Sie sind hier

Abo

Grenchen

Wenn alles aus den Fugen gerät

Am Schluss gewinnt das Gute. Diese Lebensweisheit bewahrheitete sich auf der Schopfbühne bei der Premiere der Komödie «Ladykillers».

  • 1/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 2/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 3/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 4/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 5/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 6/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 7/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 8/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 9/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 10/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
  • 11/11 Ahnungslos: Lady Wimmeerforce beim Teekränzchen. Bild: matthias käser/bieler tagblatt
zurück

Ein Quartett findet in London, in der Mansarde der älteren Lady Margaret Wimmerforce, ein Logis. Die vermeintlichen Musiker wollen sich dort auf ein Konzert vorbereiten. Schon bald wird fleissig geübt. Eloquent klingt das Menuett aus dem Streichquintett von Luigi Boccherini durch das wacklige Gebäude, wenn auch nur inszeniert, ab dem Plattenspieler.

Den Vieren geht es nur vordergründig ums Musizieren. Professor Marcus, dem smarten Major Claude Courtney, dem jungen Louis Harvey – zumindest in der Theorie schnell mit Messer und Pistole zu Hand – und dem eher «bescheidenen Gemüt» Bill Cox strebt der Sinn nach ganz anderem: Einem Überfall auf einen Geldtransporter. Was tatsächlich schlank vonstatten geht – auch dank der unbewussten Mithilfe von Lady Wimmerforce.

Damit ist nach einer guten Aufführungsstunde noch nicht Schluss, sondern erst Pause. Anschliessend nimmt das Verhängnis seinen unerwarteten Lauf. Alles gerät aus den Fugen, wie es sich für eine britische Komödie gehört.

Eine Grenchner Version

«Ladykillers» ist ein Klassiker dieses Film- und Theatergenres. In einer ersten Filmfassung flimmerte er 1955 über die Leinwand, mit dem 1973 als Sir geadelten Alec Guinness als Professor Marcus in der Hauptrolle. 2004 folgte ein Remake mit Tom Hanks als Rädelsführer. 1983 feierte eine Bühnenfassung in Deutschland Premiere.

Regisseur Peter E. Wüthrich konnte sich aber weder für eine dieser drei noch für eine schweizerdeutsche Fassung zu erwärmen. So setzte er sich an den Computer und tippte eine weitere Version. Er schrieb sie den einzelnen Akteuren des engagierten Freizeit-Ensembles auf den Leib und integrierte die Eigenheiten des Spiellokals trefflich in die Inszenierung, gespickt mit vielen Details. Weder die Erwähnung des wackligen Balkons durch Mrs. Wimmerforce, noch dass Professor Marcus einen drei Meter langen Schal um den Hals trägt, sind zufällig.

23. Aufführung in 25 Jahren

Das Ensemble der Schopfbühne bestreitet dieses Jahr die 25. Saison. Es ist aber erst die 23. Aufführung. Nach der Gründung 1992 spielte man vier Saisons auf fremden Bühnen. Dann bot sich die Gelegenheit, einen Schuppen an der Schützengasse 4 zu übernehmen. Eineinhalb Jahre Umbauen war angesagt. Folglich fiel die Aufführung des Jahres 1996 aus. Auch für das Jahr 2003 ist im Archiv keine Aufführung vermerkt. Nicht, weil man untätig war. Die Spielzeit wurde vom Herbst auf das Frühjahr verschoben. In der Folge wurde die Komödie «Als der Papst gekidnappt wurde» erst im folgenden Frühjahr aufgeführt.

Das Sesshaftwerden führte auch zu einem neuen Namen. Das «Laientheater Grenchen» wurde 1999 in Anlehnung an den Schuppen als Spielort zur Schopfbühne. Gleich geblieben ist der Zweck. Die Pflege des gehobenen Mundarttheaters, in Zusammenarbeit mit einem professionellen Regisseur. Hanspeter Flückiger

Info: Weitere Aufführungen am 11., 12., 13., 18., 19., 20. und 24. März. Im April bis am 24. immer Fr/Sa/So. So 17 Uhr, übrige Tage 20 Uhr. Eintritt: 28 Franken. www.schopfbuehne.ch

Nachrichten zu Unterhaltung »