir um Leben oder Tod», berichtet Roland Hügli, Präsident des Samaritervereins Aarberg und pensionierter Bademeister im Schwimmbad Aarberg. Die richtige Hilfe beim Notfall an einer Sportveranstaltung werde immer anspruchsvoller, berichtet Hügli weiter.

Da sind einerseits gut ausgebildete Samariter notwendig, andererseits ein Notfalldienst von höchster Professionalität. Als Bindeglied zwischen Veranstalter und professioneller NotfalleinsatzTruppe sind die Samariter auf ihrem Posten. Je nach Anlass treten die Samariter mehr oder weniger in Erscheinung. Basis für das Zusammenwirken von Veranstaltern und Samariterposten ist ein Reglement des Schweizerischen Samariterbundes vom November letzten Jahres, das per 2010 in Kraft getreten ist.

Vier Vereine im Einsatz
Wenn im Frühling jeweils die Berner Radrundfahrt mit hunderten von Radfahrern durchs Seeland zieht, kommt ein ausgeklügeltes Notfallsystem zum Tragen. «Da gibt es Vorschriften vom Schweizer Radfahrer-Verband, dass je nach Fahrerkategorie ein Teamarzt und eine Ambulanz mitfährt», weiss Roland Hügli, der seit 20 Jahren für die Sanität an diesem Anlass zuständig ist. «Unterwegs werden die Fahrer an verschiedenen Posten betreut. Die Samaritervereine Aarberg, Seedorf, Meikirch-Wohlen und Lyss sind auf der ganzen Strecke am Frienisberg vertreten.» Aber da gibt es auch kleinere Anlässe, die Pferdesportveranstaltung bei der Pony-Ranch in Lyss zum Beispiel. «Nach einem ganz klaren Einsatzplan kommen die Samariter zum Zug. Es sind immer zwei Personen zusammen auf dem Posten.» So leisteten die Aarberger Samariter im letzten Jahr insgesamt 464 Stunden Einsätze an Veranstaltungen im Seeland.

Sowohl beim Radrennen als auch beim Pferdesport gilt es sicherzustellen, dass Notfallfahrzeuge gut zirkulieren können. «Beim Radrennen am Frienisberg ist dies ebenso anspruchsvoll wie beim Pferdesportanlass, wenn die Wege mit Fahrzeugen und Pferdetransportern überstellt sind. Manchmal muss halt der ‹barmherzige Samariter› eine harte Seite zeigen.»

Start als Zwölfjähriger
Bei Florian Kruse aus Meinisberg ist mit zwölf Jahren der Funke gesprungen: «An der BEA in Bern haben wir Kinder in einem Zelt der Samariter an einer Puppe Wiederbelebungsübungen ausführen können. Von da an war klar: Das will ich.» Die Notfallmedizin habe ihn schon immer interessiert, erzählt der mittlerweile 18-jährige Florian Kruse vom Samariterverein BielMadretsch. Bevor er jedoch die Ausbildung zum Rettungssanitäter aufnehmen kann, muss er eine abgeschlossene Berufslehre vorweisen.

Im Alters- und Pflegeheim Cristal in Madretsch hat Kruse nun die Hälfte seiner dreijährigen Lehre absolviert. Ausgebildet ist Florian Kruse wie wohl kaum ein anderer in seinem Alter: Er hat alle Stufen bis zum höchsten Laienretter durchlaufen, hat mit zwölf Jahren den Nothelferkurs absolviert, später den Samariterkurs, den CPR-Reanimierungskurs und nun auch den Kurs als Transporthelfer. Als Helfer stellt er sich regelmässig für diese Einsätze des Samaritervereins zur Verfügung, an einem Heimspiel des EHC Biel oder an den Schweizer Hallen-Meisterschaften der Leichtathleten Ende Februar in Magglingen. «In den zwei Tagen im ‹End der Welt› hatten wir kaum Interessantes zu tun, ein paar ‹Pflästerli› waren gefragt.» Am Samstag hatte sich ein Athlet mit den Nagelschuhen am Bein verletzt und musste behandelt werden. Der anwesende Arzt musste die Wunde nähen, nachdem die Samariter eine Erstversorgung vorgenommen hatten.
Stichwörter: Samariter

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